Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige LS Lederservice Sie suchen einen Spezialisten aus Rhein-Main? Limburg an der Lahn 24°C

Gesellschaftliches Leben in Frankfurt: Reden, Rotwein und Rindswurst: So wird der Neujahrsempfang der Stadt

Von Erst mit dem städtischen Neujahrsempfang im Römer erwacht das politische und gesellschaftliche Leben nach der Weihnachtspause von Neuem. Erwartet werden über 1000 geladene Gäste.
Gleiche Prozedur wie jedes Jahr: Frankfurter Neujahrsempfang in der Römerhalle, hier im Jahre 2015. Foto: Rainer Rüffer (Rueffer) Gleiche Prozedur wie jedes Jahr: Frankfurter Neujahrsempfang in der Römerhalle, hier im Jahre 2015.
Frankfurt. 

Heimische Spezialitäten, hoffentlich originelle Reden und gute Gespräche machen den Neujahrsempfang der Stadt zu einem gesellschaftlichen Ereignis. Auch wenn diesmal alles in Frankfurter Hand bleibt. Während 2016 Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) die Ansprache hielt, spricht dieses Jahr Bascha Mika zu den mehr als 1000 Gästen. Die Chefredakteurin der Frankfurter Rundschau hat bereits beim Magistratspressefest im September vergangenen Jahres nachgewiesen, dass sie erstens eine gute Geschichtenerzählerin ist und zweitens schon längst in Frankfurt angekommen ist. Seit April 2014 bekleidet sie den Chefposten bei der Rundschau, zuvor war sie in gleicher Funktion bei der „taz“ in Berlin tätig. Das ’Thema ihrer Ansprache lautet: „Populismus contra Gemeinsinn. Was hält Stadt und Gesellschaft zusammen?“

Auf jeden Fall Essen und Trinken! Auch dafür ist beim Neujahrsempfang bestens gesorgt. An drei Verpflegungsstationen wird (roter und weißer) Wein des städtischen Weinguts, Frankfurter Biere und Ebbelwei ausgeschenkt. Das stärkt die Seele, während der Leib mit einem Frankfurter Buffett genährt wird. Serviert wird Handkäs mit Musik, Grüne Soße mit Rindfleisch oder gekochten Eiern, Rindswurst und Frankfurter Würstchen mit Kartoffelsalat. Rote Grütze versüßt den Nachtisch.

Keine trockenen Brezen

Vorbei die Zeiten, in denen Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) in Frankfurt aus Spargründen nur trockene Brezen servieren ließ. Das war zuletzt 2014 der Fall. Seitdem kann der Kämmerer fast jährlich neue Gewerbesteuerrekorde vermelden. Der jüngste für 2016 belief sich auf stolze 1,816 Milliarden Euro. Da wären den Gästen die Brezen sauer aufgestoßen, wenn die Stadt nicht einmal ein Würstchen für sie übrig gehabt hätte. Zumal der offizielle Empfang um 18 Uhr beginnt, mithin zur besten Abendessenszeit. Insofern können oftmals auch noch so geschliffene Worte das Knurren mancher Mägen nur mühsam übertönen.

Selbstverständlich wird auch der Oberbürgermeister Feldmann zum Jahresanfang Aufbruchstimmung verbreiten wollen. Ob er etwas Neues zu sagen weiß, wird sich morgen zeigen.

Bouffier kommt nicht

Für das konsularische Korps spricht Aleksandra Ðorðevic, die serbische Generalkonsulin in Frankfurt. Diese Ehre widerfährt dem rangältesten Mitglied des diplomatischen Corps bereits zum wiederholten Male.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), der stets eingeladen wird, hat dieses Mal sein Kommen nicht zugesagt. Das Verhältnis zwischen Stadt und Landesregierung ist derzeit nicht das Beste. Schließlich klagt Frankfurt gegen die seit einem Jahr geltende Neuregelung des Kommunalen Finanzausgleichs, der Frankfurt jährlich eine dreistellige Millionensumme kostet. Das Verfahren liegt zur Entscheidung beim Hessischen Staatsgerichtshof.

Insgesamt hat das städtische Protokoll 1300 Anmeldungen erhalten. Nicht alle werden kommen. Nicht entgehen lassen werden sich die Stadtverordneten sowie Landtags- und Bundestagsabgeordnete nebst den Kandidaten das Ereignis. Im September ist schließlich Bundestagswahl.

Videoleinwände

Im Kaisersaal sind nur 330 Personen zugelassen; der Rest der Gäste verteilt sich auf das Foyer (200), die Wandelhalle (100), das neugotische Treppenhaus (100), auf das obere Geschoss und die Römerhalle. Damit dennoch alle die Reden verfolgen können, werden diese per Videoleinwand in die anderen Veranstaltungsorte übertragen. Das Interesse daran ist außerhalb des Kaisersaals, wo sich die pflichtbewussten Honoratioren aufhalten, denkbar gering. Wer nicht zum Kaisersaal-Publikum gehört, wartet mit Ungeduld auf die Eröffnung des Büfetts und vertreibt sich die Zeit mit Gesprächen, so dass die Geräuschkulisse oft auch bis in den Kaisersaal vordringt.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse