Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen

Hadamarer Orgelspaziergang: Alle Register gezogen beim Orgelspaziergang

Drei Organisten haben beim fünften Hadamarer Orgelspaziergang alle Register gezogen.
Michael Loos spielte an der Wagenbach-Orgel der Ägidienkirche. Foto: Andreas Müller Michael Loos spielte an der Wagenbach-Orgel der Ägidienkirche.
Hadamar. 

Im malerischen Fürstenstädtchen konnten am Sonntag Musikliebhaber insgesamt drei Stunden Orgelmusik genießen. Die katholische und die evangelische Kirchengemeinde hatten dazu gemeinsam mit der Kulturvereinigung der Stadt eingeladen.

Musiziert wurde für einen guten Zweck. Alle Spenden und Einnahmen aus dem Verkauf von Kaffee und Kuchen gehen an das Hospiz in Hadamar. Die Konzerte in allen Kirchen waren sehr gut besucht. In vier Kirchen erklang Orgelmusik aus verschiedenen Epochen auf insgesamt fünf Orgeln. An jeder Station erzählten die Ausführenden zunächst etwas zur jeweiligen Orgel und der Musik, Hartmut Kuhl von der Kulturvereinigung ergänzte Wissenswertes über die Gotteshäuser.

Dekanatskantor Michael Loos und Bezirkskantor Martin Buschmann machten in der Ägidienkirche auf dem Mönchberg den Anfang. Loos spielte auf der Wagenbach-Orgel aus dem Jahr 1977, Buschmann auf einer vor zwei Jahren angeschafften Truhen-Orgel des evangelischen Dekanates Runkel. „Auch wenn die beiden Instrumente unterschiedliche Größen haben, sind sie durch die gleiche Anzahl von Registern ähnlich“, erklärte Buschmann. Es erklangen Kompositionen alter italienischer Meister sowie zwei Bach-Kantaten. Die Tradition, dass zwei Orgeln miteinander kommunizieren, stammt aus Venedig und wurde in San Marco praktiziert. Die beiden Orgeln in der Ägidienkirche lieferten sich ein Wechselspiel. Eine Orgel gibt das Thema vor, die zweite greift es auf.

 

Etwas kalt

 

In der spätgotischen, reich verzierten Liebfrauenkirche war es gefühlte 20°C kälter und die Zuhörer zogen sich Jacken an. Hier spielte der Limburger Domorganist Carsten Igelbrink französische (Théodore Dubois und Thédore Salomé) und deutsche Romantik (Joseph Gabriel Rheinberger) auf einer 1899 in England gebauten Orgel. Insbesondere durch die sehr unterschiedliche Registrierung demonstrierte Igelbrink dabei alle klanglichen Nuancen des Instrumentes.

Bevor es in der evangelischen Schlosskirche weiterging, konnten sich die Zuhörer im wunderschönen Schlosshof oder im Gewölbekeller des Schlosses mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen stärken. Martin Buschmann spielte dann in der Schlosskirche auf der aus dem Jahr 1978 stammenden Orgel der Fa. Günter Hardt aus dem heimischen Möttau das wohl bekannteste Stück der Orgelliteratur, die Toccata und Fuge d-Moll von Johann Sebastian Bach (BWV 565). Hört man diese oft sehr schwülstig, klang sie bei Buschmann eher schlank und damit wohl ganz im Sinne des Komponisten. Die lauten und leisen Stellen spielte Buschmann im Wechsel auf den zwei Manualen, wodurch ein sehr schöner Echo-Effekt entstand. Die anschließende Sonate d-Moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy ist durch die ständigen Registerwechsel ohne Assistenz kaum spielbar. Die Umregistrierungen übernahm Buschmanns Frau Friederike. Die Vielseitigkeit der Klangfarben demonstrierte der Organist dann noch vorzüglich bei den zehn Variationen über das Lied „Geh aus, mein Herz und suche Freud“ von Hans Uwe Hielscher (*1945), der lange Jahre als Organist in der Wiesbadener Marktkirche wirkte.

 

Musikalische Zeitreise

 

Zum Abschluss des Nachmittages spielte Michael Loos auf der Klais-Orgel in der katholischen Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk. Sie wurde 1972 in ein barockes Gehäuse eingebaut, das von der Vorgängerorgel von 1755 stammt. Mit zeitgenössischen Werken von Jehan Alain (1911-1940) und Jaques Ibert (1890-1963) endete diese musikalische Zeitreise über vier Jahrhunderte.

Zur Startseite Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse