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Schienenverkehr: Interessensgemeinschaft gegen Anbindung an Regionaltangente West

Von Die Stadt Neu-Isenburg wirbt intensiv für das Vorzeigeprojekt Regionaltangente West (RTW). Für die geplante Schienenstrecke von Bad Homburg über den Frankfurter Flughafen nach Neu-Isenburg und Dreieich-Buchschlag wünscht sich Bürgermeister Herbert Hunkel eine Anbindung an das Neubaugebiet Birkengewann und damit eine 2,3 Kilometer lange Schienenstrecke durch die Hugenottenstadt.
Als einen schwierigen Knotenpunkt sehen die Gegner der RTW die Ausfahrt der Feuerwehr auf die Friedhofstraße, wenn in der Mitte der Straße die neue Bahn fährt. Als einen schwierigen Knotenpunkt sehen die Gegner der RTW die Ausfahrt der Feuerwehr auf die Friedhofstraße, wenn in der Mitte der Straße die neue Bahn fährt.
Neu-Isenburg. 

Inzwischen formieren sich in Neu-Isenburg Gegner für die Planungen der Regionaltangente West (RTW). Eine Gruppe von etwa 15 Isenburgern hat sich für eine große Aufklärungskampagne organisiert, um die Isenburger darüber zu informieren, warum die RTW-Erweiterung durch Neu-Isenburg keine gute Idee ist.

„Wir sind gar nicht grundsätzlich gegen die RTW, wir wollen nur die Streckenführung durch die Stadt vermeiden. Es gibt einfach viel zu viele Nachteile und Belastungen für die Neu-Isenburger, und keine wirklichen Vorteile dieser Bahn“, erläutert Jürgen Czernio die Haltung der Interessengemeinschaft „RTW-Nein Danke“. Dafür haben die Bürger gleich zehn Gründe erarbeitet, den Abzweig der RTW nicht umzusetzen: Die Bahn bringe entgegen der Prognosen der Stadt kaum Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs. Durch die Realisierung der Bahn reduziere sich die Verkehrsnachfrage auf der Friedhofstraße, dafür erhöhe sich der Verkehr aufgrund der beiden geplanten Park&Ride-Parkplätze auf der Bahnhof Westseite und im Birkengewann Ost.

Die Gruppe sieht auch den Bedarf der 100 Meter langen und 2,65 Meter breiten Bahn nicht. „Von den 6000 Arbeitnehmern im Gewerbegebiet wohnen 70 Prozent gar nicht im Einzugsbereich der RTW. Damit bleiben 2000 übrig. 20 Prozent nutzen den öffentlichen Nahverkehr – dann reden wir von 400 Fahrgästen. Diese Kapazität ist mit einmal rein und einmal raus transportiert – dafür fährt die Bahn den ganzen Tag leer durch Neu-Isenburg“, fürchtet Jürgen Czernio.

Bahn hat immer Vorfahrt

Die neu zu schaffende Bahnlinie habe zudem eine erhebliche Trennwirkung für die angrenzenden Wohngebiete und Nebenstraßen. Dazu komme eine Lärmbelastung, eine erhöhte Unfallgefahr, der Verlust von über 200 Bäumen auf der Carl-Ullrich-Straße und der Friedhofstraße und eine erhebliche Verengung der Straßen, aufgrund eines Doppelgleises für die neue Bahn. Die Gegner befürchten massive Beeinträchtigungen des Verkehrsflusses in der Stadt an den neuralgischen Knotenpunkten, weil die Bahn immer Vorfahrt hat. Ein Beispiel sei der Abzweig von der Friedhofstraße in die Herzogstraße, aber ein weitere Punkt ist die Ausfahrt der Feuerwache, die möglicherweise dann an die Offenbacher Straße angebunden werden müsste.

Ein weiterer Grund die Erweiterung der RTW bis ins Birkengewann nicht umzusetzen, sei auch das Geld: Die neu zu verlegenden Straßenbahngleise für die Ost-Verlängerung kosten rund 17 Millionen Euro – Kosten, die nach Meinung der Gruppe nicht im Verhältnis zu einem nicht vorhandenen Nutzen stehen. „Die Planungsgesellschaft sollte es bei der ursprünglichen Idee belassen, die Bahn nur an den Bahnhof von Neu-Isenburg anzubinden“, sagt Jürgen Czernio.

Die RTW sei geplant worden, um den Norden des Rhein-Mein-Gebiets schnell mit dem Süden zu verbinden. Alle verbundenen Orte würden im Westen tangiert, die Innenstädte werden nicht angefahren. Nicht einmal in die Großstadt Frankfurt gebe es einen Abzweig. „Warum soll also ein riesiger Aufwand getrieben werden, um eine relativ geringe Anzahl von Menschen aus dem Parkhaus im Osten der Stadt zum Bahnhof im Westen zu bringen?

Busse nicht ausgelastet

Hier ist ein eigenes Verkehrskonzept gefragt, was passend für eine kleine Stadt wie Neu-Isenburg zugeschnitten ist. Es gibt bereits drei Buslinien, die bereits genau die Strecke innerhalb der Stadt abfahren, wie später die geplante RTW. Diese Busse sind bei weitem nicht ausgelastet und hätten genügend Kapazitäten frei“, betont Czernio.

Die engagierten Bürger plädieren viel mehr für eine Anbindung an die Stadt Langen an die RTW. Dort wäre der Platz für entsprechende Parkplätze vorhanden und es gäbe genügend Fahrgäste, etwa aus dem großen Gewerbegebiet rund um die Flugsicherung. Damit sei auch Dreieich zufrieden, denn die RTW könnte einfacher auf bereits vorhandenen Gleisen passieren. Außerdem könne man sich die kostenintensive Unterführung am Neu-Isenburger Bahnhof sparen. Die vieldiskutierte „Ampelei“ an der Kreuzung Hugenottenallee/Carl-Ullrich Strasse würde nicht noch zusätzlich mit 100 Meter langen Zügen belastet.

Die IG „RTW – Nein Danke“ hat einen Flyer vorbereitet, der in den nächsten Tagen an die Neu-Isenburger Haushalte verteilt werden soll. „Uns geht es um Aufklärung, die Menschen sollen sich auch den Nachteilen der RTW bewusst sein“, erklärt Czernio.

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