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Zur Finanzierung fehlen noch 27 Millionen Euro: Geplanter Ausbau: Senckenberg-Museum braucht dringend Spenden

Von Das Senckenberg-Museum ist eine Institution, einmalig in Deutschland und für Kinder wohl das attraktivste Museum der Stadt. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) feiert am Freitag ihren 200. Geburtstag – und blickt voraus auf die Zukunft.
Einst der Schrecken aller, jetzt bunt beleuchtet: Der Tyrannosaurus Rex ist einer der Stars im Naturmuseum Senckenberg. Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) Einst der Schrecken aller, jetzt bunt beleuchtet: Der Tyrannosaurus Rex ist einer der Stars im Naturmuseum Senckenberg.
Frankfurt. 

Das „Smithsonian“ ist eine berühmte Bildungseinrichtung in den Vereinigten Staaten und betreibt viele naturwissenschaftliche Museen. Prof. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN), will die SGN als das „Smithsonian Europas“ sehen – und ist auf dem besten Weg. Was einst als Stiftung eines reichen Arztes begonnen und den Widrigkeiten der Zeiten widerstanden hat, wächst seit nun schon 200 Jahren. Beim Jubiläumsfestakt am kommenden Freitag wird Mosbrugger den Blick in die Zukunft richten.

Allerdings ist es noch ein weiter Weg dorthin. Momentan laufen die letzten Bauarbeiten an den beiden neobarocken Universitätsgebäuden, die die SGN vom Land erhalten hat, sowie am Jügelbau und der Alten Physik. Bis zum Frühjahr 2018 sollen die Forscher und ihre Sammlungen umgezogen sein. Mosbrugger denkt aber schon weiter: „2018 beginnen wir mit dem Ausbau des Museums.“

14 Millionen eingenommen

Der Ausbau hinter dem bestehenden Museumsgebäude an der Senckenberganlage soll 56 Millionen Euro kosten und aus Spenden finanziert werden. Bislang hat die SGN, die seit 2015 für das Projekt wirbt, rund 14 Millionen Euro eingenommen. Weitere sechs Millionen sind in Aussicht gestellt. Für das „Smithsonian“ fehlen also noch 36 Millionen Euro. Davon abzuziehen sind 8,5 Millionen Euro, die das Land zugesagt hat, wenn die SGN ein Planetarium als Teil des Museums baut. Es fehlen also noch 27,5 Millionen Euro.

„Wir sind optimistisch“, sagt SGN-Sprecher Sören Dürr. Auch Mosbrugger lässt sich nicht entmutigen. „Wir bauen modular“, sagte er gestern. „2018 fangen wir mit kleineren Arbeiten an, 2019 oder 2020 arbeiten wir weiter.“ Er ist sicher, dass es mit dem Baufortschritt auch leichter sein wird, Mäzene zu finden. Im Endstadium soll das vergrößerte Museum 10 000 Quadratmeter messen. Das jetzige Senckenberg hat 6000 Quadratmeter.

Naturforschung im Namen Senckenbergs

Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) wird 200 Jahre alt. Der Namensgeber Johann Christian Senckenberg war schon 1772 gestorben.

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Die modulare Bauweise hat zwei Vorteile: Die Senckenberger können den Anbau stückweise in Angriff nehmen, je nachdem wie die Finanzen ausreichen. Und: „Wir können immer wenigstens einen Teil des alten Museums offen halten“, sagt Mosbrugger. Wann das neue Museum fertig sein wird, kann der Generaldirektor jedoch nicht sagen. „Da spielt vieles mit hinein, etwa wann die Universität den Campus ganz verlässt? Wann können die Abrissarbeite beginnen?“ Viel muss noch geschehen, bis die Zukunft des Senckenberg Gegenwart wird.

Gebaut wird an der Zukunft schon lange. Im Jahr 2010 übernahm die SGN das ehemalige Hauptgebäude der Goethe-Universität und das Jügelhaus, und erhielt vom Land auch die Gebäude der Alten Physik. Seit 2014 – die Goethe-Universität feierte das 100-Jährige Bestehen – wurden die alten Gemäuer vom Anfang des 20. Jahrhunderts entkernt und innen völlig neu gestaltet. Die Kostenschätzung von 116 Millionen Euro wurde geringfügig überschritten. Der Bund zahlt 70 Millionen Euro, das Land 46 Millionen Euro.

Festakt mit Ministern und einer eigenen Hymne

Der Festakt zum 200-jährigen Bestehen der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) ist gewürzt mit einem Science Slam, einem Bühnenprogramm mit rund 100 Personen, darunter Tänzer der Dresden

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Die Bauarbeiten sind weitgehend abgeschlossen, sagte Mosbrugger gestern. Die Alte Physik ist bereits umgebaut, kann bezogen werden, im Jügelhaus laufen die letzten Bauarbeiten. „Der Umzug erfolgt bis März 2018“, so Mosbrugger. So war es geplant, und der Zeitplan ist eingehalten.

35 000 Quadratmeter

Die Forscher und die wissenschaftlichen Sammlungen werden in den denkmalgeschützten ehemaligen Universitäts-Gebäuden Platz für immerhin 22 Millionen Stücke aus der Sammlung finden. Die SNG vergrößert sich damit von 15 000 auf 25 000 Quadratmeter – Forschung wohlgemerkt, nicht Museum. Zählt man dessen 10 000 Quadratmeter nach dem Ausbau hinzu, sind die Senckenberger mit 35 000 Quadratmetern „Smithsonian“ etwas näher gekommen.

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