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Beatles einmal anders

„Free as a Bird“: Zum Auftakt der Kulturreihe „tArt-Orte“ zeigten Walter Born and friends, was man aus Beatles-Songs machen kann. In den kommenden Wochen gibt es zwischen Idstein und Weilburg noch jede Menge Kultur zu entdecken.
Bad Camberg. 

Zum sechsten Mal laden die t-Art-Orte ein, in der Region auf Kultur-Tour zu gehen. Klausjürgen Hermann aus Bad Camberg, der gemeinsam mit dem Idsteiner Klaus Bethge-Krafft die Idee zu dieser Veranstaltungsreihe hatte, begrüßte die zahlreichen Gäste, die ins Kurhaus gekommen waren, um beim Auftakt dabei zu sein: „Zwei Menschen haben sich vor sechs Jahren aufgemacht und über den kulturellen Tellerrand geschaut. In diesem Jahr werden rund 70 Aktionen geboten“, sagte Hermann. Er dankte Bürgermeister Wolfgang Erk und Landrat Manfred Michel. Sie hätten an diese Idee geglaubt und so mitgeholfen, dass die tArt-Orte so erfolgreich wurden – egal, ob es Musik, bildende Kunst oder Theater gibt.

Mit dem Programm „Free as a Bird“ verwandelten dann Walter Born & friends die Kurhaus-Bühne in einen Jazzclub im Stil der legendären New-Yorker 52nd street. Nicht weniger legendär waren die Titel der Stücke, die Born für die Band arrangiert hatte, stammten sie im Original doch alle von den Beatles. Kurz gesagt: Cooler, intellektueller Jazz trifft emotionalen Beat. Ob „Yesterday“, „Help“, „Love me do“ – den meisten im Saal waren die Songs vertraut. Trotzdem konnten wohl die wenigsten der Aufforderung von Walter Born: „Ihr dürft auch mitsingen“ folgen. Nicht umsonst hatte er ein schmunzelndes „Wenn Ihr könnt ...!“ hinzugefügt. Er konnte es, und das mit jedem Stück besser. Wobei es immer wieder faszinierend war, wie er die bekannten Melodien in Jazz-Standards einfließen ließ und damit völlig neue Harmonien kreierte. Sich als unbedarfter Zuhörer darauf einzulassen, war eine kleine Herausforderung, die sich allerdings lohnte!

Klasse waren auch die Musiker, die Pianist, Arrangeur und Sänger Walter Born mitgebracht hatte. Wobei sich diese mit jedem Stück steigerten und das Publikum mit ihren Soli begeisterten: Marvin Frey (Trompete), Thilo Willach (Saxofon), Dieter Kociemba (Gitarre), Andreas Manns (Bass) und Adrian Herkenroth (Schlagzeug).

Als „Special Guest“ präsentierte Born den Cellisten Christopher Herrmann. „Penny Lane“ und „I wanna hold your hand“ wurden durch diese beiden Musiker zu einem ganz speziellen Hörgenuss. Cello und Piano inszenierten einen Dialog, gespickt mit Witz, Charme und ganz viel Können. Bei Dave Brubecks „Rondo a la Turk“, das nahtlos in den Beatles-Song „Get back“ überging, begleitete Herrmann dann auch noch die Band. Großen Spaß hatten die Zuhörer daran, mitzuerleben, wie dieser Musiker sein Instrument zum Klingen, Singen oder auch Lachen bringt. Wobei er auf eben dieses „Lachen“ eine hinreißende, musikalische Antwort vom Saxofonisten bekam.

Während im ersten Teil des Konzerts eher der „coole“ Jazz dominierte, gewann im zweiten Teil dann der emotionale Part des Zusammentreffens die Oberhand. Egal ob Born und Herrmann als Duo mit „Lady Madonna“ oder die gesamte Band mit „A hard Day’s Night“ und „Help“ – es groovte einfach, der überspringende Funke zwischen Musikern und Publikum war nicht mehr aufzuhalten. Eine grandiose Solo-Einlage folgte der anderen. Mit ein Höhepunkt dürfte wohl „Michelle“ mit einem tollen Bass-Intro gewesen sein. Born hatte die Ballade in eine mitreißende Samba verwandelt, an der Musiker und Zuhörer gleichermaßen ihre Freude hatten. Ein grandioser Auftakt zu den diesjährigen tArt-Orten. Und bis zum 14. Juni werden weitere kulturelle Höhepunkte in der Region folgen.

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