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Dompteur: Alexander Lacey zeigt im Zirkus Charles Knie, was Raubkatzen können

Von heute bis Montag gastiert der preisgekrönte Zirkus Charles Knie auf dem Marktplatz in Limburg. Mit dabei der berühmte Raubkatzen-Dompteur Alexander Lacey, der nach sechs Jahren in Amerika mit seiner gemischten Raubtiernummer nun wieder in einem deutschen Zirkus auftritt.
Lacey kennt seine Tiere von klein auf und kann sie in ihrem Charakter einschätzen. Lacey kennt seine Tiere von klein auf und kann sie in ihrem Charakter einschätzen.
Limburg. 

Ab Samstag gastiert der deutsche Zirkus Charles Knie in Limburg. Ein internationales Programm mit Artisten, Orchester, Clowns, Akrobaten, Musikern und Tierlehrern sowie 200 Tiere wartet auf die Besucher. Mit dabei ist der englische Tierlehrer Alexander Lacy mit seiner gemischten Raubtiernummer, wofür er beim „Internationalen Circusfestival von Monte Carlo“ mit der höchsten Auszeichnung prämiert wurde.

Der aus Nottingham stammende 42-jährige Engländer ist mit den Raubkatzen aufgewachsen, denn bereits seine Eltern arbeiteten mit ihnen. Zwar habe er zwischendurch auch mit Ponys, Kamelen und anderen Zirkustieren gearbeitet, doch er kehrte immer wieder zu den Raubkatzen zurück. „Die Arbeit mit den Raubkatzen liegt mir im Blut“, so Lacey.

„Nur mit ganzer Liebe“

Er besucht mit zwölf Jahren ein Internat bis er 17 wurde, doch in den Ferien zog es ihn immer wieder zu den Tieren, erzählt er. Mit 16 Jahren durfte er dann mit seinem Vater auch zum ersten Mal in die Zirkusrotunde zusammen mit den Raubkatzen. Und diese Faszination hat den 42-Jährigen bis heute nicht losgelassen.

„Nur wenn ich mit ganzer Liebe dabei bin, kann ich den Tieren meine volle Aufmerksamkeit widmen und gut mit ihnen arbeiten“, so der Tierlehrer. Dabei stellt er von vorneherein klar, dass er denn Tieren nichts aufzwingt. „Bei der Arbeit mit den Tieren machen wir nicht das, was ich möchte, sondern was die Tiere möchten.“

Auch große Raubkatzen mögen die Abkühlung, weiß Dompteur Alexander Lacey. Bild-Zoom
Auch große Raubkatzen mögen die Abkühlung, weiß Dompteur Alexander Lacey.

Da er sehr viel Zeit mit ihnen verbringt, verstehe er sie und könne sich voll auf sie einstellen. „Ich erarbeite die Show um die Tiere herum“, so Lacey. Zum Beispiel habe er einen Löwen, welcher sehr gerne springe, und dann zeigt er in der Show auch dessen Sprungkraft. Er würde seine Tiere nie zu etwas zwingen. Natürlich haben seine Tiere auch mal Tage, an denen sie nicht wollen, aber dann lässt er sie aus der Nummer raus und dränge sie nicht zu einem Auftritt.

Um zu erklären, wie sich die Raubkatzen verhalten, zieht er zum Vergleich einen Hund heran. „Wenn ihr Hund merkt, dass sie mit ihm Gassi gehen wollen, freut er sich und springt um sie herum“, so Lacey. „Das Gleiche geschieht mit meinen Katzen.“ Sie würden die Musik der einzelnen Nummern kennen. Auch wenn sie scheinbar faul im 500 Quadratmeter großen Außengehege herumliegen, so würden sie unruhig werden, sobald die Musik vor ihrem Auftritt ertönt. Dann sprängen sie auf und warteten darauf, dass sie an der Reihe sind. „Sie wissen, wenn Showtime ist“, erzählt der Tierlehrer.

Info: Manege frei!

Zirkus Charles Knie gastiert ab heute auf dem Limburger Marktplatz. Es gibt Handstand-Nummern, Flugtrapez, Clowns und mehr. Aufführungen sind am Samstag um 16 Uhr und 20 Uhr, Sonntag um 11 Uhr

clearing

Lacey kennt seine Tiere von klein auf und kann sie in ihrem Charakter einschätzen. Mit acht Monaten beginnt er, mit ihnen zu arbeiten. Davor habe es keinen Sinn, da sie wie verspielte Kinder seien. Mit zweieinhalb Jahren haben sie ihren ersten Auftritt vor Publikum. Es sei mit den Raubkatzen wie mit den Menschen, nur stetiges Lernen bringe sie zu Höchstleistungen. Dafür sei es wichtig, ihrem Tag Struktur und Beschäftigung zu geben, damit sie sich nicht langweilten. „In der Wildnis jagen die Tiere einen Großteil ihrer Zeit und dies fehlt ihnen bei uns“, so Lacey. Die Raubkatzen lernten gerne und seien durch die Beschäftigung auch mental gesund.

Wöchentlicher Check

Lacey ärgert sich, dass die Kritiker von Wildtieren im Zirkus den Experten nicht vertrauen würden. „Erkenntnisse aus der Forschung werden ignoriert, etwa dass die Tiere weder bei der Arbeit in der Manege noch beim Transport vermehrt Stresshormone ausschütten“, so Lacey, „Und es wird ignoriert, dass wir einmal pro Woche von Amtstierärzten kontrolliert werden. Wir sind unter ständiger Beobachtung, wie unter einem Mikroskop.“ Zudem gebe es in der Wildnis nicht mehr genügend Platz für die Wildtiere, so dass gute Parks und auch Zirkusse notwendig seien, um die Arten zu erhalten. Es sei nicht der richtige Weg, alle Einrichtungen zu schließen. Vielmehr müsse darüber gesprochen werden, wie solche Einrichtungen noch besser in Zukunft arbeiten können, um die Arten zu erhalten. Zudem liebe er seine Tiere über alles, so dass ihm sehr daran gelegen ist, dass sie gesund sind. Bei all seiner Liebe zu den Raubkatzen und sein Engagement an 365 Tagen im Jahr muss er jedoch aufpassen, dass seine Familie nicht zu kurz kommt. Dies sei die größte Herausforderung für ihn bei seiner Arbeit, verrät er. Wer Lacey bei seiner Arbeit mit den Tieren erleben möchte und in die bunte Welt des Zirkus eintauchen möchte, hat dazu am Wochenende die Gelegenheit.

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