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Flüchtlinge in Limburg: Abschied von den Flüchtlingen in Staffel unter Tränen

Heute ziehen die letzten Bewohner aus dem Camp in Staffel; dann beginnt das große Aufräumen. Gestern und heute rollen die Busse und bringen 250 Flüchtlinge nach Darmstadt.
Abschied an der Oase am Flüchtlingscamp in Staffel. Abschied an der Oase am Flüchtlingscamp in Staffel.
Limburg. 

Bereits am Wochenende, als sich die Helfer der Oase verabschiedeten, flossen reichlich Tränen, berichtet Nicole Reitz. Am Samstag öffnete das Begegnungszelt der Stadt Limburg ein letztes Mal für alle zum Abschieds-Happening. Reitz hat den Eindruck, dass gar nicht alle Flüchtlinge verstanden haben, dass ihre Betreuer nicht mit nach Darmstadt übersiedeln. Viele derjenigen, die jetzt umziehen, wollen unbedingt in Wohnheime nach Limburg zurück.

Allein in der Oase engagierten sich 400 ehrenamtliche Helfer und sorgten montags bis samstags zweimal drei Stunden täglich für Kaffee, Deutsch-Unterricht oder einfach offene Ohren. Nicole Reitz: „Wir waren so etwas wie die erste Heimat für die Menschen.“ In der Spitzenzeit lebten in Staffel bis zu 650 Flüchtlinge. Bis gestern morgen waren noch rund 250 übrig, vor allem Syrer, Afghanen, Iraner und Iraker. Ein oder zwei warteten nach Angaben von Nicole Reitz bereits seit Ende vergangenen Jahres dort auf ihr Asylverfahren, der Rest kam erst im Laufe dieses Jahres. Jedenfalls reichte die Zeit für unendlich viele Gespräche über Schicksale und um herzliche Kontakte zu knüpfen. Deshalb sei den Oase-Teams in den vergangenen Tagen der Abschied „sehr nahe gegangen“, erzählt Nicole Reitz, die mit Marion Hannappel und Michael Nied die organisatorischen Fäden in der Oase in der Hand hatte. Auch in deren Namen bedankt sie sich herzlich bei allen, die mitangepackt haben. Am 8. Juni hat die Stadt die Ehrenamtlichen zu einer Art Fest eingeladen. Unabhängig davon wollen sich die Helfer auch noch einmal für sich treffen, um sich auszutauschen über all die Begegnungen und Erlebnisse der letzten Monate. Sie hoffen, dass die Stadt Räume für eine neue „Oase“ zur Verfügung stellt.

Am 20. Juni soll der Verleiher der Leichtbauhallen anrücken und Quartiere und Aufenthaltszelte abbauen. Bis dahin müssen Betten, Stühle und andere Einrichtungsgegenstände ausgeräumt sein. Das große Ausräumen soll losgehen, wenn heute die letzten Flüchtlinge das Lager verlassen haben, teilt eine Sprecherin des Regierungspräsidiums mit. Das Land hat ein privates Unternehmen mit dem Abbau und Einlagern beauftragt. cris

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