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Auf den Spuren alten Obst-Adels

Einen idyllischen Lebensraum für Insekten und Vögel hat Familie Langschied mit einer Streuobstwiese mit 100 Bäumen geschaffen.
Bei dem derzeit herrlichen Wetter macht eine Baumwuchskontrolle natürlich doppelt Spaß: Kurt und Holger Langschied auf der Streuobstwiese bei Flacht. Bei dem derzeit herrlichen Wetter macht eine Baumwuchskontrolle natürlich doppelt Spaß: Kurt und Holger Langschied auf der Streuobstwiese bei Flacht.
Flacht. 

Beginnend im Jahre 2004 haben Kurt Langschied und dessen Sohn Holger auf eigenem Grund in der Gemarkung Niederneisen 100 Streuobstbäume alter Sorten gepflanzt. Ihr Anliegen ist dabei, den Streuobstbestand von regionalen Sorten wie die „Mensfelder Glanzrenette“, den „Dausenauer Doppelten Bohnapfel“ oder den „Weilburger“ zu sichern. Insgesamt befinden sich unter den 100 gesetzten Bäumen auf dem Grundstück zwischen dem Hinterbach und dem Lohrbach, ostwärts von Flacht gelegen, 60 unterschiedliche Arten und Sorten. Neben der Pflege der eigenen, wertvollen Streuobstbäume, haben beide auch die Verantwortung von weiteren 50 Bäumen (zur Hälfte im Gemeindebestand, zur Hälfte im Privatbesitz) übernommen.

Noch im 19. Jahrhundert gab es mehrere Tausend Apfelsorten. Heute sind vielleicht noch ein knappes Dutzend im Handel. Sie schmecken alle ein bisschen gleich, sind gleichmäßig rot, gleichmäßig groß und riechen meist wie chemisch gereinigt. Wer dagegen die Früchte einer klassischen Streuobstwiese wie bei den Langschieds probiert, lernt den alten Obst-Adel schätzen.

Zudem sind Streuobstwiesen eine Arche Noah für die Tierwelt, so profitieren viele von den Streuobstwiesen als Biotop. Die Wiesen bildet den perfekten Lebensraum für Schmetterlinge, Wildbienen und eine Vielzahl von Insekten und Vögeln. Grün- und Buntspecht besiedeln die Wiese ebenso wie Bachstelzen und Hausrotschwänze, Misteldrosseln und Gartengrasmücken. Auf dem Stück der Langschieds schaut immer wieder ein in nicht allzu weiter Entfernung brütendes Steinkauzpärchen vorbei. Nachdem die Wildpflanzen Samen bilden konnten und somit der Erhalt typischer Pflanzen auf den Wiesen gewährleistet ist, haben die Langschieds schon Kräuter wie den „Großen Wiesenknopf“, den „Spitzwegerich“ oder die „Wilde Malve“ wiederentdeckt. Diese Pflanzen sind Nahrung für eine Vielzahl von Insekten, die wiederum den auf Streuobstwiesen lebenden Tieren als Nahrung dienen. Die bisherigen Apfelernten wurden in der Brennerei Höhler (Aarbergen) zu Edelbränden und in einer heimischen Kelterei zu Saft verarbeitet. Da es im Nassauer Land zahlreiche Streuobstbestände und dazu viele attraktive Sehenswürdigkeiten gibt, gibt es eine Streuobstroute (keine lineare Verbindung zwischen zwei Punkten, vielmehr ein Netz von Wegen). Im Norden beginnt die Route im Landkreis Limburg-Weilburg in Löhnberg-Niedershausen, im Süden liegt der Startpunkt in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden. Flacht wurde jetzt in dieses Netz aufgenommen.

(rpk)
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