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140 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Der Westerwaldkreis muss kurzfristig rund 140 minderjährige Flüchtlinge unterbringen. Personal wurde bereits aufgestockt.
Westerwaldkreis. 

Um grenznahe Kommunen zu entlasten, sollen die „Binnen“-Kommunen mehr minderjährige, unbegleitete Ausländer aufnehmen. Der Westerwald stellt sich auf eine hohe Anzahl solcher Flüchtlinge ein, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Verteilung der jungen Asylbewerber soll sich demnach mehr nach dem Königsteiner Schlüssel, entsprechend der Verteilung der erwachsenen Flüchtlinge, richten. Derzeit ist der Westerwaldkreis verantwortlich für knapp über 40 „UMA“, wie sie im Amtsdeutsch heißen. Das Land Rheinland-Pfalz muss nach dem Königsteiner Schlüssel 4,8 Prozent der unbegleitet minderjährigen Ausländer aufnehmen, der Westerwaldkreis davon wiederum fünf Prozent, das entspricht der Zahl 140. Die meist männlichen Jugendlichen sind in Einrichtungen der Jugendhilfe aufzunehmen, können und sollen aber auch bei Verwandten unterkommen. Der Kreis zieht auch in Erwägung, Gastfamilien zu beauftragen.

Hierzu hatte bereits Anfang November 2015 eine Info-Veranstaltung im Kreishaus in Montabaur stattgefunden. Von den über 100 Anwesenden habe eine große Zahl an Familien ihr Interesse bekundet, den Westerwaldkreis bei der Betreuung und Versorgung der Jugendlichen zu unterstützen. Die Überprüfung der Familien, ob die Voraussetzungen für eine Aufnahme erfüllt werden, läuft derzeit. Darüber hinaus sind freie Träger, unter anderem das Deutsche Rote Kreuz, der Caritasverband und auch die Katharina-Kaspar-Gruppe Dernbach, damit befasst, Plätze in Einrichtungen zu schaffen.

Die Kosten für die Unterbringung eines UMA in einer Einrichtung der Jugendhilfe seien „nicht unerheblich“. Während einer Inobhutnahme (vorläufige Aufnahme und Unterbringung eines Kindes oder Jugendlichen in einer Notsituation durch das Jugendamt) erfolgt ein Clearing: Es werden unter anderem die Identität und die Nationalität geprüft, es erfolgt eine Sozialanamnese, eine Gesundheitsuntersuchung wird veranlasst und man versucht festzustellen, ob sich Familienangehörige oder Verwandte in Deutschland aufhalten, um eine Zusammenführung zu ermöglichen.

Die Betreuung liege grundsätzlich in der Verantwortung des Kreisjugendamtes. Die Belastungen und Anforderungen an alle Jugendämter für die Bewältigung dieser zusätzlichen Aufgaben seien bereits jetzt schon außerordentlich hoch. Der Personalstamm im Kreisjugendamt in Montabaur wurde bereits aufgestockt.

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