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Nachgefragt: Wie beantrage ich BaföG?

Von Studieren, das wollen viele. Doch wie klappt das mit der Finanzierung? Der Bund hilft, wenn es eng wird mit dem Geld. Aber wie und wo beantrage ich die Unterstützung?
BaföG beantragen, aber wie? Bilder > BaföG beantragen, aber wie?
Frankfurt. 

Tun wir mal so als gäbe es den Studierenden Lukas, er ist 24 Jahre alt, kommt aus dem Frankfurter Umland, sein Vater arbeitet als Angestellter in einem mittelständischen Unternehmen, seine Mutter halbtags. Was sollte Lukas tun, wenn für sein Leben in der Frankfurter WG nicht genug Geld da ist?

„Er sollte direkt nach dem Einschreiben an der Uni seinen BaföG-Antrag ausfüllen. Es wird dringend empfohlen das Online zu machen“, erklärt Sabine Dahlke, Amtsleiterin des Amts für Ausbildungsförderung beim Studentenwerk Frankfurt. Lukas kann die Formblätter allerdings auch auf der Seite des Studentenwerks Frankfurt herunterladen und sie dann an das Studentenwerk schicken:

Studentenwerk Frankfurt am Main
Amt für Ausbildungsförderung
Postfach 90 04 60
60444 Frankfurt am Main

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Sobald die Unterlagen eingegangen sind, werden Sie auf Vollständigkeit geprüft. „Falls etwas fehlt, geben wir dem Antragsteller Bescheid.“ Wenn alles vollständig ist, wird zuerst geprüft, ob der Antrag dem Grunde nach berechtigt ist: „Das heißt, dass Studenten, die über 30 Jahre alt sind, im Bachelor-Studiengang schon mal die Fachrichtung gewechselt haben oder bereits ein Studium abgeschlossen haben, kein Recht auf BaföG haben.“

Gibt es dem Grunde nach keinen Widerspruch, wird geprüft ob der Antrag der Höhe nach bewilligt werden kann. „Das ist dann davon abhängig, wie viel Vermögen und Einkommen der Studierende selbst hat und wie hoch das Einkommen der Eltern ist. Auch das Einkommen des Ehepartners oder eingetragenen Partners wird berücksichtigt“, so Dahlke. Wie viel Vermögen dürfte Lukas denn haben? „7500 Euro Vermögen bei Antragsstellung.“ Es wird also nicht überprüft wie viel Vermögen man einen Monat vorher besessen hat. Übrigens: Ein Auto zählt in vollem Wert mit zum Vermögen.

Und wie viel darf er verdienen? „Entscheidend ist was man in voraussichtlich 12 Monaten verdient. Man dürfte monatlich circa 450 Euro verdienen, also einen Mini-Job haben. Das bleibt anrechnungsfrei und kürzt den Förderbetrag nicht.“

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Und was ist mit dem Einkommen der Eltern? Gibt es eine Grenze? „Nein, man kann nicht verbindlich sagen, ab dem und dem Einkommen steht einem Förderung zu oder steht einem keine Förderung mehr zu. Es kommt entscheidend auf die Einkommensart an.“ Das heißt konkret, dass sich der Förderbedarf nur individuell festsetzen lässt. „Es macht einen Unterschied, ob die Eltern angestellt, selbstständig, Beamte sind, ob sie verheiratet, geschieden oder getrennt lebend sind.“ Auch ist es relevant, ob der Antragssteller Kinder hat. Und so weiter und so fort. „Es gibt keine festen Grenzen, das man sagen würde: Also pass auf ab 50 000 Euro Einkommen kriegste nichts mehr." Für eine erste Einschätzung empfiehlt Dahlke den sogenannten BaföG-Rechner. "Man sollte aber auf jeden Fall einen Antrag stellen, um sicher zu gehen."

Bild-Zoom Foto: Marcus Brandt (dpa)

Für die Berechnung des Fördergeldes wird das Gehalt der Eltern von zwei Jahren vor Antragstellung genommen. „Bei Antragstellung im Jahr 2018, wäre das also das Jahr 2016.“ Falls einige jetzt Panik bekommen, weil sich die Einkommensverhältnisse der Eltern im letzten Jahr deutlich geändert haben, keine Sorge: „Man hat die Möglichkeit, wenn die Eltern aktuell weniger verdienen, weil sie in Rente gegangen, die Arbeit verloren oder krank geworden sind, die aktuellen Einkommensverhältnisse anzugeben.“ Hierzu muss in Formular 7 des BaföG-Antrags ein Aktualisierungsantrag gestellt werden.

Für die Höhe der Förderung ist neben dem Gehalt der Eltern auch relevant, ob der Studierende nicht mehr zu Hause oder bei den Eltern wohnt. „Wenn er nicht mehr bei den Eltern wohnt, spielt es keine Rolle, ob er in einer WG wohnt oder in einem Penthouse. Das ist für die Bedarfsfestsetzung egal.“ Der Maximalbetrag liegt bei Studenten, die nicht mehr zu Hause wohnen inklusive Kranken- und Pflegeversicherungszuschuss bei 735 Euro. „Doch meistens sind die jungen Menschen von heute während dem Studium noch familienversichert. Das ist wäre dann ein Maximalbetrag von 649 Euro“, so Dahlke.

Bild-Zoom Foto: Florian Schuh/dpa-tmn

Und ab wann bekommt Lukas dann sein BaföG? "Einen Antrag auf Ausbildungsförderung kann man jederzeit stellen. Allerdings wird die Förderung erst ab dem Monat des Antragseingangs auf Ausbildungsförderung gewährt werden, frühestens jedoch ab Beginn des Studiums." Und was ist, wenn er erst zu Beginn des Sommersemesters seinen Antrag einreicht? "Auch wenn der Antrag erst am 30. April gestellt wird, gibt es bei Bewilligung natürlich noch rückwirkend für den ganzen April Geld."

Und wie ist das mit der Rückzahlung? Fünf Jahre nach der Regelstudienzeit beginnt die Rückzahlung. Die Regelstudienzeit ist auch die Förderungshöchstdauer, bei einem Bachelorstudiengang sind das sechs Semester, also 3 Jahre. Die Höhe der monatlichen Raten wird individuell nach Einkommen des Rückzahlenden festgelegt. Abhängig von der aktuellen Einkommenssituation. "Also im Klartext: Wenn man nichts hat, dann muss man auch erst einmal nichts zurückzahlen."

Tipp: Wenn Ihr Hilfe beim Ausfüllen der Anträge benötigt, dann hilft die Beratungsstelle des Studentenwerks weiter. "Die Unterlagen zusammenstellen muss dann allerdings jeder Studierende selber", sagt Sabine Dahlke.

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