Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Limburg an der Lahn 15°C

Landesrechnungshof: Aartalbahn steht weiter auf der Kippe

Das Ringen um die Reaktivierung der Aartalbahn geht in die nächste, möglicherweise entscheidende Runde: In diesen Tagen wird eine Stellungnahme aus dem Mainzer Wirtschaftsministerium erwartet, die eine Vorentscheidung darstellen könnte.
Der Bahnübergang an der Limburger Straße in Diez. Schon bald könnte sich entscheiden, ob auf der Aartalbahn jemals wieder Züge fahren. Der Bahnübergang an der Limburger Straße in Diez. Schon bald könnte sich entscheiden, ob auf der Aartalbahn jemals wieder Züge fahren.
Diez/Hahnstätten. 

Am 6. Oktober hatte der Landesrechnungshof in Speyer endlich das seit vielen Monaten mit Spannung erwartete Ergebnis seiner Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zur Reaktivierung der Aartalbahn dem zuständigen Wirtschaftsministerium vorgelegt und darin zum wiederholten Male einige kritische Fragen zu dem Projekt gestellt. Das Ministerium sei gebeten worden, so heißt es aus dem Landesrechnungshof, zu den Kritikpunkten „bis Mitte November“ Stellung zu nehmen.

Was genau von den Finanzexperten kritisiert wurde, darüber will sich derzeit niemand konkret äußern. Stellungnahmen des Landesrechnungshofes werden von diesem nicht grundsätzlich veröffentlicht. Auch beim zuständigen Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord) will man erst eine „gemeinsame Sprachregelung“ abwarten und verweist auf „wichtige Abstimmungstermine“ in den nächsten Tagen.

Zurückhaltend optimistisch

Im Rathaus der Verbandsgemeinde Hahnstätten, die bei dem Projekt Aartalbahn vor Ort federführend ist, gibt sich Bürgermeister Volker Satony hinsichtlich der Erfolgsaussichten einer baldigen Strecken-Reaktivierung zurückhaltend: „Das Wirtschaftsministerium ist schwer einzuschätzen – es ist unklar, wie es ausgeht.“ Obwohl die Reaktivierung der Strecke im Koalitionsvertrag der in Mainz regierenden Ampel-Koalition enthalten ist, geht in den Reihen der Bahnbefürworter die Sorge um, dass FDP-Minister Volker Wissing das Projekt nicht so sehr am Herzen liegen könnte wie den Experten im früher zuständigen Infrastrukturministerium.

Die Geschichte der Aartalbahn

Die insgesamt 53,7 Kilometer lange Eisenbahnstrecke zwischen dem Bahnhof Wiesbaden-Ost und Diez wurde in drei großen Bauabschnitten zwischen 1869 und 1894 gebaut.

clearing

In den Rathäusern von Diez und Hahnstätten heißt es nun abwarten, wie das Ministerium mit der neuerlichen Kritik des Rechnungshofes umgeht. „Wir haben die Fragen des Ministeriums beantwortet, die aus der Stellungnahme des Landesrechnungshofes resultierten, und müssen nun schauen, wie es ausgeht“, so Satony. Für ihn als ehemaligen Gegner einer Reaktivierung steht es inzwischen jedoch außer Frage, dass die Wiederaufnahme des Zugverkehrs zwischen Hahnstätten und Limburg vernünftig und erfolgreich sein würde.

„Wenn wir bis Zollhaus fahren, werden die Aarbergener sofort Druck machen, dass sie auch nach Limburg fahren wollen“, ist sich der Bürgermeiser sicher. Selbst die Hoffnung, dass die Aartalbahn eines Tages wieder bis nach Wiesbaden fahren wird, mag Satony nicht aufgeben. Und das, obwohl sich die hessische Landeshauptstadt erst kürzlich für eine Straßenbahnverbindung auf ihrem Gebiet ausgesprochen hat. „Warum nicht auf dem linken Gleis eine Straßenbahn und rechts die Aartalbahn?“, fragt Satony und verweist auf die aktuelle Verkehrssituation in den an die Bahnlinie angrenzenden Städten: „Wiesbaden ersäuft im Verkehr und mit dem Auto nach Limburg reinzufahren ist die Hölle.“

Klar ist: Wird die denkmalgeschützte Strecke nicht reaktiviert, kommen auf Diez und Hahnstätten hohe Kosten für die Sanierung der Bahnübergänge zu, die ansonsten der Bund zu 100 Prozent übernehmen würde.

Zur Startseite Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse