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Wie man in einer brenzligen Lage die Ruhe behält

Kala Gehrmann arbeitet mit einer Methode, mit der es leichter fällt, mit Stress- und Paniksituationen umzugehen. In einem VHS-Kurs in Bad Homburg können die Teilnehmer manche Kniffe lernen, sich zu beruhigen. Dabei spielt auch „Inspector Columbo“ eine Rolle.
In ihrem Rucksack hat Karla Gehrmann allerlei Gegenstände dabei, die Personen helfen können, sich in Krisensituationen zu beruhigen. Was nutzt, muss aber jeder selbst herausfinden. In ihrem Rucksack hat Karla Gehrmann allerlei Gegenstände dabei, die Personen helfen können, sich in Krisensituationen zu beruhigen. Was nutzt, muss aber jeder selbst herausfinden.
Bad Homburg. 

Um den „mentalen Notfallrucksack“ zu packen, packt Kala Gehrmann erstmal aus: Ein rotes Stoppschild und ein Hotelanhänger „Bitte nicht stören“ fallen auf. Eine Eieruhr ist dabei. Ein Kuscheltier lugt aus einem Täschchen, ein kleiner MP3-Player leuchtet pink. In diesem Sammelsurium, das noch viel mehr zu bieten hat, hat jedes Ding einen bestimmten Sinn und hilft, den persönlichen „mentalen Notfallrucksack“ zu packen.

„In einen normalen Rucksack stopft man Sachen rein, die man vielleicht auf einer Reise braucht“, sagt die Diplomsoziologin aus Schmitten. „Den mentalen Rucksack stelle ich mir vor. Denn man kommt im Leben ja immer wieder in Situationen, die nicht so ganz einfach sind.“

Meditation hilft

Das kann ein zehnstündiger Aufenthalt am Flughafen sein, weil der Flieger nicht kommt. Das kann das Vorstellungsgespräch sein oder eine unangenehme Begegnung. Oder auch der steckengebliebene Fahrstuhl: „Das habe ich selbst mal erlebt. Okay, jetzt keine Panik, habe ich zu mir gesagt, du weißt doch, wie es geht.“ In so einem Fall würde eine Meditation helfen. Die übt sie mit den Teilnehmern ihres VHS-Kurses in Bad Homburg ein, indem diese sich ein Mantra, also einfache Silbenfolgen wie „Ing“ oder „Ama“, aussuchen und wiederholen. „Nach einer Viertelstunde (hier kommt die Eieruhr ins Spiel) ist man ganz gut runtergeschaukelt“, weiß Gehrmann. Auf die Idee zum mentalen Notfallrucksack ist Kala Gehrmann durch eigene Therapieerfahrungen gekommen. Die dort angewandten Methoden erschienen ihr oft wenig griffig und nicht alltagstauglich. Ihr mentaler Notfallrucksack ist das Gegenteil. „Es geht um Bilder, um Vorstellungen und ums Selbermachen und ganz konkrete Übungen“, so Gehrmann. Die Strategien müssen auch nach dem Kurs trainiert werden, um automatisch abrufbar zu sein.

Biss in die Chili

Dem einen mag es reichen, ein kleines Kuscheltier in der Manteltasche zu drücken, um sich zu beruhigen. Andere brauchen Musik oder den Biss in eine Chili, um vor Stress, Angst und Anspannung nicht abzudriften. Die Bandbreite ist groß, das gilt auch für die Menschen, mit denen Kala Gehrmann es zu tun hat. Vom psychisch angeschlagenen Teilnehmer bis zum „Normalo“. So können Kursteilnehmer auch das laute „Stopp“-Sagen einüben. Oder sie nähern sich mit ganz kleinen Schritten einem großen Ziel an und bleiben dabei immer unter der Angstschwelle, die sie ansonsten blockiert.

Auch der „Columbo-Effekt“ (nach Vera Birkenbihl), benannt nach dem amerikanischen TV-Inspektor, steckt im Notfallrucksack. Dabei werden Vorbilder aus Film oder Literatur gesucht, die bestimmte Eigenschaften verkörpern. „Wir sollten uns dann fragen: Wen nehme ich in diese Situation mit? Welche Eigenschaften könnten mir helfen?“, sagt Gehrmann und nennt ein Beispiel: „Vielleicht stelle ich mirden Mann aus dem Film xy vor, in dem er so krank war. Und trotzdem hat er am Strand die Arme ausgebreitet und gerufen: Das Leben ist schön!“

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