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Bürgersprechstunde: 32 Flüchtlinge ziehen in ehemalige Fabrik

Die ehemalige Lampenschirmfabrik Calmano soll in drei Wohneinheiten für Flüchtlinge umgebaut werden. Foto: Kerstin Kaminsky Die ehemalige Lampenschirmfabrik Calmano soll in drei Wohneinheiten für Flüchtlinge umgebaut werden.
Hadamar-Niederzeuzheim. 

Die Sitzung des Ortsbeirats geriet zu einer Bürgersprechstunde: Mehr als 70 Niederzeuzheimer nahmen am Mittwoch die Gelegenheit zu Informationen aus erster Hand wahr und löcherten den Betreiber, den Bürgermeister und den Vertreter des Kreis-Ausländeramtes zum Stand der Dinge bei der geplanten Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Lampenschirmfabrik Calmano.

Wenn alles wie geplant läuft, ziehen die ersten Flüchtlinge im Herbst ein. „Dass wir zu einem derart frühen Zeitpunkt die Öffentlichkeit informieren, ist eine Ausnahme, sagte Dirk Schmidt, Fachdienstleiter Migration des Landkreises. Bezüglich der Belegung sei noch alles offen. Fest stehe aber, dass nach wie vor monatlich rund 70 neue Flüchtlinge im Landkreis ankämen. Also würden weiterhin Unterkünfte gebraucht, und diese Einrichtungen sollten möglichst gleichmäßig verteilt sein. Von den derzeit 2334 Geflüchteten, die im Landkreis Limburg-Weilburg leben, wohnen 214 Personen im Hadamarer Stadtgebiet. Niederzeuzheim hat derzeit zwei Gemeinschaftunterkünfte mit jeweils acht Bewohnern, in Oberzeuzheim leben 70 Flüchtlinge, in der Kernstadt 56, in Niederhadamar 52.

„Der Ausbau der ehemaligen Lampenschirmfabrik erfolgt in zwei Abschnitten“, erläuterte GAB-Geschäftsführer Stephan Zimmermann als Betreiber der Einrichtung. Das Objekt bestehe aus zwei voneinander getrennten Gebäuden, nämlich einem Wohn- und einem Geschäftshaus. Zuerst sollen im Gewerbeobjekt drei Wohneinheiten entstehen, in denen maximal 26 Personen ein Zuhause finden. Auch ein gemeinsamer Aufenthaltsraum sei im Konzept enthalten. Selbstverständlich werde bei der Wahl der Herkunftsländer auf ein möglichst friedliches Beieinander geachtet. Familien mit Kindern würden bevorzugt, aber auch Paare oder Alleinstehende könnten einziehen. Die Zuweisung erfolge erst, nachdem sich die Menschen eine Weile in einer der beiden großen Limburger Gemeinschaftsunterkünfte akklimatisiert hätten. Der Haupteingang zur Unterkunft werde im Hof an der Untergasse eingerichtet. Dort gäbe es auch Stellplätze zum Beispiel für den Hausmeister oder die Sozialbetreuung.

Die Parkplatzsituation sei für die Stadt Hadamar ein Grund, den Bauantrag für die Nutzungsänderung der ehemaligen Lampenschirmfabrik abzulehnen, ließ Bürgermister Michael Ruoff wissen. „Wir beurteilen das Gebäude wie andere Wohnhäuser auch. Nach der städtischen Stellplatzsatzung fehlen die erforderlichen Parkplätze, so dass eine Baugenehmigung nicht erteilt werden kann“. Letztlich läge die Entscheidung aber beim Kreisbauamt. Zimmermann führte an, dass die Wahrscheinlichkeit für eigene Autos bei den Bewohnern gering sei. Aber schließlich wäre die Nutzung als Flüchtlingsunterkunft nicht für die Ewigkeit geplant und man müsse jetzt auch schon an die Folgenutzung denken, hielt Ruoff dagegen.

Den Anwohnern macht der Verkehr durch die Untergasse jetzt bereits Sorgen. „Ist eigentlich bekannt, dass dort täglich 30 bis 40 Lastwagen zum Kieswerk fahren? Für die ist es heute schon eng. Wenn dann noch Falschparker dazukommen, ist das Chaos vorbestimmt!“, wurde moniert.

Auch die Betreuung der Flüchtlinge macht den Bürgern Sorgen. Schmidt versicherte, dass sowohl ein Hausmeister als auch eine Sozialkraft immer erreichbar seien. Und schließlich gäbe es ja in Niederzeuzheim einen aktiven Helferkreis, der hoffentlich in der neuen Situation auch noch anwachse.

Im zweiten Halbjahr 2017, rechtzeitig vor der Eröffnung der Unterkunft, soll es noch einmal eine Bürgerversammlung geben.

(kka)
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