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Eichenprozessionsspinner: Gesundheitsamt eingeschaltet - Kinder der Kita III müssen drinnen bleiben

Von Gereizte Haut, juckende Pusteln, brennende Augen: Die Kinder der Walldorfer Kita III in der Elsa-Brandström-Straße leiden seit Tagen unter den giftigen Härchen der Raupen des berüchtigten Falters. Die Stadt hat reagiert, sieht sich aber einem hartnäckigen Feind gegenüber.
Tabuzone: Das Spielgelände vor der Kita III in der Elsa-Brandström-Straße ist verwaist – die Kinder dürfen den Hort nicht verlassen. Tabuzone: Das Spielgelände vor der Kita III in der Elsa-Brandström-Straße ist verwaist – die Kinder dürfen den Hort nicht verlassen.
Mörfelden-Walldorf. 

„Vor den Eichen sollst du weichen“ – für die Kinder und Erzieher der Kindertagesstätte III in der Elsa-Brandström-Straße ist diese alte Volksweisheit, die sich eigentlich auf Gewitter bezieht, kaum zu beherzigen: Denn die Kita grenzt direkt an ein Stück Stadtwald an und ist gewissermaßen umstellt von den stolzen Bäumen, in deren Kronen die Falterweibchen ihre Eier legen, aus denen die gefürchteten Raupen schlüpfen.

Die Konsequenz: Seit Tagen geht im Kinderhort das große Jucken und Brennen um. „Mehre Kinder sind betroffen und waren beim Arzt“, bestätigte der Erste Stadtrat Burkhard Ziegler auf Nachfrage dieser Zeitung. Das Gesundheitsamt sei informiert und auf Initiative der Eltern hin am Montag auch in der Kita gewesen, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Um die Kleinen nicht weiter der Gefahr allergischer Reaktionen auszusetzen, müssen sie bis auf Weiteres im Gebäude bleiben.

Ziegler besuchte gestern Nachmittag die Erzieher, „zum einen, um klar zu machen, dass wir alle an der Situation unschuldig sind, in ganz Deutschland besteht schließlich das Problem. Und um anzuregen, mit Ausflügen die Situation zu entzerren, denn die Kinder sollen ja nicht die ganze Zeit drinnen bleiben müssen.“

Gefährliche Haare

Die Raupe des Eichenprozessionsspinners ist etwa vier Zentimeter lang, grau und haarig. Gefährlich sind ihre feinen, spitzen Härchen, die leicht abbrechen.

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Bereits am 25. April sei das erste Nest mit den abgebrochenen, fast nicht sichtbaren Brennhaaren der Raupe entfernt worden. Ebenso sei das Kita-Gelände bei der Sprühaktion berücksichtigt worden. Hierbei wird das Eichenlaub mit einem Gift bespritzt, das die Larven fressen und sich dann nicht mehr verpuppen können. „Dabei erwischt man aber niemals alle dieser Viecher“, beschreibt Ziegler das Problem, das sich mindestens über zwei, drei Jahre hinzöge. Erschwerend sei in den vergangenen Tagen auch das windige Wetter hinzugekommen, das die allergieauslösenden Härchen in den Raupennestern oft über weite Entfernungen tragen könne.

Bauhofsleiter Michael Euler wiederum will nicht ausschließen, „dass sich die Kinder das auf dem Weg zur Kita eingefangen haben“. Er habe Hinweise erhalten, wonach Eichen auf einem Privatgrundstück am Alexander-Besser-Weg in unmittelbarer Nähe der Kita befallen seien, berichtet er auf Anfrage. „Da haben wir als Stadt keine direkte Handhabe, können den Besitzern lediglich raten, die Bekämpfung einzuleiten.“ Außerdem erwäge man, am Weg ein Warnschild anbringen zu lassen.

Außerdem sei die Bekämpfung des Prozessionsspinners nach Eulers Worten „immer eine zweischneidige Sache“. Denn nicht nur die Raupe des Prozessionsspinners fiele der Giftspritze zum Opfer, sondern mit ihm auch „die ganze Schmetterlingspopulation, vom Pfauenauge, Zitronenfalter bis hin zum Schwalbenschwanz – die gehen alle drauf dabei“. Deshalb sei es der Stadt nicht erlaubt, flächendeckend Wald- oder Stadtgebiete zu besprühen. „Da bleibt nur die Empfehlung, diese Gebiete zu meiden oder zu umgehen.“

Das bestätigt auch Burkhard Ziegler: „Wir können das Problem nur gemeinsam lösen“, macht er deutlich. Eltern, die ihre Kinder morgen zur Kita bringen und Nester auf Privatgrundstücken entdecken, sollten beispielsweise den Besitzer darauf aufmerksam machen.

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