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Ausstellung im Hauptbahnhof: Die Stimmen der Hollywood-Stars

Ohne Synchronsprecher wären deutsche Fassungen von Hollywood-Filmen nicht möglich. Im Gegensatz zu den Schauspielern, denen sie ihre Stimme leihen, sind sie meist unbekannt. Der Fotograf Marco Justus Schöler will das mit seinem Projekt ändern.
Marco Justus Schöler hat die Synchronsprecher fotografiert, Norbert Gastell (rechts) ist die Stimme von Homer Simpson. Foto: L.Hamerski Marco Justus Schöler hat die Synchronsprecher fotografiert, Norbert Gastell (rechts) ist die Stimme von Homer Simpson.
Bahnhofsviertel. 

Im Gespräch mit Charles Rettinghaus verschwimmen schnell die Grenzen – er steht vor einem und doch hat man das Bild von Robert Downey Jr. und Jamie Foxx vor sich. Das kommt nicht von ungefähr, Rettinghaus ist Synchronsprecher und leiht den beiden Hollywood-Größen seine Stimme. Marco Justus Schöler hat den Sprecher mitgebracht zur Ausstellungseröffnung, schließlich ist er Teil der Schau.

Die Vernissage war die fünfte Veranstaltung von insgesamt acht. Da die Deutsche Bahn das Projekt fördert, finden die Ausstellungen immer in Bahnhöfen statt; bisher schon in München, Berlin, Lübeck und Mannheim – 60 Kilometer entfernt von Mannheim, in Laudenbach, wuchs Schöler übrigens auf.

DiCaprio als Ideengeber

Von Haus aus ist er Werbefotograf. Beim Filmabend in seiner Heimatstadt, es lief der Thriller „Shutter Island“, kam er auf die Idee zu der Ausstellung. „An einer Stelle im Film spricht Leonardo DiCaprio einen langen, emotionalen Dialog. Genau an dieser Stelle, als ich nur die Stimme hörte und völlig passiv auf meinen Bildschirm starrte, fragte ich mich, wie der Sprecher von DiCaprio wohl aussieht“, erklärt Schöler. Das war der Ausgangspunkt für die jetzt eröffnete Schau im Hauptbahnhof.

Schöler recherchierte im Internet, was eine Vorauswahl von rund 60 Synchronsprechern ergab. Und er nahm Kontakt zu ihnen auf. „Die Resonanz war anfangs verhalten, aber schnell fanden die Sprecher Gefallen an meinem Projekt“. Schlussendlich musste der in Berlin lebende Schöler sogar einigen Synchronsprechern absagen, denn mehr als 30 wollte er für sein Projekt „Faces behind the voices“ – Gesichter hinter der Stimme – nicht haben.

Drei Sätze auf Band

Zu jeder Fotografie gibt es zwei, drei gesprochene Sätze, die man sich in der Ausstellung anhören kann. Und für ganz Ungeduldige gibt’s die Auflösung per Knopfdruck. So erfährt man beispielsweise, wer die Kultfigur Homer Simpson gesprochen hat: Norbert Gastell. Die Begegnung mit Norbert Gastell, der im vergangenen November gestorben ist, hat Schöler tief beeindruckt. „Er kam 2014, ein Jahr vor seinem Tod, zum Shooting gejoggt – er war fit wie ein Turnschuh und ein richtig cooler Typ!“

„Angeschrieben für Fotoprojekte werden wir Synchronsprecher öfter“, verrät Charles Rettinghaus bei der Vernissage. „Der Unterschied zu den anderen Anfragen war, dass Marco mir mit einer großen Leidenschaft verraten hat, was er vor hat. Und er wollte 30 hochkarätige Synchronsprecher haben – dass man dazu gehörte, war natürlich ein Ritterschlag!“, sagt Rettinghaus.

Schöler verriet dann auch, wer nicht dazu gehören wollte: „Die Stimme von George Clooney habe ich auch angefragt – da hieß es aber nur, er habe kein Interesse.“ Von solchen Rückschlägen lässt sich der Fotograf nicht beeindrucken. Sein nächstes Projekt, kündigte Schöler an, drehe sich um Los Angeles und deren Bewohner. „Schauspieler…“, erklärte er vielsagend, und schob dahinter: „Ich denke groß. Leicht wird das sicherlich nicht, aber ich habe schon immer Visionen.“

 

Die Ausstellung von Marco Justus Schöler ist bis zum kommenden Mittwoch, 13. Juli, in der Eingangshalle des Hauptbahnhofs zu sehen.

 

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