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"Oberursel im Dialog": Leben in die Altstadt bringen

Von Nach der Projektwoche „Oberursel im Dialog“ wurde gestern offiziell Bilanz gezogen. Dazu waren die Initiatoren des Landeswettbewerbs „Ab in die Mitte“ gekommen, mit dem das Projekt finanziert worden war. Auch für die Zukunft hofft Oberursel auf Geld aus Wiesbaden.
Hans Galbicska hat einen Bembel zu verkaufen und versammelt interessierte Kundschaft um sich herum. Eine Szene des Flohmarkts in den Altstadthöfen, der eine Neuauflage erleben soll. Foto: Jochen Reichwein Hans Galbicska hat einen Bembel zu verkaufen und versammelt interessierte Kundschaft um sich herum. Eine Szene des Flohmarkts in den Altstadthöfen, der eine Neuauflage erleben soll.
Oberursel. 

Wenn Jockel Döringer auf seiner Terrasse in der Oberurseler Altstadt sitzt, dann hat er alles im Blick: „Japaner, Chinesen, Inder, haste nicht gesehen“, sagte der Ur-Oberurseler. Er beobachtet interessierte Touristen, aber auch moderne Schnitzeljäger, sprich Geocacher. Und wenn die etwas von ihm wissen wollen, dann entdeckt auch der Mann, dessen Wurzeln in der Brunnenstadt liegen, immer noch etwas Neues.

Kurzum: Oberursel im Allgemeinen und die Altstadt im Besonderen hat etwas zu bieten. Manche, wie die Touristen, wissen das schon und kommen, andere sollen noch aufmerksam gemacht werden. „In der Altstadt kann man baulich nicht viel erreichen, aber wir wollen sie beleben“, sagte Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) gestern Vormittag im Rathaus. Dort war eine Gruppe des Landeswettbewerbs „Ab in die Mitte“ zu Gast, um zu erfahren, wie die Projektwoche „Oberursel im Dialog“ gelaufen ist. Aus dem Programm „Ab in die Mitte“ hatte Oberursel 13 600 Euro zur Finanzierung seiner Projektwoche vom 1. bis 10. September bekommen.

Bei den Aktionen stand die Innenstadt-Entwicklung im Blickpunkt. Die Erkenntnisse fließen in das Integrierte Handlungskonzept ein, mit welchem sich die Stadt für das Förderprogramm „Aktive Kernbereiche“ bewerben will, aus dem bis zu zehn Millionen Euro von Bund, Land und Kommune investiert werden könnten.

Das Persönliche zählt

So soll sich nicht nur die Geschäftswelt samt Rathausareal entwickeln, sondern auch die Altstadt, in der die Menschen schon im Dialog sind, wie Döringer bestätigte.

Für die Entwicklung gilt: Den Anwohnern soll nicht zu viel zugemutet werden, wie Bürgermeister Brum immer wieder betont. Sie tolerieren bereits einige Feste vor ihrer Tür. Gleichwohl gibt es Ideen: Der Künstlermarkt der Projektwoche könnte im Wochenmarkt aufgehen, und der Flohmarkt in den Höfen der Altstadtbewohner soll eine Neuauflage erleben. Der war, so hieß es übereinstimmend, bei Beteiligten und Besuchern gut angekommen. Mehr als der Umsatz zählte die persönliche Begegnung, der Blick in den Hof des Nachbarn.

Dass Orte der Begegnung und öffentliche Plätze wichtig sind, hat auch Klara Fabisch festgestellt. Sie absolviert ein duales Studium, arbeitet in der städtischen Wirtschaftsförderung mit und hat 170 Feedbackzettel zur Projektwoche ausgewertet. Was also wünschen sich die Oberurseler für ihre Stadt der Zukunft? „Grünflächen, Wasser, weniger Autos, mehr Fahrräder“, zählte sie auf. Ebenso erwünscht: Öffentliche Sportanlagen, nicht nur für Vereine. Gleichlautende Rückmeldungen hatten andere Projektbeteiligte bekommen.

750 Lego-Bauwerke

Andere Teilnehmer haben sich gewünscht, die Lego-Baustelle aus dem Rathaus würde dauerhaft angeboten. Mehr als 750 Bauwerke sind dort aus insgesamt 250 000 Steinen entstanden. Ein Wunsch: eine Trampolinhalle. „Die soll aber nur gebaut werden, wenn keine Bäume dafür gefällt werden müssten“, gab Katja Prase vom Projektpartner Volkshochschule ein Kinder-Anliegen wieder.

Die Lego-Baustelle mit mehr als 2000 Besuchern war für die Organisatoren ein Vehikel, um Familien und junge Erwachsene zu erreichen, wie Arnold Richter, Leiter der Stadtentwicklung im Rathaus, zugab. Tatsächlich sind sogar noch jüngere Menschen erreicht worden, auch dank spezieller Touren für junge Leute und des Spiels Oberurselcraft in Anlehnung an Minecraft.

„Beeindruckend, was hier passiert ist“, sagte Karin Jasch, im hessischen Umweltministerium für „Ab in die Mitte“ zuständig. Oberursel habe den richtigen Weg eingeschlagen. Ihr Fazit: „Die Oberurseler wollen Verantwortung für ihre Innenstadt übernehmen.“

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