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Flüchtlingsbetreuung: Es wartet noch viel Arbeit

Von Ehrenamtliche Helfer sind in der Flüchtlingsarbeit unverzichtbar. Das wurde beim Besuch des Bundestagsabgeordneten Wolfgang Strengmann-Kuhn (Grüne) in Dreieich deutlich.
Wolfgang Strengmann-Kuhn (2. von rechts) war zu Gast bei der Diakonie in der Winkelsmühle, wo Henning Merker (3. von links) und Martina Geßner (rechts) über die Betreuung der Flüchtlinge berichteten. Wolfgang Strengmann-Kuhn (2. von rechts) war zu Gast bei der Diakonie in der Winkelsmühle, wo Henning Merker (3. von links) und Martina Geßner (rechts) über die Betreuung der Flüchtlinge berichteten.
Dreieich. 

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Strengmann-Kuhn besuchte am Montag die Flüchtlingsbetreuung der Diakonie in der Winkelsmühle in Dreieichenhain und abends saß der Politiker dann mit den ehrenamtlichen Helfern des Flüchtlingsnetzwerks an einem Tisch im Restaurant „Faselstall“. Die Bilanz von mehr als vier Stunden Kommunikation über die rund 680 Menschen, die in Dreieich betreut werden: Es läuft rund – aber es gibt nichts, was sich nicht verbessern ließe.

Info: „Frustration macht sich breit“

Der Dreieicher Grünen-Fraktionssprecher Roland Kreyscher fragte die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer während des Stammtisches seiner Partei, ob die jüngsten Anschläge, die Axt-Attacke im Zug bei

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Henning Merker, Leiter des Diakonischen Werks Offenbach-Dreieich-Rodgau, und Martina Gessner, Bereichsleiterin der Flüchtlingsarbeit der Diakonie, berichteten, dass es die erste Aufgabe war, die Menschen mit der Einzelfallunterstützung bei ihrer Ankunft in Dreieich direkt abzuholen. „Wir haben uns um die gesundheitliche Versorgung gekümmert, dass die Kinder in der Schule und in der Kita unterkommen und alle ihren Platz finden. Heute sind wir einen Schritt weiter, und unsere Beratung legt den Fokus rund um das Asylverfahren, die Vermittlung in Deutschkurse, den Zugang zum Arbeitsmarkt und die Koordination der Ehrenamtlichen.“

Langfristig binden

Diese Arbeit, so Gessner, sei auch in den nächsten zwei bis drei Jahren nicht erledigt, deshalb wünsche sich das Diakonische Werk Planungssicherheit. Bislang gelten die Verträge mit dem Kreis Offenbach für die Übernahme dieser Aufgaben bis Ende 2017. „Unsere Mitarbeiter haben oft nur Jahresverträge. Wir würden sie gerne langfristig übernehmen, weil unheimlich viel Know-how verloren geht, wenn die Sozialpädagogen gehen, weil sie bei einem anderen Arbeitgeber eine unbefristete Stelle bekommen“, verdeutlichte Merker.

Beim Stammtisch der Dreieicher Grünen erfuhr Strengmann-Kuhn viel über den Alltag der Flüchtlingshelfer. „Ohne die Ehrenamtlichen wäre vieles auf der Strecke geblieben“, betonte Kerstin Maaß. Sie kümmert sich um Familien in Offenthal und um die Menschen in der Flüchtlingsunterkunft in der Gleisstraße in Dreieichenhain. „Die Anträge und Unterlagen, die meine syrische Familie ausfüllen muss, das können diese Menschen einfach nicht leisten. Sie sprechen die Sprache nicht und können das nur mit unserer Hilfe erledigen“, so Maaß.

Datenbank entwickeln

Auch Ilona Klein, die beruflich wie ehrenamtlich mit den Flüchtlingen zu tun hat, weiß, dass es Familien gibt, die mehr Unterstützung bräuchten. „Natürlich haben wir Menschen, die schnell selbstständig werden. Aber für diejenigen, die mehr Unterstützung brauchen, gibt es derzeit keine Hilfe. “

Um mehr Informationen für Flüchtlinge und Ehrenamtliche zu bieten, hat der Verein Zukunft Dreieich mit der Stadt eine Internetseite erarbeitet, die bald an den Start gehen soll. „Das soll eine dynamische Seite mit Informationen zu den vielen Angeboten in der Stadt werden, aber auch mit einer Datenbank, in der hinterlegt ist, wo gerade was gebraucht wird“, erklärte Bettina Otto, die in der Flüchtlingsarbeit und im Verein Zukunft Dreieich aktiv ist. Letzterer hat noch ein zweites Projekt in Arbeit: Eine Datenbank, in der alle Flüchtlinge in der Stadt mit Herkunftsland, Alter und Ausbildung geführt sind, soll es Firmen erleichtern, den Asylsuchenden Praktikums- oder Arbeitsplätze anzubieten.

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