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Benefizaktion des Schauspielers Heinz Hoenig: Am Frieden geschmiedet

Von In der Kettenbacher Schmiede von Rüdiger Schwenk sind am Wochenende Nägel für den Frieden geschmiedet worden. Initiator der Aktion war kein Geringerer als Fernsehstar Heinz Hoenig.
Die Freunde Alfred Bullermann (links) und Heinz Hoenig (am Hammer) schmiedeten Friedensnägel. Bilder > Die Freunde Alfred Bullermann (links) und Heinz Hoenig (am Hammer) schmiedeten Friedensnägel.
Aarbergen-Kettenbach. 

„Schmieden für den Frieden“ heißt ein Projekt des bekannten Film- und Fernsehschauspielers Heinz Hoenig. Zu dessen Freunden zählen schon lange die Schmiedemeister Alfred Bullermann und Tom Carsten. Was lag da näher, als deren Können zu nutzen und Friedensnägel zu schmieden, um die Menschen auf die unsichere Lage auf der Welt aufmerksam zu machen?

Der Kettenbacher Schmied Rüdiger Schwenk hat während der letzten Jahre in seiner Werkstatt bei diversen Veranstaltungen bereits Friedensaktionen wie „Rosen für Oslo“ nach dem Amoklauf von Anders Breivik oder „Friedenstauben für die Ukraine“ unterstützt und auch von „Schmieden für den Frieden“ erfahren. Als er hörte, dass die Initiatoren noch weitere Schmiede suchen, die ihre Idee unterstützen, meldete sich Schwenk spontan – und bekam gleich den Zuschlag für die Auftaktveranstaltung 2016. Das Datum war mit Bedacht gewählt, denn am gestrigen 8. Mai endete vor genau 70 Jahren der Zweite Weltkrieg.

Für einen guten Zweck

Jeder Gast hatte am Wochenende die Möglichkeit, gemeinsam mit den Profis einen eigenen Friedensnagel zu schmieden. Der kostete 100 Euro, von denen nach Abzug der Materialkosten jeweils 75 Euro an die Nele-Neuhaus-Stiftung gehen werden. Die Initiative der hessischen Erfolgsautorin, die gestern persönlich anwesend war, kümmert sich um die Leseförderung von Kindern, deren Eltern sich sonst keine Bücher leisten könnten. Am Samstagnachmittag war bereits die hr-Fernsehmoderatorin Michaele Scherenberg („Hessen à la carte“) zu Gast zum Schmieden. Auch CDU-Bundestagsabgeordneter Klaus-Peter Willsch und Aarbergens Bürgermeister Udo Scheliga (CDU) beteiligten sich mit je einem Friedensnagel an der Aktion.

Die Nägel wurden gestern Nachmittag von Heinz Hoenig persönlich in einen Friedensbaum eingeschlagen. Geschmiedet wurden sie wurden übrigens aus echten Bombensplittern, die Schwenk mit einer Sondergenehmigung vom Kampfmittelräumdienst des Regierungspräsidiums Darmstadt erhalten hatte. Hoenig forderte alle Schmiede bundesweit auf, sich auch am Projekt „Schmieden für den Frieden“ zu beteiligen. Jeder könne Friedensnägel schmieden und nach Abzug seiner Kosten für einen guten Zweck nach Wahl spenden. Er überprüfe die Verwendung der Mittel nicht einzeln. Denn unter Schmieden gelte ein Ehrenkodex und folglich betrüge man in diesen Kreisen nicht.

Nägel für den Frieden zu schmieden, sei ein uralter Brauch, sagte der durch den Film „Das Boot“ bekannt gewordene Schauspieler. Sein Freund Alfred habe die aktuell schwierige Lage auf der Welt aufgerieben und darum hätten sie sich zusammen diese Aktion überlegt. Was viele nicht wissen: Der gebürtige Bayer und heutige Wahl-Schleswig-Holsteiner Hoenig hat vor seiner Schauspielerkarriere als Silberschmied gearbeitet. Aus dieser Zeit weiß Hoenig, dass man als Schmied viel Feinfühligkeit benötigt, um etwas Schönes aus weichem Eisen zu formen. Eine Eigenschaft, die er sicher auch hinter rauer Schale benötigt, um glaubhaft für Frieden einzutreten. Michaele Scherenberg meinte: „Feuer kann erwärmen und Menschen zusammenbringen“. Das Feuer müsse weitergetragen werden. In Kettenbach funktionierte dies, weil zahlreiche Schmiede aus ganz Deutschland sowie viele Gäste kamen. Scheliga und Willsch dankten Schwenk und seinen Kollegen für ihr Engagement.

Aus einem Panzer

Bullermann erzählte, dass Hoenig, Carsten und er sich schon lange gekannt hätten, als sie im Jahr 2005 auf die Idee gekommen seien, ihr handwerkliches Können zu nutzen, um 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges mit 40 Schmieden auf der ganzen Welt aus einem früheren Panzer Friedensskulpturen zu formen. Zehn Jahre seien mittlerweile vergangen, doch es geschehe weiterhin viel Unrecht auf der Welt, meinte Bullermann. Daher sei es ihm ein Herzensanliegen, eine Demo für den Frieden zu starten, um den Menschen in Deutschland zu zeigen, wie gut es ihnen eigentlich gehe. Früher hätten Schmiede Waffen hergestellt, mittlerweile setzten sich viele mit ihm für den Frieden ein, freute sich Bullermann. Dass zu den Aktionen Prominente eingeladen würden, habe den Hintergrund, dass dadurch die öffentliche Aufmerksamkeit für „Schmieden für den Frieden“ größer werde. Hoenig („Promi, was heißt das schon“) gab sich aber eher als Schmied denn als Filmstar. Früher hat der Schauspieler sogar in einem Imbiss gearbeitet, um sich Geld zu verdienen, und so war er sich auf dem Schmiedefest nicht zu schade, zwei Tage höchstpersönlich für den guten Zweck die Gulaschkanone zu bedienen.

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