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Flüchtlinge in Neu-Isenburg: Motiviert, engagiert und integriert

Von Von Ausbildung bis hin zur Anstellung: Neu-Isenburg integriert seine Flüchtlinge vorbildlich in den Arbeitsmarkt.
Osman Mohamud Jimale (v. l.) arbeitet beim DLB, Biniam Gebrehiwet Tewelde ist im Hotel Kempinski beschäftigt und Aimal Mohsini startet eine Berufsorientierung. Osman Mohamud Jimale (v. l.) arbeitet beim DLB, Biniam Gebrehiwet Tewelde ist im Hotel Kempinski beschäftigt und Aimal Mohsini startet eine Berufsorientierung.
Neu-Isenburg. 

Herbert Hunkel ist stolz auf seine Hugenottenstadt. Im Kreis Offenbach wurden bislang 20 Flüchtlinge in den ersten Arbeitsmarkt integriert – zehn davon allein in Neu-Isenburg. „Zu Beginn der Flüchtlingswelle stand zunächst die Unterbringung und Versorgung der Menschen im Vordergrund. Jetzt ist es unsere wichtigste Aufgabe, die Menschen in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, fasst der Bürgermeister die aktuellen Schwerpunkte der Stadt zusammen. „Unser Ziel ist es, aktiv die Bildungs- und Erwerbsbiografien der Neubürger zu fördern.“

Ausbildungs-Angebot

Ein gutes Beispiel sei dabei das Pilotprojekt zur Berufsorientierung der Neubürger für die Integration in den Arbeitsmarkt. Schon vor Ende des Projektes gab es einen ersten kleinen Erfolg: Eine Teilnehmerin bekam ein Angebot für eine Ausbildung zur Verkäuferin!

Mit Osman Mohamud Jimale, Biniam Gebrehiwet Tewelde und Aimal Mohsini stellte der Rathauschef in dieser Woche gleich drei Männer vor, bei denen die Integration in den Arbeitsmarkt gelungen ist oder kurz bevor steht.

Der Somalier Osman Mohamud Jimale ist seit September vergangenen Jahres Mitarbeiter beim Dienstleistungsbetrieb Dreieich (DLB) und der Anstalt des öffentlichen Rechts Neu-Isenburg (AöR). Der 45-Jährige absolvierte vor seiner Einstellung ein dreiwöchiges Praktikum beim DLB in der Straßenreinigung und Abfallwirtschaft/Müllabfuhr. Nebenher besucht er einen Deutschkurs. „Herr Jimale hat wahnsinnig schnell Deutsch gelernt und er kommt sehr gut mit den Kollegen klar. Ich habe selten jemanden erlebt, der jeden Morgen so gut gelaunt zur Arbeit kommt“, erklärt DLD-Chefin Petra Klenk.

„Ich habe schon in Libyen bei der Straßenreinigung gearbeitet“, erläutert der Somalier. In seiner Unterkunft würde er allen Mitwohnern die Mülltrennung in Deutschland erklären. Er träume davon, einen Führerschein zu machen.

Der 25 Jahre alte Biniam Gebrehiwet Tewelde kommt aus Eritrea. Sein Asylantrag ist abgeschlossen, er ist ein anerkannter Flüchtling. Der junge Mann hatte zunächst bei dem Wohnungsunternehmen Gewobau in Isenburg ein Praktikum absolviert und wurde dann vom Hotel Kempinski als Maler und Lackierer übernommen. „Ich arbeite da, wo ich gebraucht werde“, so der gelernte Solarsystem-Techniker. „Ich danke allen, die mir geholfen haben, ich fühle mich sehr wohl in Neu-Isenburg“.

Neigungen entdecken

Aimal Mohsini ist 22 Jahre alt und stammt aus Afghanistan. Seit März dieses Jahres lebt er in Neu-Isenburg und startet zum 1. Juni seine Berufsorientierung mit dem Ziel, eine Ausbildung zu absolvieren. Über drei Monate hinweg lernt er mindestens drei Berufsfelder praktisch kennen und erkundet seine Fähigkeiten und Neigungen. Danach ist ein direkter Übergang in eine Ausbildung möglich. Womöglich wird Mohsini auch fachlich im Betrieb über mehrere Monate qualifiziert und auf die Ausbildung vorbereitet. Das Projekt läuft über das Bildungswerk der hessischen Wirtschaft und nennt sich „Wirtschaft integriert“.

Bürgermeister Hunkel: „Es ist an uns, Flüchtlingen Chancen zu geben und sie beim Gelingen der Integration zu unterstützen. Dazu sind viele große Schritte auf Bundesebene und bei der Gesetzgebung notwendig. Aber auch mit Einzelprojekten oder Aktionen auf kommunaler Ebene kann einiges erreicht werden. Wenn Sie helfen wollen, sprechen Sie uns an.“

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