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Brauchtum: Sternsinger: So helfen Kinder Kindern

Jeder kennt sie, jeder mag sie – doch längst nicht jeder weiß, was genau es auf sich hat mit den jungen Sängern, die als Heilige Drei Könige verkleidet in diesen Tagen durch die Straßen ziehen.
Unterwegs für den guten Zweck, wie hier 2017 in Walldorf: Sternsinger sind beliebt.  Archivfoto: Leo Postl Unterwegs für den guten Zweck, wie hier 2017 in Walldorf: Sternsinger sind beliebt. Archivfoto: Leo Postl
Langen. 

Nun ziehen sie wieder verkleidet durch die Straßen von Dreieich von Haus zu Haus, malen mit Kreide ihren Segen an die Türen und erfreuen die Bürger mit Gesängen. Die Rede ist von den Sternsingern. Was genau hinter dieser katholischen Tradition steckt, erklärt der Langener Pfarrer Ulrich Neff in einem Interview mit Reporter Michael Forst.

Woher kommt das Sternsingen?

ULRICH NEFF: Es ist ein Brauch mit langer Geschichte, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Als Könige gekleidet zogen damals Jungen durch die Gassen und spielten den Zug zur Krippe nach.

Und wie hat es dieser Brauch in unsere moderne Zeit geschafft?

NEFF: Das Kindermissionswerk hat die Tradition im Jahr 1959 mit der Aktion Dreikönigssingen wieder aufgegriffen, 1961 ist der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) hinzugekommen. Heute ist das Sternsingen die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder. Mitmachen dürfen natürlich alle.

Wohin geht das gesammelte Geld?

NEFF: An das Kindermissionswerk, das sich jedes Jahr einem anderen guten Zweck verschreibt. 2018 heißt das Motto: „Gemeinsam gegen Kinderarbeit in Indien und weltweit“. So setzt die Aktion einen pädagogischen Schwerpunkt: Den Sternsingern soll die Lebenssituation von Kindern am Beispiel eines Landes nahegebracht werden. Gesammelt wird aber nicht nur für dieses eine Land, sondern für alle Projekte.

Die Kinder sollen also möglichst genau wissen, wofür sie singen?

NEFF: Richtig. So macht der Reporter Willi Weitzel (bekannt aus der Kindersendung „Willi will’s wissen“, Anm. d. Red.) jedes Jahr Filme über das jeweilige Projekt, die auf www.sternsinger.de zu sehen sind.

Warum sucht man die „Heiligen Drei Könige“ in der Bibel vergeblich?

NEFF: Wieso vergeblich? Die gibt’s tatsächlich! Wobei in der Bibel wörtlich nur von den „drei Waisen“ oder „den Magiern“ die Rede ist…

Was hat es mit den Namen Caspar, Melchior. und Balthasar auf sich?

NEFF: Diese Namen leiten sich vom lateinischen Segenswunsch „Christus mansionem benedicat“ ab. Er bedeutet übersetzt „Christus segne dieses Haus“ und wird in abgekürzter Form von den Sternsingern bei ihren Hausbesuchen über die Türen mit gesegneter Kreide gemalt.

Warum schminken sich manche Sternsinger schwarz?

NEFF: Der Magier Melchior soll ein dunkelhäutiger Mensch gewesen sein. Viele der Kinder schminken sich gerne schwarz und übernehmen diese Rolle. Wir schreiben das aber nicht vor.

Die Termine

Katholische Gemeinde Neu-Isenburg: Samstag, 6. Januar: Sternsinger auf den Straßen unterwegs (St. Josef und St. Franziskus). Sonntag, 7. Januar, 10.

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