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ÖPNV in Bad Camberg: Bürgerbus, Stadtlinie oder Sammeltaxi?

Von Bad Camberg hat einen Stadtbus, aber die kleinen Ortsteile sind noch immer schlecht angebunden. Was könnte man für Dombach, Schwickershausen und Oberselters tun? Ist ein Bürgerbus, ein zweiter Stadtbus oder ein Sammeltaxi die Lösung?
Der Bad Camberger Stadtbus fährt durchs Obertor – allerdings nicht nach Dombach, Schwickershausen und Würges. Foto: Petra Hackert Der Bad Camberger Stadtbus fährt durchs Obertor – allerdings nicht nach Dombach, Schwickershausen und Würges.
Bad Camberg. 

Der „siebte Bad Camberger Stadtteil“, wie Beuerbach im Karneval gerne genannt wird, ist über die beiden Mitfahrbänke angebunden. Eine steht in Bad Camberg, eine in Beuerbach. Ein Schild macht darauf aufmerksam, und wer darauf sitzt, möchte mitgenommen werden – von Bad Camberg nach Beuerbach und umgekehrt. Das funktioniert. Würges wird über den Stadtbus erreicht, der auch Erbach und Haltestellen in der Kernstadt anfährt. Doch für Dombach, Schwickershausen und Oberselters gibt es keine Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Die Stadtpolitik ist dabei, die Alternativen zu prüfen.

Das städtische Ordnungsamt hat mehrere Varianten abgefragt und Informationen zusammengetragen. Die Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer letzten Sitzung den Wunsch nach einer Zusammenschau geäußert – eine Synopse, die den Entscheidungsprozess vereinfachen soll.

Soviel seht bis jetzt fest:

  Bürgerbus: Es wäre möglich, für rund 33 000 Euro ein Elektro-Fahrzeug anzuschaffen, das vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung gefördert wird. Dabei gibt es unterschiedliche Rechenmodelle. Unter anderem müsste bei dieser Variante geklärt werden, ob es einen festen Fahrplan oder ein Modell ähnlich dem Ruf-Taxi geben könnte. Das Ordnungsamt empfiehlt zunächst Letzteres, da es noch keine Erfahrungen mit Nutzerzahlen gibt. Die Behörde plant bei dieser Variante außerdem mit ehrenamtlichen Fahrern. Dies sei Voraussetzung, da die Personalkosten die Einnahmen der Fahrkartenverkäufe deutlich übersteigen würden. In Absprache mit den Vereinen solle geklärt werden, ob Interesse besteht, den Bürgerbus in einen Verein zu integrieren. Andernfalls käme die Gründung eines neuen Vereins in Frage, der Fahrersuche, Koordination der Fahrten, Werbung, Abrechnung übernimmt.

  Ein zweiter Stadtbus: Die Verkehrsgesellschaft Lahn-Dill-Weil könnte Oberselters, Dombach und Schwickershausen mit in den Fahrplan aufnehmen. Hier wäre die Einführung eines zweiten Stadtbusses denkbar. Der jetzige Vertrag mit dem Unternehmen endet im Dezember 2019. Der neue Vertragspartner wird in einem Ausschreibungsverfahren gesucht. Ende 2018 muss hier mit den Vorbereitungen begonnen werden. Die Verkehrsverträge im öffentlichen Personennahverkehr haben eine Laufzeit von acht bis zehn Jahren. Von der Stadt Bad Camberg würde für diesen Zeitraum eine Beteiligung an der Finanzierung benötigt.

  Anrufsammeltaxi (AST): Hier hat sich die Bad Camberger Stadtverwaltung im benachbarten Limburg erkundigt, das seit knapp drei Jahren ein Anrufsammeltaxi betreibt. Dort gibt es drei Linien, die täglich von etwa 18 bis 3 Uhr im Stundentakt fahren. Eine telefonische Anmeldung kann in der Zeit von 15 bis 24 Uhr erfolgen, muss immer eine Stunde vor Fahrtbeginn vorliegen. Die Kosten für die Fahrgäste entsprechen dem regulären RMV-Fahrkartenpreis plus 1,50 Euro pro Fahrt. Für den Eigenbetrieb „Stadtlinienverkehr Limburg“ liegen die Kosten im Jahr bei 105 000 Euro netto. 2015 waren 237 000 Euro eingeplant, jedoch war die tatsächliche Nutzung geringer als angenommen.

Es gibt ein weiteres Beispiel: Der Tanussteiner Komfortbus, der dem Jugend-Taxi des Landkreises Limburg-Weilburg ähnelt und ebenfalls eine Art Sammeltaxi ist. Hier betragen die Kosten für den Fahrgast 2,50 Euro, Kinder unter sechs Jahren werden kostenlos befördert. Die Fahrt muss ebenfalls eine Stunde zuvor angemeldet werden. Fahrten sind montags bis freitags von 14 Uhr bis Mitternacht, samstags, sonntags und an Feiertagen von 8 Uhr bis Mitternacht, möglich. Die Zentrale sowie sämtliche Organisation würde ein Taxi-Unternehmen leisten. Die Kosten für Rufbereitschaft und Fahrdienste liegen bei 8200 Euro im Monat. Zusätzlich verdient der Taxi-Unternehmer an jeder Fahrt einen Euro, da er die Fahrkarten bei der Stadt Taunusstein für 1,50 Euro einkauft und für 2,50 Euro weiterverkauft. Die Kosten für dieses Modell betragen für die Stadt Taunusstein rund 100 000 Euro im Jahr. Für Bad Camberg sei vermutlich ein ähnliches Modell wie in Taunusstein sinnvoll, wertet das Ordnungsamt. Ein Bad Camberger Taxi-Unternehmen wäre dazu bereit.

Das würden die verschiedenen Varianten kosten

  Bürgerbus: In Sachen Bürgerbus bestünde die Möglichkeit, ein Elektrofahrzeug anzuschaffen.

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