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Jeden Donnerstag: Bad Camberger schätzen ihren Wochenmarkt

Von Die schöne Fachwerk-Kulisse, der italienische Eissalon, das Café, die Metzgerei, das kleine Haushaltswarengeschäft, der Blumenladen – das gibt es immer am Bad Camberger Marktplatz. Seit September kommt jeden Donnerstag nachmittags der Wochenmarkt hinzu – was nicht nur die Stammkunden sehr schätzen.
Leveke Stelzer und Kristiane Korte (von links) bedienen eine Stammkundin. Sie verpasst keinen Donnerstags-Einkauf. Foto: Petra Hackert Leveke Stelzer und Kristiane Korte (von links) bedienen eine Stammkundin. Sie verpasst keinen Donnerstags-Einkauf.
Bad Camberg. 

Der Obst- und Gemüsestand ist riesig. Die Bad Cambergerin, die gerade frische Tomaten und etwas Mangold kauft, ist begeistert. „Ich komme jede Woche“, sagt sie. Nicht nur das: „Von mir aus könnte der Markt noch viel öfter sein. Ich würde auch zwei- oder dreimal in der Woche kommen.“ Seit September gibt es den Wochenmarkt auf dem Bad Camberger Marktplatz. Immer von 14 bis 19 Uhr füllt er den Platz mit der schönen Fachwerkkulisse mit Leben. Dann ist der Marktplatz ein echter Marktplatz. Wer ihn nutzt, weiß das zu schätzen.

Hobby-Imker Bernhard Wenthur hat Bad Camberger Honig dabei. Auf den Gläsern sind Motive der Kurstadt abgebildet. Bild-Zoom Foto: Petra Hackert
Hobby-Imker Bernhard Wenthur hat Bad Camberger Honig dabei. Auf den Gläsern sind Motive der Kurstadt abgebildet.

Bernhard Wenthur ist immer da. Der Erbacher hat Zeit, denn er ist Rentner. Seit September ist er hier zum Marktbeschicker geworden. Obwohl: Nötig hätte er es nicht. Seine Kunden kennen ihn und kommen gerne nach Hause. Der 73-Jährige ist Hobby-Imker und hält mittlerweile 20 Bienenvölker auf Standorten in Schwickershausen, Erbach, Oberselters und Bad Camberg. Das hat er extra so eingerichtet, denn falls eine Krankheit – oder die berüchtigte Varroamilbe – einen Bienenstock befällt, sind die anderen weit genug entfernt.

Nur eigener Honig

Davon erzählt Wenthur gerne, wenn er seinen Honig präsentiert, die Bonbons oder die Kosmetika aus Bienen-Produkten. Letztere kauft er zu. „Meine Kunden haben danach gefragt“, sagt er. Den Honig produzieren ausschließlich seine Bienen. Deshalb gibt es ihn nur, solange der Vorrat reicht. Hier wird nichts dazugekauft. Das hält der Imker so seit mehr als 30 Jahren. Seine Honiggläser sind echte Hingucker: Er hat sie mit Fotografien von Bad Camberger Motiven versehen. Das Haus Sadony am Marktplatz ist dabei, zum Beispiel. „Solche Gläser hatten meine Kunden angeregt, damit man sieht, wo der Honig herkommt.“ Bernhard Wenthur gestaltet sie mit Liebe und genießt die Zeit auf dem Marktplatz, den er durch seinen Stand mit beleben möchte. Gerne kaufen die Besucher ein oder kommen auf ein Schwätzchen. Ein schönes Umfeld.

Baumspinat eignet sich gut als Salat, erklärt Kristiane Korte. Bild-Zoom Foto: Petra Hackert
Baumspinat eignet sich gut als Salat, erklärt Kristiane Korte.

Das genießt auch eine Kundin aus Niederselters, die gerade am Stand gegenüber „Sweet Paprika-Drops“ probiert. Nein, das sind keine Bonbons, sondern kleine, runde Paprika aus Südafrika in einer Knoblauch-Gewürzmischung. „Sind die scharf?“, fragt sie, bevor sie eine in den Mund steckt. „Aber nein“, meint Jusuf Gün. Die Ärztin schätzt diesen Einkauf und kommt regelmäßig: „Weil ich glücklich bin, dass es donnerstagmittags diesen Markt gibt. Für Berufstätige ist das eine gute Uhrzeit.“ Jusuf Gün bestätigt: Er hat seine Stammkundschaft, freut sich aber natürlich auch über Neuzugänge. Er selbst kommt aus Frankfurt nach Bad Camberg. Sein Spezialitätenwagen ist gut bestückt: Weinblätter, eingelegte Aubergine, fünf verschiedene Sorten Garnelen, diverse Aufstriche, die die Geschmacksnerven kitzeln – das wissen seine Kunden zu schätzen, versichert er. Deshalb lohne sich die weite Anfahrt.

Besondere Sorten

Leveke Stelzer und Kristiane Korte kommen aus Oberweyer. In diesem Hadamarer Stadtteil liegt ihr Bioland-Hof, den es seit elf Jahren gibt. „Über 80 Kulturen haben wir in diesem Jahr auf 5,5 Hektar Land angebaut“, erzählt Kristiane Korte. Jetzt, ab Juli, gibt es diverse Kartoffelsorten, aber auch Außergewöhnliches, um der Kundschaft immer wieder etwas Neues zu bieten: Wildsalat, Baumspinat, Sprossenbrokkoli, bunter Mangold, schwarzer Kohl, zählt Korte auf. „Und alles sehr lecker“, versichert Kunde Michael Barthel. Auch er kommt regelmäßig, obwohl er selbst Gemüse anbaut. Doch es gibt hier immer eine Ergänzung. „Das lohnt sich definitiv“, sagt Stelzer und fügt etwas ironisch hinzu: „Obwohl ich fürchte, dass die Bad Camberger geschäftsschädigend eigene Gärten haben.“ Das stimmt natürlich. „Seit meinem 21. Lebensjahr betreibe ich professionellen Gemüsebau“, bestätigt Kunde Michael Barthel. Dennoch kauft er auch gerne hier am Markt ein. „Der Stand mit den Wildgerichten kommt leider nicht mehr“, bedauert Bernhard Wenthur. Für diesen Beschicker habe sich das Geschäft wohl nicht gelohnt. Klar, Obst und Gemüse gehen immer, doch wer isst schon jeden Tag Fleisch oder gar Wild? Ein weiterer Standnachbar fehlt: Der Weinhändler. „Die machen jetzt in den Ferien eine Woche Urlaub. Nächstes Mal sind sie wieder da“, gibt Wenthur Auskunft. Auch der Fischstand fehlt nur heute. „Das ist immer sehr schön hier. Eine gute Atmosphäre und ein gutes Angebot. Die Bad Camberger könnten den Markt nur ein bisschen mehr annehmen“, meint Wenthur, der das Ganze für sich vor allem als Hobby ansieht. Die beiden Profis, Yussuf Gün und Kristiane Korte, bestätigen seine Einschätzung, sagen aber auch: „Wir haben viel Zuspruch.“ Stimmt: Innerhalb kurzer Zeit kommt immer wieder neue Kundschaft. So wird der Marktplatz belebt – und lecker ist es auch.

Informationen

Der Wochenmarkt auf dem Bad Camberger Marktplatz ist jeden Donnerstag von 14 bis 19 Uhr geöffnet. Das Angebot gibt es seit September.

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