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Hilfe für Flüchtlinge: Arbeit hilft beim Integrieren

Von Die IHK Offenbach will Flüchtlingen schneller und effektiver einen Arbeitsplatz verschaffen. Dafür wird ein neuer Koordinator eingestellt.
Markus Weinbrenner Markus Weinbrenner
Kreis Offenbach. 

Bei allen Planungen für das kommende Jahr haben Alfred Clouth, Präsident der Industrie und Handelskammer Offenbach (IHK) und Geschäftsführer Markus Weinbrenner die Flüchtlingswelle im Fokus. Es gelte die Menschen bestmöglich zu integrieren. „Diese Menschen werden länger bei uns bleiben und ich habe mich immer dafür ausgesprochen, die Flüchtlinge als Chance für unsere Gesellschaft zu sehen“, sagte der IHK Präsident.

80 000 offene Stellen

Schon jetzt sei es schwierig Ausbildungsplätze zu besetzen, im Bereich der Industrie-und Handelskammern seien bundesweit 80 000 Stellen unbesetzt geblieben, in der Region Offenbach werden bis 2020 rund 8.000 Fachkräfte fehlen. Die IHK will ihren Beitrag leisten, die Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Dazu wird zum 1. Januar eine neue Stelle geschaffen; das Bewerbungsverfahren für einen Projektmanager läuft. Dieser wird für die Koordination zwischen den Unternehmen und den Flüchtlingen zuständig sein und die IHK Mitglieder auch über rechtliche Voraussetzungen, das Antragsprozedere und die zuständigen Stellen informieren, die ein Arbeitgeber benötigt, wenn er Flüchtlinge einstellen möchte. „Unsere erste Zielgruppe werden die rund 200 jungen Menschen in den INTEA Klassen sein und die 600 Menschen in den Integrationskursen in Stadt und Kreis Offenbach“, kündigt Clouth an. Er selbst ist in seinem Unternehmen schon mit gutem Beispiel vorangegangen und hat zwei Eritrearinnen in seinem Betrieb eingestellt. Für das Gelingen brauche es aber auch politische Voraussetzungen, wie die Abschaffung der Vorrangprüfung bei Ausbildungsstellen und Planungssicherheit für die Unternehmen, die Flüchtlinge einstellen, wie beispielsweise die Möglichkeit der Weiterbeschäftigung nach der Ausbildung von mindestens zwei Jahren durch einen regulären Aufenthaltstitel. Und es bedarf auch ausreichend Möglichkeiten für die Flüchtlinge, die deutsche Sprache zu erwerben, auch über das 21. Lebensjahr hinaus.

Dauerhafte Unterkünfte

IHK Geschäftsführer Weinbrenner warnte davor, die Asylbewerber langfristig in leer stehenden Gewerberäumen unterzubringen. Das habe Folgen für den Gewerbestandort Stadt und Kreis Offenbach. „Ich verstehe die Notwendigkeit erst überhaupt einmal ein Dach über den Kopf für die Menschen zu organisieren“, so Weinbrenner. Dort, wo aufgrund von nicht mehr verfügbaren Gebäuden keine Unternehmensansiedlungen stattfinden, wo das neugeschaffene Umfeld Investoren abschreckt, dort werden auch keine neuen Gewerbesteuerquellen geschaffen, betonte der IHK Geschäftsführer. „Die Strategie, Gewerbeimmobilien in Flüchtlingsunterkünfte umzuwandeln, kann daher nur eine temporäre sein. Hier sind die Kommunen gefordert, rasch in den kommenden 18 Monaten Wohnraum außerhalb von Gewerbegebieten zu schaffen. Um Unternehmen Entwicklungsperspektiven zu bieten, müssen Gewerbe- und Industrieflächen erhalten bleiben und brachliegende Flächen entwickelt werden.“ njo

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