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Engagement der Bürger: „Welle von Hilfsbereitschaft“

Nicht nur im Bund engagieren sich immer mehr Personen ehrenamtlich. Auch ganz konkret, auf lokaler Ebene lässt sich dieser Trend feststellen. Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel nennt Gründe für diese Hilfsbereitschaft.
Bürgermeister Herbert Hunkel. Foto: Nicole Jost Bürgermeister Herbert Hunkel.
Neu-Isenburg. 

Die jüngsten Ergebnisse des Freiwilligensurvey (FWS) 2014 liegen vor. Diese Untersuchung ist eine wesentliche Grundlage der Sozialberichterstattung, dabei werden Personen ab 14 Jahren zu ihrem freiwilligen Engagement in Deutschland befragt. Im Jahr 1999 wurde sie zum ersten Mal durchgeführt.

Eines der wichtigsten Ergebnisse: Immer mehr Menschen engagieren sich freiwillig. Im Jahr 2014 waren 43,6 Prozent der Wohnbevölkerung ab 14 Jahren freiwillig engagiert – das sind in absoluten Zahlen 30,9 Millionen Menschen in Deutschland. In den vergangenen fünfzehn Jahren ist diese Quote um insgesamt knapp zehn Prozentpunkte angestiegen, geht aus der Untersuchung hervor. Diesen Anstieg führt der Freiwilligensurvey auf „gesellschaftliche Veränderungen, wie beispielsweise die Bildungsexpansion oder die gestiegene Thematisierung des freiwilligen Engagements in Politik und Öffentlichkeit“ und nicht zuletzt auf die Arbeit lokaler Infrastruktureinrichtungen, wie beispielsweise Freiwilligenagenturen, zurück.

Rathauschef bestätigt Trend

Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) bestätigt diesen gesellschaftlich positiven Trend: „Auch in Neu-Isenburg sehen wir diese Entwicklung. Das freiwillige Engagement in Vereinen, Fördervereinen, Initiativen, Kirchen und Glaubensgemeinschaften ist vielfältig und trägt zum Gemeinwohl bei. Eine Welle der Hilfsbereitschaft erlebte unsere Stadt mit der Einrichtung der Erstaufnahme in der Rathenaustraße. Auf der Facebook Seite „Refugees welcome in Neu-Isenburg“ registrierten sich innerhalb nur einer Woche 1700 Menschen, um die Hilfe zu koordinieren.“

Als ein für die Freiwilligenagenturen besonders interessantes Ergebnis kann die Tatsache gesehen werden, dass „Informations-und Kontaktstellen von etwa jeder zehnten engagierten Person als ein Anstoß für ihr freiwilliges Engagement angegeben wird.“ Diesen Zusammenhang haben die Verantwortlichen in Neu-Isenburg bereits früh erkannt und 2011 die Stabsstelle zur Förderung des Ehrenamtes in Neu-Isenburg eingerichtet, deren Leiterin und Ehrenamtskoordinatorin Claudia Lack ist. „Wir können das Engagement der Bürger nicht einfordern, wir können aber die Bedingungen verbessern und die Freiwilligen direkt und wirkungsvoll unterstützen und sie von bürokratischen Aufgaben entlasten“, sagt der Isenburger Bürgermeister.

Bedarfe sind hoch

Besonders hoch sei der Bedarf ehrenamtlicher Unterstützung in Vereinen – vor allem für Vorstandsarbeit und -mitarbeit –, bei Besuchsdiensten und Nachbarschaftscafés, weiß Claudia Lack.

Grundsätzlich habe sich das bürgerschaftliche Engagement aber im Laufe der Zeit gewandelt. Früher hätten sich Familien vor allem in Vereinen eingebracht, Kinder seien in die Fußstapfen ihrer Eltern getreten. „Heute dagegen wollen sich viele auf Zeit einbringen und dann in Projekten, mit denen sie etwas bewegen können“, hat Lack festgestellt. Zudem wollten viele ihr Know-How weitergeben, zum Beispiel beim Sprachunterricht für Geflüchtete.

Für sie als Koordinatorin sei es nach wie vor „erfrischend und toll“, dass sich in Neu-Isenburg so viele verbindlich engagierten, sei es im Weltladen, im Babbelcafé oder als Vorleser in der Kita. „Nach meinen Erkenntnissen ist jeder Zweite bürgerschaftlich engagiert“, sagt sie. Gebe es diesen Einsatz nicht, bräche die Gesellschaft zusammen. „Es reichen schon ein bis zwei Stunden wöchentlich, um anderen Menschen Freude zu schenken. Und man bekommt unmittelbar eine positive Rückmeldung“, sagt Lack, die Ehrenamtsanwärter und Vereine, Institutationen und Initiativen zusammenbringt. Wer sich bürgerschaftlich engagieren möchte und ein passendes Angebot sucht, kann sich bei Claudia Lack beraten lassen. Kontakt: Stabsstelle zur Förderung des Ehrenamtes im Rathaus in Verbindung setzen, Telefon (0 61 02) 24 14 56 oder E-Mail: ehren.amt@stadt-neuisenburg.de.

(fnp,mlf)
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