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Haustiere: Warum Hundetrends gefährlich sind

Kaum erscheint ein neuer Film mit einem ebenso tapsigen wie süßen Hund, steigt auch die Nachfrage nach dieser Hunderasse. Und ein Hund, wie ihn der frühere amerikanische Präsident Barack Obama sein eigen nennt, hat ja auch seinen Reiz. Doch Hajo Ettel vom Tierheim Hochtaunus, warnt davor, diesen Modetrends zu folgen.
Barack Obama, seine Frau Michelle und ihre Töchter Sasha (r) und Malia (2.v.r) gehen mit First Dog „Bo“, einem Portugiesischen Wasserhund spazieren. Archivfoto: Michael Reynolds Foto: epa Reynolds (EPA) Barack Obama, seine Frau Michelle und ihre Töchter Sasha (r) und Malia (2.v.r) gehen mit First Dog „Bo“, einem Portugiesischen Wasserhund spazieren. Archivfoto: Michael Reynolds
Hochtaunus. 

Der Hund gilt als der beste Freund des Menschen. Umgekehrt kann man das leider nicht sagen. Denn wenn es um Freunde geht, dann sollte nicht nach Aussehen und Rasse gewählt werden. Idealerweise ist das so, aber wir Menschen lassen uns leider gern beeinflussen. So kommt es, dass einige Rassen beliebter sind als andere. Filme, Werbung und Prominente sorgen mitunter dafür, dass eine Hunderasse angesagt ist – und das tut den Vierbeinern leider meistens gar nicht gut. Wer glaubt, das sei ein Phänomen der modernen Kommunikationsgesellschaft, der irrt sich allerdings gewaltig.

Der Deutsche Schäferhund „Rin Tin Tin“ war einer der ersten Filmstars, und das bereits in den 1920er Jahren. Die Langhaarcollie-Hündin „Lassie“ machte ab 1943 im Fernsehen Karriere. Sie bekam sogar einen Stern auf dem Hollywood „Walk of Fame“.

Na und, sind doch schöne Tiere, mag da so mancher denken. „Leider rufen solche Moden immer wieder die Welpen-Mafia auf den Plan“, weiß dagegen Hajo Ettel, Mitarbeiter des Tierheims Hochtaunus und dort für die Hunde zuständig. „Diese Vermehrer züchten was „in“ ist, ohne Rücksicht auf die Tiere, fälschen oft die Papiere und heraus kommen dann leider kranke, geschwächte und durch Inzucht geschädigte Hunde“, bedauert er.

In den 1950er Jahren galt der Pudel als schick. Stars wie Maria Callas und Grace Kelly besaßen einen. In den 70ern schlug die Stunde des Dackels. Waldi war auf Deutschlands Straßen allgegenwärtig und brachte es 1972 sogar zum Maskottchen der Olympischen Spiele in München.

Dann war er plötzlich weg vom Fenster, und mancher befürchtete sogar, diese typisch deutsche Hunderasse könne aussterben. Tatsächlich geht es den Tieren aber besser, wenn sie gerade nicht angesagt sind. „Die Leute schaffen sich während so einer Modewelle einen Hund an, ohne nachzudenken und sich über die jeweilige Rasse zu informieren“, kritisiert Hajo Ettel. „Klar, sieht ein Jack-Russell-Terrier süß aus“, so Ettel weiter. „Aber er ist ein Jagdhund mit einem sehr großen Bewegungsdrang, das unterschätzen viele.“ die Folge: „Schnell wird der Hund abgeschafft, wenn er Probleme macht“, weiß er. Und so landen viele Vierbeiner im Tierheim

Auch die Werbung sorgt manchmal dafür, dass selbst unerfahrene Menschen plötzlich auf den Hund kommen wollen. Eine Hundefutter-Marke promotete in den 90ern mit einem Werbespot, in dem ein kleiner Westhighland White Terrier vorkommt, ihr neues Nassfutter und schon ist die ganze Nation schockverliebt.

Schlimm wird es auch, wenn der Hund zum modischen Statement wird. Der Dalmatiner ist so ein Fall. Sein weißes Fell mit den schwarzen Punkten wirkt edel. Als 1996 dann der Disney-Film „101 Dalmatiner“ in die Kinos kommt, setzt der Run auf diese großen Hunde ein. Der Dalmatiner ist aber kein Accessoire, sondern eine Sportskanone auf vier Pfoten. Echte Auslastung kann da nicht jedermann bieten. „Dazu kommt, dass viele Hunde mit weißem Fell anfällig sind für Hauterkrankungen und auch Allergien“, klärt Hajo Ettel auf.

Das „It-Girl“ Paris Hilton kauft im Jahr 2000 einen Chihuahua und präsentiert sich mit „Tinkerbell“ nicht nur in den sozialen Netzwerken. Die Amerikanerin trägt die Hündin auf Events lässig unter den Arm geklemmt oder hatte sie in einer Handtasche immer mit dabei. Dass auch ein kleiner Hund Bedürfnisse hat lieber mit Artgenossen auf Tuchfühlung gehen möchte, anstatt zum Shoppen, wird ausgeblendet.

2009 bekommen die USA nicht nur einen neuen Präsidenten, sondern auch einen „First Dog“. An Barrack Obamas Seite erscheint „Bo“, der portugiesische Wasserhund, auf dem Rasen des „White House“. Eine Rasse, die bis dato nur wenigen Menschen bekannt war, wird über Nacht berühmt. Weil eine von Obamas Töchtern eine Tierhaarallergie hat, kommt nur Bo als Genosse in Frage, schließlich zeichnet sich seine Rasse dadurch aus, dass sie so gut wie nicht haart.

Wer unbedingt einen Rassehund haben möchte, sollte sich vorher gut über die Eigenschaften dieser Hunde informieren“, rät Hajo Ettel. „Suchen Sie sich in Ruhe einen seriösen Züchter, besuchen sie ihn und achten sie darauf, wie die Hunde gehalten werden“, empfiehlt der 55-Jährige. Außerdem sollte man sich auch immer das Muttertier zeigen lassen, bevor man einen Welpen zu sich nimmt. „Vor allen Dingen aber nichts überstürzen. Lassen Sie sich Zeit beim Hundekauf“, mahnt Ettel.

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