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Städtische Mitarbeiter im Einsatz: 200 Helfer für Flüchtlinge

Der Ausschuss für Soziales und Jugend der Limburger Stadtverordnetenversammlung hat den städtischen Treffpunkt „Oase“ am Flüchtlingslager Staffel besucht.
Bei ihrem Besuch in der »Oase« testeten die Stadtverordneten auch die Tischkicker der Flüchtlinge. Bei ihrem Besuch in der »Oase« testeten die Stadtverordneten auch die Tischkicker der Flüchtlinge.
Limburg-Staffel. 

. Große Hilfsbereitschaft für die Flüchtlinge im Erstaufnahmelager in Staffel: Mehr als 200 Bürger unterstützen derzeit die Angebote im städtischen Treffpunkt „Oase“. Zusammen sind sie ehrenamtlich etwa 400 bis 500 Stunden im Einsatz. Diese Zahlen nannte der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) bei einem Orstermin des Ausschusses für Soziales und Jugend der Limburger Stadtverordnetenversammlung.

In dem 230 Quadratmeter großen Zelt mit zwei abgetrennten Bereichen betreut die Stadtjugendpflege in Zusammenarbeit mit der Limburger Adolf-Reichwein-Schule und nach Schuljahrsbeginn auch mit der Marienschule täglich die aktuell rund 20 der insgesamt 50 Flüchtlingskinder. Kinder und Erwachsene bekommen dort täglich Deutschkurse. Dafür hat die Stadt 300 Lernhefte angeschafft.

In der „Oase“ können sich die Flüchtlinge kostenlos Kaffee, Tee, Wasser und Apfelschorle holen, für die Kinder gibt es Kekse, Gummibärchen, Lollis und Schokolade. Sandra Hoffmann von der Stadtjugendpflege teilte mit, dass die Reichwein-Schülerinnen jetzt wieder in die Schule gehen müssten und folglich zusätzliche Kräfte für den Deutschunterricht und die Kinderbetreuung benötigt würden.

Ein hauptamtlicher Vertreter der Stadt ist laut Stanke kontinuierlich im Camp, um die Helfer zu beraten und die Essens-, Getränke, Kleider- und Spielzeugsausgabe zu organisieren.

Nach Angaben des Vize-Bürgermeisters hat der städtische Betriebshof für das Flüchtlingslager inklusive Reinigungsdienst bislang 1400 Stunden geleistet. Städtische Ordnungskräfte hätten für Streifengänge, Kontrollfahrten sowie die Unterstützung der Kleidungsausgabe etwa 600 Stunden aufgebracht. Im Rahmen der Kinderbetreuung durch Sozialpädagogen der Stadtverwaltung seien bisher rund 200 Stunden angefallen.

Die große Hilfsbereitschaft der Bevölkerung machte Stanke auch an den gespendeten Spielsachen und Kleidungsstücken fest. Mit Spielzeug hätten zwei große Container gefüllt werden können. Gebrauchte Kleidung sei in so großen Massen abgegeben worden, dass aus Platzgründen keine weiteren angenommen werden konnten.

12 500 Euro gespendet

Der Erste Stadtrat dankte auch den Bäckereien Huth und Simon, die Vortagsware kostenlos nach Staffel liefern, und der Spielgerätefirma ABC-Team, die einen Spielplatz mit Rutsche, Schaukeln, einem Kletterturm und Sitzbänken einrichtete.

An Geldspenden seien 12 500 Euro eingegangen, davon seien bislang 4000 Euro für die Arbeit im Treffpunkt ausgegeben worden. Stanke sagte, dass von der Einrichtung eines Internetcafés in der „Oase“ zum einen aus Kostengründen abgesehen worden sei, zum anderen hätten die Menschen aber auch nicht danach gefragt. Er lobte, dass Flüchtlinge das Gelände des Lagers sowie den Fußweg von diesem zum „Kaufland“ sauber halten.

Sigfried Bochmann von der Limburger Ehrenamtsagentur berichtete, dass die Flüchtlinge im Sprachunterricht sehr wissbegierig seien. Eine wichtige Aufgabe sei es bei der Vielzahl der Ehrenamtlichen, diese bei der Stange zu halten. Darunter gebe es erstaunlich viele Leute, die wegen eigenen Migrationshintergrundes oder aus beruflichen Gründen Arabisch sprechen könnten. Da viele der Flüchtlinge aus wärmeren Ländern kämen und schneller als Deutsche frieren würden, werde jetzt schon Herbstbekleidung gebraucht. Außerdem werden derzeit Rucksäcke, Reisetaschen und Koffer, Wolldecken, Übergangsjacken und Regenschirme gesucht, erläuterte Ausschussvorsitzende Nicole Roßberger. Die Sachen können aber nicht direkt bei der „Oase“ abgegeben werden, sondern sollten zur Caritas gebracht werden. Sie sprach von einer relativ guten Stimmung unter den Flüchtlingen.

Wie geht es weiter?

Limburgs Kripo-Chefin Madlen Weyrich sagte, dass die Befürchtungen vieler vor Straftaten im Umfeld des Camps sich nicht bestätigt hätten. Bisher habe es keine großen Probleme gegeben. Sie versicherte, die Polizei Limburg verschweige der Öffentlichkeit keine Verbrechen, wolle aber auch nicht die Stimmung in der Bevölkerung durch reißerische Pressemitteilungen anheizen.

Marion Schardt (FDP) und Elke Fehr (CDU) baten das Regierungspräsidium (RP) Gießen künftig um eine bessere Information der Stadtverordnetene und damit auch der Bevölkerung über die Vorgänge im Lager. Sie meinten, durch mehr Transparenz werde die Akzeptanz des Lagers unter den Bürgern steigen. Die Stadt wisse bisher nicht, wie es mit dem Lager nach Mitte Oktober weitergehen soll. Laut Stanke hat das RP zwar mitgeteilt, an einer Lösung zu arbeiten, doch mehr sei bisher nicht bekannt.

(rok)
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