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RMV will Angebot im Dezember ausweiten: S-Bahn fährt die ganze Nacht

Von Die S-Bahnen in der Region werden von Dezember an zumindest am Wochenende die ganze Nacht hindurch im Stundentakt fahren. Das hat der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) angekündigt. Außerdem prüft die Stadt, ob auch bei den U- und Straßenbahnen ein Nachtbetrieb eingeführt werden soll.
Foto: Arne Dedert (dpa)
Frankfurt. 

Für Nachtschwärmer ist Frankfurt attraktiv. Das gilt aber nur für die Clubs, nicht für den öffentlichen Nahverkehr. Es gibt zwar Nachtbusse, die vor allem am Wochenende gut frequentiert, aber wegen langer Fahrzeiten oft keine Alternative zum eigenen Auto sind. Schneller wären S-, U- und Straßenbahnen – doch die machen zwischen 1 Uhr und 4 Uhr zwei bis drei Stunden Pause. Nur bei der S-Bahn gibt es – vor allem wegen der Arbeitnehmer am Flughafen – nachts Fahrten auf der Linie S 8, die aber nicht durch den City-Tunnel führen.

Ein S-Bahn-Zug im Tiefbahnhof von Frankfurt am Main (Hessen). Archivfoto: dpa
S-Bahnen sollen zukünftig auch nachts fahren Kommentar: Einer Metropole angemessen

Die S-Bahnen in der Region werden von Dezember an zumindest am Wochenende die ganze Nacht hindurch im Stundentakt fahren. Das hat der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) angekündigt. Ein Kommentar von FNP-Redakteur Günter Murr.

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Das soll sich ändern. Der RMV hat am Dienstag angekündigt, die S-Bahnen zumindest in den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag durchfahren zu lassen. Start soll zum Fahrplanwechsel im kommenden Dezember sein.

Da dann aber wegen der Installation des elektronischen Stellwerks der S-Bahn-Tunnel nachts noch zwischen 1.30 Uhr und 4.30 Uhr gesperrt sein wird, enden die Züge zunächst am Hauptbahnhof. Welche Linien einbezogen werden, steht bisher noch nicht fest. Neben S-Bahnen sollen auch einige Regionalzüge dabei sein.

Nach dem Ende der Tunnelarbeiten im August 2018 wird es dann am Wochenende einen durchgehenden Betrieb im gesamten S-Bahn-Netz geben. Zur Finanzierung machte der RMV am Dienstag keine Angaben. Der Verbund rechnet aber mit einer hohen Fahrgastnachfrage. „Mit dem sich nun abzeichnenden Ende der Bauarbeiten können wir das langgehegte Wunschprojekt eines durchgehenden Angebotes der S-Bahn endlich angehen“, sagte RMV-Geschäftsführer Knut Ringat. Dadurch werde die Attraktivität des Rhein-Main-Gebietes gestärkt. Er kündigte zudem eine Ergänzung durch „weitere lokale und regionale Verkehre“ ab Dezember 2018 an.

Busse stark frequentiert

Das könnte dann auch U- und Straßenbahn in Frankfurt betreffen. Denn bei der städtischen Nahverkehrsgesellschaft macht man sich seit geraumer Gedanken, wie man auf die wachsende Nachfrage in den Nachtstunden reagieren soll. Seit fast zehn Jahren verkehren die Nachtlinien täglich, vor allem am Wochenende sind sie stark frequentiert. Trotz dichterem Takt und dem Einsatz von Gelenkbussen reichen die Kapazitäten oft nicht. „Das Nachtbusnetz muss dringend überarbeitet werden“, sagt Traffiq-Sprecher Klaus Linek. Dabei wird auch über Alternativen zum Bus nachgedacht. Es werde geprüft, ob und unter welchen Voraussetzungen auf einigen Linien von U- und Straßenbahn ein Nachtbetrieb möglich ist, heißt es in einer Stellungnahme des Magistrats an den Ortsbeirat 11. „Aber das ist ergebnisoffen“, betont Linek.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) begrüßt die Überlegungen. „In vielen Ballungsräumen ist der Schienenverkehr bei Nacht schon seit Jahren eine Selbstverständlichkeit“, sagte Mathias Biemann, Sprecher der VCD-Regionalgruppe Rhein-Main. Der Club hatte schon vor mehr als zehn Jahren ein Konzept für einen Nachtverkehr auf den Schienenstrecken in der Region veröffentlicht. Nach Ansicht Biemanns lohnt sich das Angebot für den RMV: „Wer rund um die Uhr ohne Privatauto mobil sein kann, bleibt eher treuer Zeitkartenkunde und sichert damit langfristig Einnahmen für den RMV.“

Andere Städte sind weiter

Nachtverkehr auf der Schiene gibt es in Deutschland unter anderem in Berlin, Hamburg und Köln, wobei U-Bahnen und zum Teil auch S-Bahnen nur in den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag verkehren. An den anderen Tagen sind Nachtschwärmer auf Busse angewiesen. Dieses System hat für die Verkehrsunternehmen den Vorteil, dass es auf die Nachfrage abgestellt ist. Denn Züge mit großen Kapazitäten lassen sich meist nur am Wochenende füllen, an anderen Tagen reichen Busse. Für die Fahrgäste ergibt sich allerdings der Nachteil, dass sie sich je nach Wochentag auf unterschiedliche Liniennetze einstellen müssen. Auch dieser Aspekt dürfte bei den laufenden Untersuchungen eine Rolle spielen.

Außerdem geht es um die Abstimmung zwischen lokalem und regionalem Angebot. Bis Ende 2018 ist das schwierig: Denn die Frankfurter Nachtbusse fahren derzeit sternförmig von der Konstablerwache ab. Doch die S-Bahnen können nachts diese zentrale Station nicht ansteuern, solange der S-Bahn-Tunnel noch gesperrt ist.

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