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Tag des offenen Denkmals: Blick in die Bad Camberger Schatzkiste

Der Verein Historisches Bad Camberg lud am Tag des Denkmals zu einer Entdeckung der „Schatzkiste Altstadt“ ein. Die Teilnehmer erhielten dabei Zugang zu Stätten, die nicht alle Tage frei zugänglich sind.
Im Stadtarchiv von Bad Camberg konnten die Gäste am Tag des offenen Denkmals in alten Schriften stöbern. Foto: Heike Lachnit Im Stadtarchiv von Bad Camberg konnten die Gäste am Tag des offenen Denkmals in alten Schriften stöbern.

Ein wenig überrascht waren die Organisatoren schon aufgrund der Fülle an Besuchern im Amtshof. Eigentlich rechneten sie mit zehn bis 20 Menschen, doch letztendlich hatten sich etwa 70 Besucher im Amtshof versammelt, um am Tag des Denkmals Bad Camberg mit anderen Augen zu entdecken. Die Organisatoren waren deswegen gezwungen, von ihrer ursprünglichen Planung Abstand zu nehmen und zu improvisieren. Damit auch jeder die Chance hatte, alles zu sehen, wurden die Anwesenden in zwei Gruppen aufgeteilt, die sich die Orte abwechselnd anschauten. Während die eine in den Lieber-Park ging, erkundete die andere Gruppe zunächst das Stadtarchiv.

Das Lieber-Haus und der dahinterliegende Park ist von der Straße aus nicht zu entdecken. Wer nicht weiß, wo er suchen muss, würde daran vorbei laufen. Dabei ist das Lieber-Haus ein riesiges Wohnhaus, welches um 1813 auf einer Fläche namens Altoranischer Platz errichtet wurde. Bevor dieses von Gisbert Lieber gebaute Haus errichtet wurde, befanden sich auf dieser Fläche Weideland und einige Scheunen.

Verwunschener Park

Lieber baute ein riesiges Wohnhaus für seine Familie mit einem angeschlossenen Garten der mehr einem Park denn einem Garten ähnelte. Von diesem Park geht etwas Verwunschenes aus. In jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken, finden sich alte, zugewachsene Statuen und die Besucher erfahren, dass der Park von dem ältesten Stück Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert abgeschlossen wird. Tief verborgen im Park hinter ein paar Büschen ragt der alte Wehrturm stolz empor und die Besucher hatten die Möglichkeit, einen Blick in sein Inneres zu werfen. Ein besonderes Augenmerk sollten die Besucher noch auf einen alten Brunnen werfen, dessen Auffangbecken in Form einer Muschel noch sehr gut erhalten ist. Ein Teil der Besucher konnte sich daran erinnern, wie sie als Kind vor 60 Jahren in dem Park mit den Lieber-Kindern spielten.

Die andere Gruppe konnte im Stadtarchiv zuerst eine alte Treppe bewundern. Die Wendeltreppe ist heute nicht mehr zu begehen. Sie besitzt eine Spindel, welche aus einem Eichenbaum geschnitzt wurde. In die Spindel sind die Stufen aus Eichenholz eingefügt.

Dr. Peter Schmidt meinte zu den Besuchern, sie hätten ihre Enkelkinder mitbringen müssen. Irgendwie schienen sich immer nur ältere Menschen für Geschichte zu interessieren, sagte er lachend. Er entschuldigte sich über den geringen Platz im Stadtarchiv, doch man habe einfach nicht mit so vielen Leuten gerechnet. Im Stadtarchiv konnten sich die Besucher alte Dokumente aus den Hexenprozessen oder zur Amtsbeschreibung ansehen. Ganz genau wurden die Schriftstücke betrachtet, doch die meisten Besucher mussten sich eingestehen, dass sie die alte Schrift nicht entziffern konnten.

Im Anschluss daran besuchte der Verein Historisches Bad Camberg mit den Interessierten noch die „Alte Amtsapotheke“. Seit 1800, als der Garnisonsapotheker der Festung Ehrenbreitstein sich hier niederließ, wurden Camberg und Umgebung von dieser Apotheke, deren historische Einrichtung noch erhalten ist, mit Medikamenten versorgt.

Es war nur ein kleiner Einblick in die eigentlich noch viel größere Schatzkiste Bad Camberg möglich, doch die Besucher wurden eingeladen, auch außerhalb des Denkmaltags die historische Altstadt zu entdecken.

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