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Imposantes Gebäude: Blick in die Vergangenheit: „Martins Haus“

„Martins Haus“ nannte man früher dieses imposante Gebäude aus dem 18. Jahrhundert am Freien Platz Nr. 6 in Haintchen. Das schiefergedeckte Haus gehörte zu den größten Häusern des Dorfes. An das Wohnhaus mit einem tiefen Brunnen, der heute noch existiert, schlossen sich die Stallungen an, dahinter noch einige Schuppen.
So sah das „Martinshaus“ einst aus. Repro: Fluck So sah das „Martinshaus“ einst aus. Repro: Fluck
Haintchen. 

Bewohnt wurde das Haus von der Familie Simon; Paul Simon, Lehrer in Haintchen von 1824 bis 1834, ist heute noch auf einem Denkmal vor der Haintchener Pfarrkirche mit folgender Inschrift verewigt: „Als Gatte, als Lehrer, als Freund ruht hier, von vielen beweint, ein Mann, der Tugend stets ehrte und Treue und Rechtigkeit lehrte.“ Paul Simon starb am 16.06.1834 in seinem 36. Lebensjahr.

Die Schwester von Paul Simon heiratete Martin Rau aus Hasselbach, und so wurde die Familie Rau die nächste Hausbesitzerin. Aus dieser Ehe gingen zwei Töchter, Helene und Anna Rau, hervor. Die ledige Anna Rau, „Martins Anna“, betrieb lange Jahre einen regen Handel mit Eiern und Hühnern; ihre Waren brachte sie von Haintchen aus auf den Markt nach Höchst und verkaufte sie dort.

Helene Rau heiratete Karl Zabolitzky und zog mit ihm nach Höchst in die Bolongarostraße. Das Ehepaar hatte drei Söhne, zwei davon sind nach Amerika ausgewandert und wurden dort zu Priestern geweiht; der dritte wurde Bäcker und hat später das Haus geerbt.

Abendlicher Treffpunkt

Die letzten Hausbewohner war die Familie Brodmann, die als Heimatvertriebene aus Augezd nach dem Krieg in das Haus eingewiesen wurden; sie haben später dann das Gebäude erworben, es in den 1960er Jahren niedergelegt und durch einen Neubau an einer anderer Stelle des Grundstückes ersetzt.

Der auf dem Foto zu sehende lange Balken am Straßenrand des Freien Platzes war noch in den 1960er Jahren der abendliche Treffpunkt der Männer aus den angrenzenden Straßen – Oberen Bachstraße, Freier Platz, Camberger Straße, Mittelstraße und der Unteren Bachstraße; hier saßen sie, vor allem im Sommer, bis zum Einbruch der Dunkelheit zusammen, erzählten, diskutierten und tauschten Neuigkeiten aus. rf

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