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Abschiebung sehr personalaufwendig und teuer: 128 freiwillige Rückkehrer

Der Westerwaldkreis ist intensiv bestrebt, ausreisepflichtige Personen, insbesondere Migranten aus dem Kosovo und anderen Westbalkanstaaten, zur freiwilligen Ausreise zu bewegen oder abzuschieben.
Foto: Sebastian Kahnert
Westerwald. 

Im Rahmen der Landesinitiative Rückkehr seien im Jahre 2014 insgesamt etwa 97 Personen aus dem Westerwaldkreis ausgereist, teilt der Kreis mit. In diesem Jahr verzeichnet der Kreis bis jetzt schon 128 freiwillige Rückkehrer. „Ein Ergebnis erfolgreicher Überzeugungsarbeit durch den mit dieser Aufgabe betrauten Mitarbeiter Thorsten Ehrenfried“, schreibt der Kreis.

Der Westerwaldkreis sieht aber auch die konsequente Rückführung rechtskräftig abgelehnter Asylbewerber als seine Aufgabe an und hat in diesem Jahr bereits 51 Personen, davon 42 aus dem Westbalkan, abgeschoben. In 2015 sind aber auch bereits elf Abschiebungen gescheitert, weil die Personen entweder untergetaucht waren oder sich während der Abschiebung, etwa im Flugzeug, derart renitent verhielten, dass die Maßnahme abgebrochen werden musste.

Ohnehin, so weiß Elisabeth Augel, Leiterin des Ausländerreferates bei der Kreisverwaltung, zu berichten, sei die Rückführung eine menschlich und administrativ schwierige, kostenintensive und nicht selten frustrierende Tätigkeit. Oftmals bedürfe es aufgrund einer Erkrankung oder weil der Pass fehlt jahrelanger Vorarbeit. Die eigentliche Abschiebung erfordere oft einen erheblichen Personalaufwand. So seien bei einer kürzlich durchgeführten Rückführung einer fünfköpfigen Familie aus Serbien, die teilweise von einem Arzt begleitet werden musste, Kosten in Höhe von rund 10 000 Euro entstanden.

Die Familie ist inzwischen in den Westerwaldkreis zurückgekehrt und hat einen Folgeantrag gestellt. Hauptproblem hier wie in praktisch allen anderen Fällen: Der Antrag werde beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), wo sich bundesweit derzeit Hunderttausende von Anträgen stapeln, nicht zeitnah bearbeitet.

In diesem Jahr wurden bislang 80 Folgeanträge gestellt. Trotz aller Schwierigkeiten setze man beim Westerwaldkreis alles daran, die bevorstehende Herkulesaufgabe erfolgreich zu bewältigen. Landrat Achim Schwickert hofft dabei auch auf die Mithilfe der Bürger – zum Beispiel sucht die Verwaltung dringend ehrenamtliche Dolmetscher für Arabisch.

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