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Mittelaltermarkt: Am Schloss ging es am Wochenende turbulent zu

Zum fünften Mal haben der Gewerbeverein „Hadamar aktiv“ und „Lorraine Médiévale“ für mittelalterliches Ambiente rund um das Hadamarer Schloss gesorgt.
Der Gaukler mit seinen bunten Bällen und Keulen zog vor allem die Blicke der Kinder auf sich. Bilder > Foto: Heike Lachnit Der Gaukler mit seinen bunten Bällen und Keulen zog vor allem die Blicke der Kinder auf sich.
Hadamar. 

Eintauchen in längst vergangene Zeiten, lautete das Motto an diesem Wochenende auf dem Schlossplatz. Bereits zum fünften Mal fand der Mittelaltermarkt statt, diesmal im Mai und nicht wie die vergangenen Jahre im September. Turbulent ging es zu: Mit Met und Dunkelbier stillten die Besucher ihren Durst, Stockfisch und Knoblauchbrot dienten dem leiblichen Wohl. Am Elbbach hatten Gruppen ihre Lager aufgeschlagen und luden die Besucher ein, ihre Welt zu besichtigen.

„Fürstlichste Stadt“

Mit einem riesigen Zug über den Markt wurde derselbige eröffnet: Glockenschellen, Trommelklänge und Dudelsacktöne lagen in der Luft. Rittersleute in schweren Rüstungen schritten neben einfachen Bauern einher. Feine Burgdamen begleiteten ihre edlen Recken. Und auch die Gaukler durften nicht fehlen. Carolan Lieb vom Veranstalter „Lorraine Médiévale“ eröffnete den Markt in der Mittagszeit in der „einzig wahren, fürstlichsten Stadt, die Hessen zu bieten hat“. Zum kleinen Jubiläum fand die Begrüßung nicht auf der Treppe im Schlossinnenhof statt, sondern auf einer eigens errichteten Tribüne mitten im Geschehen. Mit ihm gemeinsam erklärte Stadtrat Bernd „Die Graue Eminenz von Hadamar“ Groh das Markttreiben für eröffnet.

Viel gab es zu erleben: Die Kinder erfreuten sich am Kettenkarussell, das von Hand betrieben wurde. Probierten Bogenschießen, Runen schreiben und Speckstein feilen aus. Handwerkern wie dem Schmied oder Kerzenmacher konnten die Besucher über die Schultern schauen. Aus Holland war der Kunsthistoriker Marius Brüyn angereist. Er zeichnete an einer Rekonstruktion des Hadamarer Schloss aus dem 14. Jahrhundert, wie es damals ausgesehen haben könnte. Und wer sich ein wenig Zeit nahm, dem erzählte Brüyn gern von seiner Kunst. Zum Beispiel davon, dass er seine Tinte aus Gallnüssen herstellt. Diese werden zu feinem Pulver zerrieben und mit Wasser gemischt, so dass sie einen braunen Ton ergeben. Für ihn sei so ein Markt „lebende Geschichte“, sagte der Niederländer. Man könne über die Vergangenheit fantasieren oder es einfach selbst ausprobieren.

Auch Carolan Lieb kann sich der Faszination Mittelalter nicht entziehen. Schon immer reizte ihn diese Zeit. Das Mittelalter beschränke sich ja nicht nur auf Europa, sagt er. Es gab Einflüsse von außen durch die Kreuzzüge ins osmanische Reich, die wiederum viele Errungenschaften in Medizin und Sprache mit nach Europa brachten, erzählt Lieb begeistert. Sein Hobby machte er irgendwann zu seinem Beruf, indem er begann, Mittelaltermärkte zu organisieren. „Ich denke, die Besucher möchten einfach nur mal ein paar Stunden von der Hektik und den Problemen des Alltages ausspannen und abschalten. Die Märkte einfach nur genießen.“

Gruselig wurde es für die Besucher in der Sprechstunde von „Dr. Dr. Dr. Bombastus“, der Bruder Leonardo auseinandernahm und wieder zusammensetzte – was nicht immer so gesund für seinen Patienten aussah . . . Kaum einer konnte den Blick von diesem Spektakel abwenden. Aber das Angebot, sich selbst mal untersuchen zu lassen, wollte dann doch niemand annehmen.

Spektakuläre Feuershow

Der Gaukler zog vor allem die Kleinen in seinen Bann. Höher und höher flogen die Bälle. Er balancierte Stangen auf Kopf, Nase und Schultern. Er schleuderte brennende Fackeln wild um sich. Und die Kinder staunten. Am Abend gab es dann noch eine spektakuläre Feuershow.

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