Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

Bären-Mama aus Leidenschaft

Mit einem Bastelset fing es vor 17 Jahren an: Katja Bredowski wurde von einer wahrhaft „bärigen“ Leidenschaft gepackt, die bis heute anhält.
Handarbeit macht’s möglich: Jeder Teddybär ist ein Unikat. Bilder > Handarbeit macht’s möglich: Jeder Teddybär ist ein Unikat.
Netzbach. 

Teddybären im ganzen Haus, überall auf dem Weg zur Teddybären-Werkstatt begegnen dem Besucher die niedlichen Stoff-Tierchen. Sie tummeln sich auf Gardinen, grüßen von Kaffeebechern und sind auch als Anhänger an der Halskette der Künstlerin zu finden. Kein Zweifel: Das Herz von Katja Bredowski schlägt für Bären.

Die Werkstatt ist der Geburtsort der Bären und ihrer Freunde, hier sitzen die Teddys aus Stoff, Filz und Plüsch und schauen mit ihren treuen Augen aus einer Vitrine auf den Arbeitsplatz der gebürtigen Diezerin. Ein ganz besonderer Bär hat seinen Platz fernab der anderen. Es ist der Teddy, der dafür sorgte, dass es Netzbacher Bären überhaupt gibt. Er entstammt einem Bastel-Set, das Ehemann Markus seiner Frau Katja 1997 zu Weihnachten schenkte. Wer ahnte damals, dass dieser flauschige Geselle der Startschuss für die Fertigung einer ganzen Armee von Teddybären werden sollte? Zumal Katja Bredowski als Kind keine besondere Beziehung zu Bären hatte.

 

Zehn Stunden

 

Das hat sich geändert: Nicht nur Katja Bredowski, sondern auch ihr Ehemann ist „bärig“ aktiv, unterstützt seine Frau beim Herstellern eigener Bastel-Sets und hat inzwischen das Filzen für sich entdeckt. Dies ist ein weiteres Steckenpferd der 42-jährige Bären-Freundin. Doch ihr ganzer Stolz sind neben kleinen Elchen, Schnecken und Elefanten aus Fell die eigenen Teddybären, die sie nach eigenen Entwürfen in arbeits- und zeitintensiver Näharbeit fertigt und manchmal auch mit dem Filzen kombiniert. Die Bären, die seit mittlerweile 15 Jahren in Netzbach nebengewerblich entstehen, sind begehrte Sammlerstücke und lassen das Herz von Bären-Fans höherschlagen. Einige ihrer Tiere haben sogar ein neues Zuhause in Amerika, Asien oder auch Finnland gefunden.

Bis ein solcher Bär fertig ist, dauert es eine Weile: Zuerst überlegt Katja Bredowski, wie er aussehen soll. Ideen kommen ihr beim Betrachten von Stoffen auf Fachmessen. Nach ihrer Vorstellung fertigt sie einen Entwurf, dem der erste Proto-Bär folgt. Dieser besteht aus vielen Teilen, die zunächst nicht vermuten lassen, dass daraus später mal ein freundlicher Stoffkamerad wird. Die Ärmchen und Beinchen, der Bauch, selbst der Kopf sind von der Schablone her für einen Laien zunächst nicht als solche erkennbar. Zuerst Arme und Beine, dann der Bauch und später der charakteristische Unikat-Kopf – immer mehr wird der Bär nun zum Bär. Mit ganz viel Herzblut und einem liebevollen Blick für die Details geht Katja Bredowski ans Werk. Zum Schluss ist die Nase dran.

Etwa zehn Stunden dauert es, bis ein Bär das Licht der Welt erblickt – allein die Nase kann mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Ein ganz besonderer Moment für die Bären-Mama ist angebrochen, wenn es um die Augen geht. Zwar ist der Prozess etwas „brutal“, weil dafür eine lange Nadel quer durch den Bärenkopf geschoben wird, doch wenn der Teddy zum ersten Mal „sehen“ kann, geht Katja Bredowski das Herz auf, sagt sie. Und dann wartet der Bär auf sein neues Zuhause, wobei die Trennung nicht immer leicht fällt. Ihr erster Teddy schaut bei der Entstehung seiner Artgenossen vom Schrank aus zu. Er ist unverkäuflich, schließlich fing das Bären-Fieber mit ihm an. Das Fertigen der Bären sei für sie ein Ausgleich zur Arbeit im Büro, sagt Katja Bredowski. So könne sie im Herzen Kind bleiben. Weitere Informationen zu den Netzbächer-Bären gibt es im Internet: www.netzbaecher-baeren.de .

Zur Startseite Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse