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Bundestagswahl: Markus Koob löst Berlin-Ticket

Von Markus Koob bleibt der direkte Abgeordnete des Wahlkreises 176, zu dem der Hochtaunus (außer Königstein, Kronberg und Steinbach) sowie Teile des Landkreises Limburg-Weilburg gehören. FDP-Landeschef Dr. Stefan Ruppert ist für den Hochtaunus ebenfalls sicher in Berlin. AfD-Mann Andreas Lichert könnte folgen.
So richtig freuen konnte sich Markus Koob nicht, als er gestern Abend im Landratsamt die ersten Ergebnisse der Bundestagswahl auf der Leinwand  sah. Immerhin hat es der CDU-Mann aber geschafft, sein Direktmandat im Hochtaunus-Wahlkreis 176 zu verteidigen. So richtig freuen konnte sich Markus Koob nicht, als er gestern Abend im Landratsamt die ersten Ergebnisse der Bundestagswahl auf der Leinwand sah. Immerhin hat es der CDU-Mann aber geschafft, sein Direktmandat im Hochtaunus-Wahlkreis 176 zu verteidigen.
Hochtaunus. 

Christdemokrat Markus Koob hat das Direktmandat im Hochtaunus-Wahlkreis 176 verteidigt. Der 39 Jahre alte Oberurseler schnitt aber schlechter ab als vor vier Jahren. Seinerzeit hatte er 48,8 Prozent geholt. Das vorläufige Ergebnis sah ihn gestern Abend um kurz nach 23 Uhr bei 39,9 Prozent. „Es wäre schöner, wenn die 4 vorne gestanden hätte“, sagte Koob, der wie seine Parteikollegen mit dem Ergebnis der CDU allgemein nicht zufrieden war. „Als Direktkandidat fährt man mit dem Aufzug nach oben oder nach unten“, sagte Koob. Heißt: Wenn die Union Zweitstimmen einbüßt, bekommt das auch der direkte Bewerber zu spüren.

Der CDU-Mann kündigte an, über die Art und Weise nachdenken zu wollen, wie Politiker mit den Menschen ins Gespräch kommen können. Da müssten neue Wege gefunden werden. Zugleich gab sich der Christdemokrat als Befürworter von Jamaika zu erkennen und gestand ein, dass die vergangenen vier Jahre im Bundestag „mehr als langweilig“ gewesen seien, wenn sieben von zehn Rednern von der großen Koalition gekommen waren.

Außer Koob wird auch Dr. Stefan Ruppert (46) den Hochtaunus in Berlin vertreten. Er schafft über die Landesliste den Sprung nach Berlin, holte aber auch als FDP-Direktkandidat allem Anschein nach ein zweistelliges Ergebnis. Der Liberale und Vorsitzende der Hessen-FDP feiert ein Comeback im Bundestag. Ruppert hielt sich in Bezug auf seine künftige Rolle in Berlin noch bedeckt. Aber: „Es ist ein großartiger Tag, wenn man als Partei nach vier Jahren politischem Bildungsurlaub mehr als doppelt so stark zurückkehrt“, sagte Ruppert.

Mit Blick auf die Option Jamaika gab sich Ruppert gestern Abend zurückhaltender als Koob, sagte, ihm fehle bei dieser Frage „noch etwas die Fantasie“. Wie schnell die Grünen nun diesbezüglich seien, „raubt mir etwas den Atem“. Im Wahlkampf hätten die Grünen noch vor den Liberalen gewarnt.

Schabedoth ist raus

„Ich glaube, dass in den nächsten acht Wochen wichtige Weichenstellungen in Deutschland stattfinden“, sagte Jürgen Banzer, Vorsitzender der Hochtaunus-CDU und Kreistagschef. „Da muss jeder seine Pflicht erfüllen.“ Möglicherweise eine Anspielung auf Ruppert in puncto Jamaika?

Klar ist: Die Weichen in Berlin werden durch das Einziehen der AfD in den Bundestag neu gestellt, und der Erfolg der AfD machte gestern allen anderen Parteien zu schaffen. „Niemand hätte gedacht, dass es so viele Biedermänner gibt, die Brandstifter wählen“, sagte der bisherige SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Schabedoth, der 2013 über die Landesliste als Hochtaunus-Vertreter nach Berlin gekommen war. Dafür reicht es diesmal bei ihm nicht: „Ich bin auf Zeit gewählt“, sagte Schabedoth realistisch. „Dass die Hochtaunus-SPD im Bundestag vertreten ist, ist leider die Ausnahme, nicht die Regel“, sagte deren Parteichef Dr. Stephan Wetzel. In Bezug auf das schlechte SPD-Ergebnis im Bund und den Gang in die Opposition meinte Wetzel optimistisch: „Wir werden gestärkt daraus hervorgehen.“

Bei AfD-Direktkandidat Andreas Lichert war gestern Abend noch unklar, ob er über die Landesliste in den Bundestag gelangt. So oder so sprach er von einer „politischen Zeitenwende“. Er hatte sogar noch ein besseres Ergebnis für seine Partei erwartet, will er doch in den Tagen vor der Wahl „eine so positive Resonanz“ erfahren haben.

Kandidat Wolfgang Schmitt sprach aus Grünen-Sicht von einem „höchst erfreulichen“ Ergebnis, auch wenn er wie erwartet nicht in den Bundestag einzieht. Ob er ein Jamaika-Befürworter sei? „Ja, absolut“, sagte Schmitt und meinte in Bezug auf FDP-Mann Ruppert: „Er ist eine respektable Person.“

Dem Volk aufs Maul schauen

Ebenfalls nicht in Berlin vertreten sein wird Linken-Bewerberin Silvia Lehmann, die mit ihrem Ergebnis dennoch zufrieden war. Sie will weiter für die Linke Politik machen, „da, wo die Partei mich braucht“. Lehmann war schockiert über das gute Abschneiden der AfD, und das einte sie mit Vertretern anderer politischer Lager. „Wir müssen dem Volk wieder mehr aufs Maul schauen“, sagte Erster Kreisbeigeordneter Uwe Kraft (CDU). „Wir müssen die Anliegen der Bürger ernst nehmen“, drückte es Landrat Ulrich Krebs (CDU) etwas anders aus.

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