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Stille Demonstration am Obertor: Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt

Von Der Anschlag auf eine Wohnung von Flüchtlingen hat Dreieich erschüttert. In der Fahrgasse trafen sich die Menschen am Montagabend spontan zu einer Mahnwache.
Viele Dreieichenhainer, auch Bewohner der Gleisstraße waren gekommen, um mit einer stillen Demonstration an Obertor ihre Ablehnung gegen den feigen Anschlag auf das Haus der Flüchtlinge in Dreieichenhain zu zeigen. Bilder > Viele Dreieichenhainer, auch Bewohner der Gleisstraße waren gekommen, um mit einer stillen Demonstration an Obertor ihre Ablehnung gegen den feigen Anschlag auf das Haus der Flüchtlinge in Dreieichenhain zu zeigen.
Dreieich. 

Rund 200 Dreieichenhainer kamen gestern Abend ans Obertor. Gemeinsam wollten sie ein Zeichen setzen – gegen den Fremdenhass, gegen einen feigen Anschlag in der Gleisstraße, der am frühen Montagmorgen die ganze Stadt erschüttert hat. „Wir wollen diese Schüsse auf die Wohnung der Flüchtlinge nicht unkommentiert stehen lassen, in Dreieichenhain ist kein Platz für Gewalt, sondern ein Ort, der sich solidarisch erklärt mit den Menschen, die bei uns Zuflucht suchen“, begründete Barbara Schindler, Pfarrerin der Burgkirchengemeinde die spontane „stille Demonstration“ am oberen Ende der Fahrgasse.

Tief erschüttert

Neben vielen ehrenamtlichen Helfern aus dem Flüchtlingsnetzwerk Dreieich, waren auch viele Bewohner des betroffenen Hauses im Gewerbegebiet gekommen. Auch Bürgermeister Dieter Zimmer, Erster Stadtrat Martin Burlon, Erster Kreisbeigeordneter Carsten Müller, Dekan Reinhard Zincke und viele Mitglieder der Kommunalpolitik zeigten ihre Solidarität mit den Flüchtlingen.

Zahlreiche Bürger versammeln sich, um ein Zeichen gegen Fremdenhass zu setzen. Bild-Zoom
Zahlreiche Bürger versammeln sich, um ein Zeichen gegen Fremdenhass zu setzen.

Stadtverordnete Gisela Schäfer (SPD), selbst aktiv im Lerncafé der Flüchtlingshilfe in der Burgkirche, kann es nicht fassen. „Ich kenne die jungen Männer, sie kommen zu uns zum Lernen, sind nett, aufgeschlossen und sehr bemüht. Ich dachte wir tun alles dafür, gesellschaftlich und politisch, dass so etwas bei uns nicht passiert. Ich bin tief erschüttert.“ Grünen-Fraktionschef Roland Kreyscher nennt die Schüsse einen „gezielten Mordanschlag“, auch Sozialdezernent Carsten Müller bescheinigt dem Anschlag eine „neue, so noch nicht dagewesene Qualität der Gewalt“, weil erstmals gezielt mit scharfer Waffe geschossen worden sei. „Ich bin froh, dass sich hier so schnell und spontan so viele Menschen zusammengefunden haben, das ist ein ermutigendes Zeichen in einer sehr schwierigen Situation.“

Keine Hinweise

Bürgermeister Dieter Zimmer war ebenfalls schockiert: „Wir hatten keine Hinweise darauf, dass es solch eine extremistische Tat bei uns geben könnte. Gerade hier in Dreieichenhain herrscht ein gutes Klima und auch ein Vertrauensverhältnis – besonders wegen dem Engagement der Burgkirchengemeinde, dem sich viele Bürger angeschlossen haben.“ Der Bürgermeister betonte, wie dankbar er für diese spontane Demonstration sei. „Wir lassen uns nicht verunsichern, auch nicht von einer solchen Tat. Wir stehen zu den Menschen, die zu uns kommen und hier Schutz suchen.“

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