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Flüchtlinge können beim TVD in verschiedenen Sportarten trainieren: „Nicht immer lief alles rund“

Von Der TVD ist kein gewöhnlicher Sportverein. Seit mehr als einem Jahr engagieren sich Mitglieder erfolgreich und ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit.
Stolz tragen die Männer aus Syrien, dem Iran, Irak, Afghanistan und Albanien ihre neuen Trikots, die sie vom Sportkreis erhalten haben. Stolz tragen die Männer aus Syrien, dem Iran, Irak, Afghanistan und Albanien ihre neuen Trikots, die sie vom Sportkreis erhalten haben.
Dreieich. 

Der Sportkreis Offenbach hat den Turnverein Dreieichenhain (TVD) für sein besonderes Engagement für die Dreieicher Flüchtlinge ausgezeichnet. Erwin Kneißl, Vorstand Integration im Sportkreis, lobte in der Sporthalle in der Koberstädter Straße die Aktiven im Verein: „Ihr seid im gesamten Kreis Offenbach vorbildlich.“

Verbunden war diese Auszeichnung mit einer Spende von 2000 Euro, die in Sportkleidung investiert wurde. Bei der Preisübergabe hatten die Sportler aus Syrien, Albanien, dem Iran und Afghanistan ihre neuen Outfits schon an.

Seit etwas mehr als einem Jahr hat der Sportverein den Kontakt zu den Schutzsuchenden. Die Idee kam von dem langjährigen TVD-Mitglied Guido Stroh, seinerzeit Stadtverordneter der Stadt Dreieich. In Abstimmung mit der Stadt Dreieich und Karin Scholl von Integrationsbüro besuchten Guido Stroh, Hanni Niebert und Gerhard Liebermann direkt die Unterkunft.

Schönster Tag

Trotz Sprachschwierigkeiten verabredeten sich die Sportler auf beiden Seiten zu ersten Trainingseinheiten. „Wir haben ein Kompliment bekommen, das wir wohl niemals vergessen. Nach dem ersten Training haben die jungen Männer zu uns gesagt: ,Das war der schönste Tag seit langer Zeit, wir haben zum ersten mal wieder lachen können’“, erzählt Liebermann.

Als kleinen Höhepunkt der Zusammenarbeit bezeichnen die Initiatoren das Hobbyfußballer-Spiel auf der eigenen Beachsportanlage, bei dem gemischte Teams – Deutsche und Flüchtlinge – gegeneinander spielten. Auch bei den Donnerstag-Hobby-Fußballern wurden „National-Mannschaften“ gegründet. Stroh, selbst aktiver Hobby-Kicker, meinte: „Die Teams der Flüchtlinge waren zu uns Deutschen immer sehr fair und extrem zurückhaltend, aber untereinander ging es schon heftig zur Sache.“

Mehr als erwartet

Inzwischen hatte sich der TVD intern organisiert und „Zehn Thesen“ für Kooperationen mit Flüchtlingen aufgestellt. Eine Basis-These war, dass zum Start Angebote speziell für Flüchtlinge aufgestellt werden, danach aber die Flüchtlinge aus integrativen Gründen zielgerichtet in den normalen Sportbetrieb eingebunden werden. So ist das Spezialangebot Tischtennis am Sonntagmorgen von 11 bis 13 Uhr ausgelaufen. Die Flüchtlinge werden jetzt in das normale Trainingsprogramm integriert.

Allerdings sei nicht nur Euphorie angebracht, nicht immer sei alles rund gelaufen, betonte Liebermann. Von beiden Seiten waren und sind Geduld und Verständnis füreinander erforderlich. Als Beispiel führte er eine Veranstaltung im vergangenen Jahr an, zu der von Franz Neumann und dem TVD fünf bis acht Personen erwartet worden waren. Gekommen waren aber rund 40 Menschen aus sechs Ländern. Da musste der große Saal des TVD geräumt, Räume für Detailbesprechungen freigemacht und spontan ein Übersetzerteam gegründet werden.

„Das war wirklich irre, aber es hat sich gelohnt“, erinnert sich Franz Neumann, der inzwischen die Koordination der Flüchtlingsarbeit im Verein übernommen hat. Mit dieser Veranstaltung kam auch der große Durchbruch. Aktuell sind im TVD folgende Sportarten für Flüchtlinge eingebunden: Boule, Darts, Fußball, Leichtathletik, Tanzen, Tennis, Tischtennis, Turnen/Gymnastik. Heute sind mehr als 40 Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Iran, Albanien beitragsfreie Mitglieder. Kinder, Jugendliche und Erwachsene, männlich und zunehmend auch weiblich.

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