E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Limburg an der Lahn 28°C

Kanzleramtsminister warb in Villmar für die Aufnahme: Altmaier: Flüchtlingszahlen werden sinken

Kanzleramtsminister Peter Altmaier warb in Villmar für eine gerechtere Verteilung der Flüchtlinge in Europa und hofft auf zurückgehende Flüchtlingszahlen.
Kanzleramtsminister Peter Altmaier trug sich ins goldene Buch des Marktfleckens Villmar ein. Dabei auch (v.l.) Dieter Scheu, Joachim Veyhelmann, Bundestagsabgeordneter Markus Koob, Gerda Stahl und Bürgermeister Arnold-Richard Lenz. Kanzleramtsminister Peter Altmaier trug sich ins goldene Buch des Marktfleckens Villmar ein. Dabei auch (v.l.) Dieter Scheu, Joachim Veyhelmann, Bundestagsabgeordneter Markus Koob, Gerda Stahl und Bürgermeister Arnold-Richard Lenz.
Villmar. 

„Sie haben heute hier nicht den wichtigsten Minister, wohl aber den gewichtigsten Minister“, begrüßte Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) die Gäste beim etwas verspäteten politischen Aschermittwoch der Villmarer CDU in der König-Konrad-Halle Freitagabend launig. Und dem SPD-Bürgermeister Arnold-Richard Lenz wünschte der enge Vertraute von Kanzlerin Angela Merkel nach den Kommunalwahlen am 6. März eine starke CDU in der Gemeindevertretung, da dies dann für den Rathauschef erleichtern würde. Der Gast aus Berlin scheint sich wohl über die politischen Verhältnisse der Gemeinde im Vorfeld informiert zu haben.

„Werden es schaffen“

In Sachen Flüchtlingsproblematik zeigte sich Altmaier überzeugt, dass Deutschland es trotz der größten Herausforderung seit den Flüchtlingsströmen nach dem Zweiten Weltkrieg schaffen werde. Er könne sich noch gut an die Zeit einige Jahre nach der Wende erinnern, als noch nirgendwo blühende Landschaften zu sehen gewesen seien und viele gedacht hätten, die fetten Jahre in Deutschland seien nun endgültig vorbei. Damals habe es Deutschland geschafft und schaffe es Deutschland wieder, ist Altmaier überzeugt.

Landrat Michel sucht Wohnungen für Flüchtlinge.
3000 Plätze und mehr für Flüchtlinge

Von derzeit 2570 Plätzen, die zur Unterbringung von Flüchtlingen im Kreis Limburg-Weilburg zur Verfügung stehen, sind 2185 belegt. Das sagte Landrat Manfred Michel (CDU) in der Sitzung des Kreistages

clearing

Es gehöre zum Menschenbild der CDU, Menschen zu helfen, die verfolgt seien, stellte er klar. Es habe großer Anstrengungen bedurft, doch alle Flüchtlinge hätten ihr Bett bekommen und müssten im Winter nicht frieren. Für 2016 ist Altmaier davon überzeugt, dass es gelingen wird, die Flüchtlingszahlen im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu reduzieren. Beispielsweise seien sie rückläufig, weil sichere Herkunftsländer wie die Staaten des früheren Jugoslawiens mittlerweile klar definiert seien.

Keine dichten Grenzen

Zuwanderern aus rein wirtschaftlichen Gründen will Altmaier künftig schneller abschieben lassen. Denn Deutschland werde überfordert, wenn sich nicht auf diejenigen beschränkt werde, die wirklich akut verfolgt seien. Oberstes Ziel für Altmaier für die Zukunft ist es, auf der Welt für mehr Frieden zu sorgen, da dies das beste Mittel gegen weitere Flüchtlingswellen sei.

Der Minister hält es für nicht machbar, sämtliche deutschen Grenzen zu sichern. Selbst wenn jedes nach Deutschland kommende Fahrzeug kontrolliert werde, gebe es immer noch genügend Möglichkeiten, über grüne Grenzen ins Land zu kommen. Von daher setzt Altmaier auf eine gerechtere Verteilung von Flüchtlingen innerhalb Europas und hält diese, wenn auch aktuell noch nicht alle Länder an einem Strang ziehen, für mittelfristig möglich.

Rückkehrbereitschaft

Altmaier zeigte sich in Villmar überzeugt davon, dass viele Flüchtlinge wieder in ihre Heimat gehen werden, wenn das wieder gefahrlos möglich sein wird. Er glaubt auch nicht, dass die anerkannten und hier bleibenden Flüchtlinge Deutschland schaden werden. Der CDU-Politiker sagte, dass die meisten der Flüchtlinge sehr höfliche, willige Menschen seien, die bereit seien, einiges dafür zu tun, hier eine bessere Zukunft zu finden.

Deutschland habe ja auch die Gastarbeiter damals integriert. Man müsse nur dafür sorgen, dass die neuen Mitbürger schnell Deutsch als Grundvoraussetzung für Integration lernten und eine gute Ausbildung bekämen. Es gebe hier eine Menge Stellen, die von Deutschen nicht besetzt werden könnten. Altmaier ist sich aber auch im Klaren darüber, dass unter vielen vorbildlichen Flüchtlingen ein geringer Teil sei, der sich nicht integrieren wolle. Und denen müsse gezeigt werden, dass für sie die deutschen Gesetze gelten würden wie für jeden anderen auch.

Keine Bundestagswahl

Die Landtagsabgeordneten Joachim Veyhelmann und Andreas Hofmeister machten den Gästen nach der Begrüßung durch Gemeindeverbandschef Dieter Scheu noch einmal deutlich, dass es bei den Kommunalwahlen nicht um Bundespolitik gehe. Man sollte ihrer Meinung nach die Bewerber unterstützen, denen man zutraut, für die Menschen vor Ort die beste Politik zu machen. Da sei man, so Hofmeister, mit der CDU immer gut gefahren. Bürgermeister Arnold-Richard Lenz legte Altmaier noch das goldene Buch des Marktfleckens vor, in das er sich eintrug. rok

Zur Startseite Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen