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Aus für Traditions-Gießerei ACO

Mit dem Aus der Gießerei in der ehemaligen Michelbacher Hütte gehen voraussichtlich rund 100 Stellen verloren. Betonwerk und Endbearbeitung sollen am Standort bleiben.
Aarbergen. 

Die seit rund 350 Jahren bestehende Gießerei im Aartal wird geschlossen. Die Geschäftsführung der ACO Passavant Guss GmbH teilte mit, Rohguss-Teile künftig aus externer Produktion zu beziehen. Die „Strukturveränderungen“ seien notwendig, um den Standort Aarbergen zu sichern.

Das Aus für die Gießerei stand seit Anfang Juni im Raum. Um dies zu verhindern, hatte der Betriebsrat des Herstellers von Gully- und Kanaldeckeln erst Anfang September ein alternatives Konzept vorgelegt. Kern wäre die Investition in eine technologisch neuartige Formanlage gewesen. Diese Option sei „gewissenhaft“ geprüft worden, heißt es in der Mitteilung. Die Prüfung habe ergeben, dass eine solche Anlage nicht rentabel gewesen wäre. Eine hohe Produktionskapazität in der neuen Anlage hätte, so die Überzeugung der Geschäftsführung, „zu geringeren Margen, Preisverfall und, was den Kanalguss betrifft, auf dem europäischen Markt zu einer Überkapazität“ geführt.

Sozialplan

Die Schließung der Gießerei, für die noch kein Termin genannt wurde, werde zwischen 90 und 120 der insgesamt rund 250 Arbeitsplätze kosten, befürchtet der Betriebsrat. Die Geschäftsführung forderte den Betriebsrat auf, Verhandlungen zum Interessenausgleich und Sozialplan aufzunehmen.

Die meisten Mitarbeiter am Standort Aarbergen-Kettenbach, wo nun offenbar nur das Betonwerk und die Endbearbeitung zugekaufter Gussteile verbleiben sollen, kommen aus dem Aartal sowie aus dem benachbarten hessischen Landkreis Limburg-Weilburg. Betroffen vom Aus der Gießerei sind wohl vor allem Gussputzer, Schmelzer, Elektriker und Handformer. Viele von ihnen sind schon seit vielen Jahren, zum Teil seit mehreren Generationen in dem Unternehmen beschäftigt.

Kaiserslautern profitiert

Die zur Ahlmann-Gruppe (Rendsburg) gehörende ACO Guss GmbH betreibt Werke in Aarbergen und Kaiserslautern. An dem Pfälzer Standort wird künftig voraussichtlich ein Teil des Rohgusses hergestellt, der bisher noch aus Aarbergen kam.

Noch vor einem Jahr hatte ACO eine Erweiterung der Produktion am Standort Aarbergen geplant. Das Regierungspräsidium hatte im Dezember 2013 der Einführung eines Drei-Schicht-Betriebes zugestimmt. Dafür waren Investitionen von rund 35 Millionen Euro beabsichtigt. Die im Juni verkündete Absicht, die Gießerei zu schließen, kam für die Belegschaft überraschend.

(jub)
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