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Neues „Arts Center“ im Bahnhofsviertel: Die Perspektive erweitern

Von Das „Asian Arts Center“ möchte den kulturellen Austausch zwischen Asien und Europa fördern. Zur Eröffnung der Räume in Frankfurt zeigen die Initiatoren zum Auftakt Werke der in Frankfurt lebenden Künstler Peter Rippl und Xue Liu.
Der Frankfurter Künstler Peter Rippl tritt mit seinen Werken wie der Licht- und Buchstaben-Installation „Forever“ in einen Dialog mit den Bildern des chinesischen Künstlers Xue Liu. Die Ausstellung ist die erste Kulturveranstaltung in den Räumen des neu eröffneten Asian Arts Center. Bilder > Foto: Holger Menzel Der Frankfurter Künstler Peter Rippl tritt mit seinen Werken wie der Licht- und Buchstaben-Installation „Forever“ in einen Dialog mit den Bildern des chinesischen Künstlers Xue Liu. Die Ausstellung ist die erste Kulturveranstaltung in den Räumen des neu eröffneten Asian Arts Center.
Bahnhofsviertel. 

„Frankfurt ist eine offene, internationale und multikulturelle Stadt. Daher ist es der ideale Standort für das Asian Arts Center “, sagt Lulu Tong anlässlich der Eröffnung der Räume in der Wilhelm-Leuschner-Straße 7. Sie ist die Initiatorin des Projekts, mit dem ein kultureller Austausch und ein Dialog zwischen Asien und Europa gefördert werden soll.

Alle Kunstformen

Das Asian Arts Center (AAC) soll ein Ort sein, an dem Kunstformen ganz verschiedener Disziplinen wie Film, Musik oder Bildende Kunst präsentiert werden. Lulu Tong beschreibt es so: „Die Idee ist, den Einfluss der zeitgenössischen asiatischen Kunst und der asiatischen Künstler in Deutschland und Europa zu stärken, um diese international bekannter zu machen und damit auch den Blick auf das moderne Asien zu lenken.“ Träger des AAC ist die TianWen Media GmbH, die 2015 in Deutschland gegründet wurde. Dies ist ein Tochter-Unternehmen der Tian Hua Hua Tian Film Company mit Sitz in Peking.

Das AAC soll eine Plattform sein, auf der künftig talentierte Künstler, Musiker, Filmemacher sowie andere Kreative sich und ihre Arbeiten einem interessierten Publikum vorstellen können. Diese kommen nicht zwangsläufig nur aus Asien, sondern leben und arbeiten beispielsweise in Deutschland. Wie etwa der Frankfurter Künstler Peter Rippl, der anlässlich der Eröffnung des AAC mit seinen Werken in einen Dialog mit den Bildern des chinesischen Künstlers Xue Liu tritt. „Swimming Asia“ heißt die erste Ausstellung im AAC.

Rippl ist Frankfurter, studierte an der Hochschule für Gestaltung Offenbach mit den Schwerpunkte Bildhauerei und Film. Er arbeitet medienübergreifend, zeigt in der aktuellen Schau unter anderem eine Installation aus großen Buchstaben, die das Wort „Forever“ bilden. Dabei spielt er mit den Möglichkeiten, die sich aus der Anordnung der Buchstaben ergibt wie der Begriff „Over“ (engl. für beendet). Dieser Installation stehen seine zurückgenommen Papierarbeiten gegenüber, die inspiriert sind von der chinesischen Tusche-Malerei und japanischen Farbholzschnitten. „Für diese Arbeiten habe ich tatsächlich mit Bambusfeder und mit chinesischen Pinseln gearbeitet“, erzählt Rippl. Dabei interpretiert er diese Techniken mit dem Erfahrungsschatz eines Künstlers, der in der deutschen Kultur aufgewachsen ist und lebt. Rippl entwickelt hieraus spannende, neue Ausdruckformen, ohne die künstlerischen Wurzeln dieser Arbeiten zu verneinen.

Genauso wie diese traditionellen asiatischen Techniken – Tuschezeichnungen und Farbholzschnitt – einst nach Europa gelangt sind, gilt dies auch etwa für Porzellan, das vor langer Zeit in China erfunden wurde. Auch dieses Thema spiegelt sich in einer Installation von Rippl wider. „Während wir einst Sachen aus China kopiert haben, sind es heute die Chinesen, die sich von unseren Technologien wiederum inspirieren lassen. Diesen Kreislauf finde ich spannend“, sagt er. Xue Liu lebt ebenfalls in Frankfurt, studierte Kunst mit dem Schwerpunkt Malerei in China und an der Städelschule. Seine Bilder vereinen Tradition und Moderne. In den ausgestellten Arbeiten thematisiert er das Schwimmen. Mit expressiven Pinselstrich, der an klassische chinesische Tuschemalerei erinnert, interpretiert er hier ein ganz typisches europäisches Thema.

Neben Ausstellungen sind im AAC weitere Aktionen geplant. So soll es etwa Kammermusik-Konzerte, Filmvorführungen und Workshops in den Räumen geben. Lulu Tong kooperiert hierfür mit Frank Zheng. Beide erarbeiten derzeit das Programm, das demnächst fertiggestellt sein soll. „Als nächstes ist ein Kammermusik-Projekt geplant. Hierfür möchten wir zwei junge Musiker aus Asien und Europa zu uns einladen“, sagt Tong. Diese sollen dann Stücke aus derselben Zeitepoche, jedoch aus dem jeweiligen Land präsentieren. Eine weitere Form des kulturellen Dialogs.

Seit drei Jahren hier

Tong und Zheng kommen aus China, haben unter anderem dort viel Erfahrungen auf dem Gebiet der Kulturarbeit gesammelt. Zheng, der seit drei Jahren in Frankfurt lebt, hat lange in Shanghai als TV-Produzent einer großen Fernsehanstalt gearbeitet. Nachdem er in die Mainmetropole gezogen ist, gründete er sein eigenes Unternehmer, die Imart GmbH.

„In Frankfurt habe ich mit meiner Firma bereits mehrere Projekte realisiert, etwa ein chinesisches Experimental-Theater ins Gallus-Theater gebracht oder ein Konzert organisiert, bei dem es einen musikalischen Dialog zwischen dem chinesischen Geiger Xiao Hui Ma und dem ersten Cellisten der Oper Frankfurt, Daniel Robert Graf, gab“, schildert er. Seine Erfahrungen und seine Ideen lässt er nun mit in die Arbeit für das AAC einfließen.

„Unser Ziel ist es, die neuesten Trends von Asien nach Deutschland zu bringen. Wir wünschen uns, dass das Asian Arts Center eine Plattform wird, auf der Europäer die Schönheit und Vielfalt der unterschiedlichen asiatischen Kulturen und Künste entdecken können“, sagt Lulu Tong.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 20. Juli. Sie kann dienstags bis samstags von 11 bis 19 Uhr besichtigt werden. Weitere Infos zum AAC gibt es unter www.aac-frankfurt.de im Internet.

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