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Abstrakte Impressionen: Kunstvolle Hommage an Frankfurt

Von Das Frankfurt von Heinz Zimmermann: „Es entsteht im Kopp unn wird dann doch ganz anners“, beschreibt das Original seine künstlerische Herangehensweise.
Abstrakte Impressionen sind die große Leidenschaft von Heinz Zimmermann. Abstrakte Impressionen sind die große Leidenschaft von Heinz Zimmermann.
Dornbusch. 

Heinz Zimmermann, Frankfurter Original, residiert mit seiner Familie in der Bertramstraße. Nach dem Krieg hatte er von seinem Onkel einen Postkartenverlag übernommen, der in den kommenden Jahrzehnten einen rasanten Aufstieg erlebte.

Doch die Malerei ist Heinz Zimmermanns große Passion geworden. Im nicht weit entfernten Bundenweg hat der Verlag Michel & Co sein Lager. Im Schaufenster strahlen großformatige Ölgemälde. Alle vom Künstler Heinz Zimmermann mit „HZ“ signiert. Knallbunte, expressiv gemalte Frankfurt-Motive sind das Markenzeichen des Künstlers Heinz Zimmermann, der 1937 im Holzhausenviertel geboren wurde. Seine große Leidenschaft ist im Abstrakten beheimatet. „Es entsteht im Kopp unn wird dann doch ganz anners“ sagt Zimmermann zu seinen eigenwilligen Kreationen, die von einem Stil-Mix geprägt sind. Material-Collagen sind mit dem Pinsel in mehreren Schichten dick aufgetragen. Um seinen „Struwwelpeter“ beispielsweise tanzen Teelöffel. Den meisten Betrachtern gefällt das.

Atelier in Oberursel

Der Geschäftsmann Heinz Zimmermann hat täglich seine gewohnten Gänge. Morgens ist er in der Firma, die er an seinen 39jährigen Sohn Michel übergeben hat. Dann besucht er alte treue Kunden und fährt zu seinem Atelier in Oberursel, welches in dem großen Außenlager der Firma beheimatet ist. Hier im Taunus finde er die nötige Ruhe für seine Mal-Kreativität. Seine Heimatstadt liebe er. „Frankfurt wird immer schöner“ sagt er. Die Stadt erfreue sich eines großen Touristenbooms. Das gefällt ihm: „Wir sind schließlich auch der Mittelpunkt“, meint er schelmisch. Hier finde der Mensch zudem neben der Weltoffenheit auch Gemütlichkeit, die viele Gehetzte schätzen. „In Frankfurt gibt es viel zu sehen und auch viel zu machen“, befindet der Frankfurter Bub, der früher gerne in Sachsenhäuser Ebbelwei-Lokalen zugegen war. Heute indes sagt er: „Sachsenhausen ist mir fremd geworden“. Am Römerberg jedoch schlage sein Puls schneller. Hier berührten ihn Erinnerungen aus seiner Kindheit. Der Vater sei damals Stadtverordneter gewesen und so sei die Familie oft über die Braubachstraße flaniert. In die „Eul“ einer Ebbelwei-Wirtschaft gegenüber der Schirn sei man gerne eingekehrt, und er erinnere sich heute noch gerne an den Automaten mit den tanzenden Puppen, die sich für einen Groschen in Bewegung setzten.

Rosenthal-Sammlertasse

Ausstellungen mit Zimmermanns Werken fanden in Galerien und im Rosenthal-Studio und auch bei Kunstsammlern großes Interesse. 1975 wurde er Mitglied des Rosenthal-Künstlerclubs. Hier fertigte er auch Entwürfe für Rosenthal-Porzellan. Ein Zimmermann-Motiv schmückt eine Rosenthal-City-Sammlertasse. Eines seiner Frankfurt-Motive hängt gar in der Deutschen Botschaft in Brüssel. Weitere Bilder landeten beispielsweise bei Kunstsammlern in New York und in San Francisco. Heinz Zimmermann, der schon die ganze Welt bereiste, fühlt sich am wohlsten in seiner geliebten Heimatstadt am Main. Die ist auch immer wieder Gegenstand seiner großformatigen expressionistischen Gemälde. Bis zu 5000 Euro muss man für eines seiner Öl-Exponate hinblättern. Kunstdrucke in DIN A 4 sind jedoch schon für sechs Euro erhältlich. Die Postkarten mit seinen Motiven gibt es für weitaus weniger Geld zu erwerben. Bis heute hat der Verlag ein breitgefächertes Postkarten-Sortiment im Programm. Darunter auch die königliche Familie von England. Ganz Deutschland, aber auch Österreich, die Schweiz, Frankreich und die USA wurden und werden auch heute noch von Heinz Zimmermanns Postkarten-Imperium beliefert. Sohn Michel hat das Sortiment durch Touristen-Souvenirs erweitert, die er in ganz Deutschland vertreibt. Heinz Zimmermann ist stets auf Achse. Er fährt heute gerne mit seinem Mini durch Frankfurt und in den Taunus. Mit Schwimmen halte er sich fit.

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