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Ausstellung: Schmuddelbezirk mit Charme: Schlagzeilen beschreiben Wandel im Bahnhofsviertel

Von Berühmt, berüchtigt, gehasst oder geliebt, lebendig oder tot? Unter dieser Fragestellung der früheren Weißfrauengemeinde zeigt das Stadtteilbüro Bahnhofsviertel eine Ausstellung mit Schlagzeilen aus der Presse über die vergangenen 40 Jahre.
In allen Frankfurter Zeitungen gerät das Quartier rund um den Hauptbahnhof immer wieder in die Schlagzeilen. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA In allen Frankfurter Zeitungen gerät das Quartier rund um den Hauptbahnhof immer wieder in die Schlagzeilen.
Bahnhofsviertel. 

„Ein Riese am Bahnhof“– klar, dass mit dieser Schlagzeile aus der Frankfurter Rundschau von 1980 nur der Silberturm der Dresdner Bank gemeint sein konnte. Doch in der damals noch eigenständigen Gemeinde der Weißfrauenkirche (inzwischen Hoffnungsgemeinde) regte sich Widerstand gegen das Vordringen der Finanzwelt. In Stadtteilspaziergängen machten die Bürger ihrem Ärger über die Verdrängung von Bewohnern durch Büroimmobilien Luft. Später kam der Druck aus dem Rotlichtmilieu: „Moselstraße: Wohnhäuser werden zu Bordellen“, titelte die Frankfurter Neue Presse im Jahr 1992.

Bilderstrecke Der Hauptbahnhof Frankfurt im Wandel - von den Anfängen bis heute
Der Frankfurter Hauptbahnhof steht kurz vor einem großem Umbau, der 2016 losgehen soll. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1888 wurde der Verkehrsknoten schon häufig verändert und außen und innen saniert. Wir zeigen in unserer Bilderstrecke den Wandel der vergangenen Jahrzehnte bis heute. Hier eine Aufnahme des Vorplatzes und Haupteingangs um 1900.Der Hauptbahnhof nach der Eröffnung im Jahr 1888.Montage der Hallenbinder mit Hilfe eines auf zwanzig Rädern fahrbaren Gerüsts, 1885.

„Zur Bahnhofsviertelnacht wollten wir die Stimmungen und Wahrnehmungen der vergangenen 40 Jahre aus der Sicht der Printmedien wiedergeben“, sagt Julia Wahl, Kuratorin der Ausstellung „Das Bahnhofsviertel in Schlagzeilen“ und zuständige Mitarbeiterin der Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung (BSMF). Auf vier Fahnen mit Schlagzeilen Frankfurter Tageszeitungen und Zeitschriften und vier Säulen mit passenden Fotos lässt sie zusammen mit ihrem Mitarbeiter Maximilian Schwarz die Zeit seit 1979 Revue passieren. Zwei „Wunschbäume“ mit Forderungen nach kultureller Vielfalt schlagen die Brücke zur Gegenwart und Zukunft.

Vier Zeitabschnitte

Die Ausstellung der Schlagzeilen und Fotos gliedert sich in vier Zeitabschnitte, denen jeweils verschiedene Leitthemen zugeordnet sind: „Gibt die Stadt das Viertel schon auf“, ist die erste Phase von 1979 bis 2003 überschrieben. „Ein Ärgernis, wenn Häuser leer herumstehen“ steht für den Zeitabschnitt von 2004 bis 2010. „Das wiederentdeckte Bahnhofsviertel“ und „Explodierende Mieten im verruchten Viertel“ stehen für die Wahrnehmungen und Probleme der Perioden von 2011 bis 2014 und in den Jahren 2015 bis 2017.

„Nach dem Widerstand der Initiativen und der Konzentration des Rotlichtmilieus auf die heutigen Toleranzzone wurde das Bahnhofsviertel zum Schmuddelbezirk mit Charme, der für Künstler und Investoren attraktiv wurde“, stellt Julia Wahl fest. Doch die Probleme blieben: „Schießerei im Bahnhofsviertel“(Bild-Zeitung) und „Man kann die Süchtigen nicht wegzaubern“ (FAZ) lauten typische Schlagzeilen von 2010. Und jede Stadtregierung erklärte das Bahnhofsviertel „zur Chefsache“, getreu dem Motto: „Wir haben verstanden, wir greifen jetzt durch“ titelte die Bild-Zeitung im Jahr 2009.

Wandel

Doch durch den Markt und das Fest in der Kaiserstraße sowie die lange Bahnhofsviertelnacht entwickelte sich das Bahnhofsgebiet zur Szene-Zone. „Hart aber hip“, „Riesenparty im Rotlicht“, „Tagsüber Tafel, abends Disko“ lauten bestimmende Zeilen der Frankfurter Rundschau, der Bild- Zeitung und der FNP der Jahre 2011 bis 2014. Und endlich: „89 Wohnungen werden im Bahnhofsviertel gebaut“ (FNP 2015). Auch wenn es heute weniger um den geförderten, sondern auch hier meist um den profitablen Wohnungsbau gehe, wie Wahl feststellt.

„Auch wenn gewisse Probleme wie der Drogenhandel immer wieder auftauchen und auch noch gegenwärtig regelmäßig die Schlagzeilen bestimmen, so hat das Bahnhofsviertel doch einen wesentlichen Imagewandel erfahren, der sich im Anstieg der Bewohnerzahlen auf knapp 4000 ausdrückt“, findet Wahl. Einen Wandel, den auch das vor zehn Jahren eröffnete Stadtteilbüro ein Stück weit begleiten und prägen konnte.

Öffnungszeiten und Dauer

Die Ausstellung „Das Bahnhofsviertel in Schlagzeilen“ ist bis 30. November montags und freitags von 12 bis 14 Uhr sowie mittwochs von 16 bis 19 Uhr im Stadtteilbüro in der Gutleutstraße 16 a zu sehen.

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Quiz Wie gut kennst du das Frankfurter Bahnhofsviertel?

Vorm Yok-Yok rumhängen und Gin Tonics während der Bahnhofsviertelnacht süffeln, kann jeder. Aber wer kennt sich mit der spannenden Geschichte des Stadtteils aus? Mach das Quiz!

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