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Ex-Wirtin in Westerwald-Gemeinde getötet: 92-Jährige erschlagen: Mörder auf der Flucht

Von Ein Unbekannter hat in Frickhofen die ehemalige Gastwirtin Hilde Schlitt erschlagen. Die Kripo fahndet nach einem jungen Mann, mit dem die 92-Jährige am Sonntagabend ferngesehen hat.
Die Gaststätte in Frickhofen, die von der Getöteten und ihrem Bruder über Jahrzehnte betrieben worden ist. Das Gebäude ist inzwischen verkauft und soll in Zukunft als Heim für Flüchtlinge dienen. Foto: Häring Die Gaststätte in Frickhofen, die von der Getöteten und ihrem Bruder über Jahrzehnte betrieben worden ist. Das Gebäude ist inzwischen verkauft und soll in Zukunft als Heim für Flüchtlinge dienen.
Dornburg-Frickhofen. 

Betroffenheit und Trauer statt fröhlicher Narretei in Frickhofen. Die Einwohner sind schockiert über den Mord an Hilde Schlitt. Alle im Dorf kannten die Frau, die jahrzehntelang gemeinsam mit ihrem Bruder Jupp das Gasthaus Schlitt neben der Kirche geführt hatte. Die beiden alten gehbehinderten Leute wohnten gemeinsam nebenan in einem Anbau in der „Lange Straße“. Dort hat ein Unbekannter in der Nacht zum Montag die 92-Jährige erschlagen.

Ihr 94-jähriger Bruder fand sie in der Wohnung mit schwersten Kopfverletzungen am Boden liegend und alarmierte den Rettungsdienst. Hilde Schlitt wurde zunächst ins Limburger Krankenhaus eingeliefert und wenig später in die Gießener Universitätsklinik verlegt, wo sie gestern Morgen verstarb.Die Kripo geht aufgrund der Verletzungen und der Lage der Frau von einem vorsätzlichen Tötungsdelikt aus. Über den Tathergang rätseln die Ermittler aber ebenso wie über mögliche Hintergründe. Ob es ein Raubmord gewesen sein könnte, wie im Ort spekuliert wird? „Wir wissen noch nicht, ob im Haus überhaupt etwas gestohlen worden ist“, sagte Uwe Meier, Sprecher der Limburger Polizeidirektion. Die Fahndung nach dem Täter konzentriert sich auf einen unbekannten jungen Mann, mit dem Hilde Schlitt am Sonntagabend ferngesehen hat.

 

Junger Mann gesucht

 

Nach den bisherigen Ermittlungen besuchte die beiden Senioren am Sonntag gegen 19 Uhr ein derzeit unbekannter Mann. Der Bruder ging im Laufe des Abends in sein Zimmer und kam 15 Minuten nach Mitternacht zurück ins gemeinsame Wohnzimmer. Der Gast, der nach Angaben des 94-Jährigen schon öfter im Haus gewesen ist, war weg. Er trug eine Jeanshose und einen auffälligen Koteletten-Bart.

Hilde Schlitt galt als streitsüchtig und war nicht so beliebt wie ihr Bruder, der als Musiker weit über Frickhofen hinaus bekannt ist und bis vor wenigen Jahren noch mit einer Band auftrat. Aber dass sie deswegen umgebracht wurde, kann sich niemand vorstellen. Der Täter könnte vermutet haben, dass Geld im Haus war.

Die Gaststätte in der Ortsmitte ist seit längerer Zeit geschlossen. Das Gebäude war bis vor etwa einem Jahr vermietet, steht seitdem leer und ist vor Kurzem verkauft worden. Der neue Besitzer will es dem Vernehmen nach zu einer Unterkunft für Asylbewerber umgestalten.

 

Nachbarn verhaftet

 

In den vergangenen Tagen ist das Haus ausgeräumt worden. Deshalb rückte zunächst auch einer der beiden beteiligten Männer aus der Nachbarschaft ins Visier der Ermittler. Der 29-Jährige wurde noch in der Nacht in einer aufsehenerregenden Aktion vorläufig festgenommen, doch am Montag wieder freigelassen. Viele Frickhöfer hatten sich darüber gewundert, dass er verdächtigt worden war.

Die Ermittler suchen derzeit nach Personen, die dem älteren gehbehinderten Geschwisterpaar in der Vergangenheit zur Hand gegangen sind. Insbesondere Hinweise auf den abendlichen Besucher werden unter Telefon (064 31) 91 400 erbeten.

Andreas Lixenfeld war einer von vielen, die gestern mit Entsetzen auf den Tatort schauten. Der Vorsitzende des Männergesangvereins, der seit den 50er Jahren im Hause Schlitt probte, sagte: „Wir sind bestürzt über den gewaltsamen Tod unserer ehemaligen Vereinswirtin.“

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