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Kulturverein „Pak Bann“: Drei Vereine machen gemeinsame Sache

Von Erstmals luden der deutsch-pakistanische Verein „Pak Bann“, die SG Concordia Eschersheim und die Awo gemeinsam zum Sommerfest. Dabei traf Fußball auf Tanz und Mode.
Širin Erkiliç tanzt wie eine Bollywood-Schauspielerin. Foto: Leonhard Hamerski Širin Erkiliç tanzt wie eine Bollywood-Schauspielerin.
Dornbusch/ Eschersheim. 

Sirin Erkiliç ist türkischer Abstammung, doch ihr Herz gehört dem indischen Tanz, besonders der modern-klassischen Tanzmusik in den Bollywood-Filmen. „Die Schauspielerin und Tänzerin Madhuri Dixit ist mein großes Vorbild“, erzählt die Tänzerin und gibt sich den anmutigen Bewegungen des Films „Aaja Nachle – Komm tanz mit mir“ hin. Danach singt die nepalesische Sängerin Jeena Maskey romantische Lieder über den Regen und die Liebe in Hindi und Nepalesisch.

„Die pakistanische Kultur ist der indischen Kultur ziemlich ähnlich. Allerdings mit dem Unterschied, dass die Pakistanis vorwiegend Muslime und die Inder Hindus sind“, erklärt Amir Mansoor, 1. Vorsitzender des Vereins „Pak Bann für Deutsch-Pakistanische Begegnungen“. Neuerdings bringe man sein Land häufig mit religiösem Extremismus und Terror in Verbindung. „Doch wir haben nicht nur eine schlechte, sondern auch eine gute Seite. Die wollen wir in die Welt tragen“, sagt Mansoor. Deshalb feierte sein Verein erstmals gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Dornbusch, Ginnheim, Eschersheim und dem Fußballverein Concordia Eschersheim ein gemeinsames Sommerfest.

Etwa 150 Besucher lockte das an, gefreut hätten sich die drei Vereine, wären es noch mehr gewesen. Deshalb wolle man im kommenden Jahr einen Termin außerhalb der Sommerferien, kündigte Mansoor an. Dass die drei Vereine weiterhin gemeinsame Sache machen, scheint dabei schon festzustehen. „Mit Pak Bann haben wir schon einmal ein Sommerfest gefeiert“, sagt Sylvia Lohr, Leiterin der Awo. „Wir lernten uns über die Awo kennen, mit der wir Fußballtraining für Flüchtlinge anbieten, und haben dann gerne unser Gelände bereitgestellt“, ergänzt Martin Gutmann, Vizepräsident der Concordia. „Man muss in diesen schweren Zeiten etwas für die Integration und die Menschlichkeit tun.“

Bunte Saris

Passend dazu sang die Band „Azzis mit Herz“ über die Höhen und Tiefen des Lebens. Für die Sportsfreunde spielte die Concordia gegen Vereine aus Massenheim und Oberursel aus der Kreisoberliga. Und die Pakistanis zeigten auf einem kleinen Kleiderbasar, wie Frau sich in ihrem Land kleidet: „Früher trugen wir nur ein Kamiz, eine Art längeres Hemd, heute ist bei uns auch der Sari üblich“, erklärte Naheed Ashraf, Vorstandsmitglied von „Pak Bann“.

Gegründet wurde der Verein für den deutsch-pakistanischen Brückenschlag im Jahr 2004 im Westend, neben Pakistanis gesellten sich schnell Mitglieder aus anderen Ländern hinzu. „Da passt es gut, wenn eine Türkin mit indischer Tanzmusik auftritt“, findet Mansoor. Derzeit hat der Verein mit 30 Mitgliedern seinen Sitz in Nied: „Sozusagen bei mir im Keller.“ Wobei der Verein einen etwa 30 Quadratmeter großen Raum für Proben und Treffen gut brauchen könnte.

Vielerorts präsent

Bislang ist der Verein vielerorts präsent: Man findet „Pak Bann“ auf der Parade der Kulturen und dem Nieder Weihnachtsmarkt ebenso wie bei den internationalen Suppenfesten in Höchst und im Gallus. Lesungen, Koch-und Sprachkurse gehören zum Programm, auch beim Bürgerfest zu 25 Jahren Deutsche Einheit zeigte „Pak Bann“ im vergangenen Jahr pakistanische Volkstänze und eine Modenschau.

Eine besondere Motivation ist für die Mitglieder der Integrationspreis der Stadt Frankfurt, der ihm 2009 verliehen wurde. In dessen Sinne ist als nächstes ein Theaterprojekt geplant: Unter dem Titel „Wir sagen Nein zum Rassismus“ werden Spielszenen über Erfahrungen mit Ausgrenzung und Integration berichten. „Wir suchen dafür noch Anregungen, Erlebnisse und auch einige Schauspieler“, lädt Mansoor zum Mitmachen ein. Das nächste Treffen findet am 6. September um 18.30 Uhr im „Café Mouseclick“ im Begegnungszentrum Höchst des Frankfurter Verbandes in der Bolongarostraße 137 statt.

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