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Kripo-Chefin lobt Limburg: „Alles geregelt“ im Camp

„Wir beschönigen nichts“, sagt die Leiterin der Kriminalpolizei der Polizeidirektion Limburg-Weilburg, Madlen Weyhrich, im Limburger Rathaus. Das in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses angesprochene Thema: Das Flüchtlingscamp in Staffel.
Im Staffeler Flüchtlingscamp geht es nach Angaben der Kripo-Chefin gesittet zu. Die Kleidung trocknet auf Zäunen. Im Staffeler Flüchtlingscamp geht es nach Angaben der Kripo-Chefin gesittet zu. Die Kleidung trocknet auf Zäunen.
Limburg. 

„Limburg ist ein positives Beispiel“, machte die Kripo-Chefin Madlen Weyhrich im Haupt- und Finanzausschuss deutlich. Beispielhaft sei das Engagement der Stadt mit ihrer „Oase“ und dem dort gemachten Angebot für die Flüchtlinge oder auch die Einrichtung des Spielplatzes auf der Fläche des Zeltlagers. „Das alles ist nicht selbstverständlich“, sagte die Kripo-Chefin im Rathaus.

Allerdings erläuterte sie im Ausschuss auch, dass die Polizei immer wieder mit Gerüchten konfrontiert werde. Die Aussagen würden in der Regel nicht stimmen. Besonders häufig gehe es darum, dass Supermärkte, Discounter und andere Einrichtungen in der Nähe der Erstaufnahmeeinrichtung schließen müssten, da sie den durch Ladendiebstahl verursachten Schaden nicht mehr verkraften würden. Und für die Ladendiebstähle würden grundsätzlich die Flüchtlinge verantwortlich gemacht.

Schutz vor Neugierigen

Die Polizeidirektion habe einen erfahrenen Beamten damit beauftragt, Kontakt zu allen Gewerbetreibenden rund um das Camp zu halten, dort nachzuhören und zu informieren. Bisher sei alles völlig unauffällig verlaufen, so die Kripo-Chefin.

Auch auf dem Gelände des Lagers gehe es überaus geregelt und gesittet zu, jedoch nicht reibungsfrei. Aber bei 600 bis 650 Menschen, die auf engem Raum zusammenlebten und aus ganz unterschiedlichen Herkunftsländern stammen, sei das auch nicht außergewöhnlich.

Mit der Einrichtung des Erstaufnahmelagers in Staffel hat die Polizeidirektion zusätzliche Kräfte zur Verfügung gestellt bekommen; fünf Wachpolizisten sind es. Sie haben unter anderem die Aufgabe, Streifengänge um das Camp zu machen. Dort ist auch ein von der Stadt engagierter privater Sicherheitsdienst unterwegs, zudem Kräfte des städtischen Ordnungsamts.

Diese Dienste sind nach Einschätzung von Madlen Weyhrich nicht deshalb aktiv, um die Bevölkerung vor den Flüchtlingen zu schützen, sondern um das Camp und seine Bewohner vor zu neugierigen Einheimischen zu schützen oder auch um Beschädigungen von außen an dem Camp zu verhindern.

Den privaten Wachdienst, so die Kripo-Chefin auf eine Nachfrage, würde sie auf jeden Fall weiterhin belassen, denn es gehe auch darum, das subjektive Sicherheitsgefühl der einheimischen Bewohner zu stärken. Dafür seien Uniformträger geeignet.

Dass es bei einzelnen Delikten, wenn sie von Flüchtlingen aus dem Camp begangen werden, durchaus zeitliche Differenzen geben kann zwischen der Ausführung und der Meldung der Polizei an die Öffentlichkeit beziehungsweise dem Bekanntwerden des Vorfalls bei der Polizei, räumte Weyhrich gegenüber Stadtverordnetenvorsteher Michael Köberle (CDU) ein. Bevor die Polizei mit Vorfällen an die Presse gehe, müssten erst einmal die Fakten geklärt, der Vorfall kriminaltechnisch aufgearbeitet werden.

Wie die Polizeibeamtin auf eine weitere Nachfrage von Marion Sauer-Schardt (FDP) sagte, gibt es eine enge Abstimmung mit den Polizeidienststellen in Montabaur und Diez, auch vor dem Hintergrund der Einrichtung in der Diezer Freiherr-vom-Stein-Kaserne. Sofort nachdem bekannt wurde, dass Flüchtlinge in die Kaserne einziehen, habe es ein Gespräch gegeben. Das sei auch ganz im Sinne der Polizeidirektion, denn „gefühlt seien die Flüchtlinge in der Kaserne eher in Limburg als in Diez“. jl

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