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Wohnungsbau: Camberger SPD will Wohnungen auf dem alten Bauhof-Gelände

Von Bezahlbarer Wohnraum wird knapp – in Bad Camberg kein Wunder, denn die Kurstadt gehört mit ihrer guten Autobahnanbindung zum Einzugsgebiet der Rhein-Main-Region. Die Politik will gegensteuern und günstige Wohnungen fördern.
Auf der ehemaligen Grünschnitt-Sammelstelle (altes Bauhofgelände) könnten günstige Wohnungen errichtet werden. Foto: Petra Hackert Auf der ehemaligen Grünschnitt-Sammelstelle (altes Bauhofgelände) könnten günstige Wohnungen errichtet werden.
Bad Camberg. 

Bis 2040 fehlen in Bad Camberg 436 Wohnungen, die Zahl der Sozialwohnungen im Kreis wird von 2771 auf 770 zurückgegangen sein. Das sind 70 Prozent. Mit diesen Zahlen aus der vom Kreis Limburg-Weilburg beauftragten Studie des Instituts Wohnen argumentierte der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Traut in der Stadtverordnetenversammlung, um auf ein Anliegen der Sozialdemokraten hinzuweisen: Das Schaffen von preisgünstigem Wohnraum. „Wie prägnant die Situation in unserer Stadt ist, zeigt, dass der Landkreis die Förderung von neuen, bisher nicht vorhandenen Wohngebäuden insbesondere in Limburg und Bad Camberg unterstützt“, so Traut.

Zwei Möglichkeiten

Die SPD setzte zweifach an: Derzeit wird der Bebauungsplan „Lisztstraße“ beraten. Hier sollen etwa 15 bis 20 Prozent Baufläche für Mehrfamilienhäuser für sozialen und bezahlbaren Wohnraum ausgewiesen werden. Im Vorentwurf des Bebauungsplans könnten dies die Grundstücke 16 bis 20 hinter den ehemaligen landwirtschaftlichen Gebäuden Lisztstraße 17 und 19 sein. Dies der Vorschlag, den die Stadtverordnetenversammlung bei neun Enthaltungen der CDU gebilligt hat.

Um noch schneller zu günstigerem Wohnraum zu kommen, ist das Parlament außerdem auf dem Gelände des ehemaligen Bauhofs (Grünschnittdeponie nahe dem Friedhof) in der Kernstadt initiativ geworden. Hier könnte ein großer Teil der Fläche mit Mehrfamilienhäusern für den sozialen Wohnungsbau überplant werden – so der ursprüngliche Ansatz. Dies änderten die Sozialdemokraten allerdings ab. Bei neun Gegenstimmen der CDU und einer Enthaltung der Christdemokraten sprach sich die Mehrheit von SPD und Grünen dafür aus, den Bauausschuss mit Beratungen zu beauftragen. Geklärt werden soll, ob für das Gelände der ehemaligen Grünschnittdeponie ein Bebauungsplan aufgestellt wird. Wenn der Ausschuss sich für einen Bebauungsplan ausspricht, soll er einen Vorschlag erarbeiten, wie hoch der Anteil der Baufläche für soziale und bezahlbare Mehrfamilienhäuser sein soll. Der Beschluss wird der Stadtverordnetenversammlung zur endgültigen Entscheidung vorgelegt.

„Mehrfamilienhäuser bedeutet nicht, dass eine Fläche mit mehrgeschossigen Wohnblocks vollbetoniert wird“, erläuterte Traut das Anliegen. „Mehrfamilienhäuser können auch zweigeschossig sein.“ Dies sagte er mit Blick auf die Nachbarbebauung, die historische Umgebung nicht weit vom Obertorturm, die Nähe zum Friedhof. Vor allem sei nicht die Absicht, die Trennung von Wohngebieten für Arme und Reiche zu forcieren.

Anonymes Schreiben

Genau gesagt: Die SPD habe ein anonymes Flugblatt und Schreiben bekommen, in dem dies unterstellt worden sei. „Es wäre schön, wenn man über so ein wichtiges Thema mit Ihnen ins Gespräch kommen könnte, denn Ihre Sorgen nehmen wir ernst“, appellierte Michael Traut öffentlich an die Verfasser. Wie viele Häuser auf diesem Grundstück entstehen könnten,sei absolut offen. Dies müsse ein Planungsbüro untersuchen. „Wir dachten daran, dass zwei bis drei Mehrfamilienhäuser neben anderen Gebäuden für den preisgünstigen Wohnungsbau Platz finden könnten.“ Der Begriff beziehe auch seniorengerechte Wohnungen, wie sie im Kreisprogramm mit einer Mietpreisbindung von 8,50 Euro je Quadratmeter Wohnfläche vorgesehen seien, mit ein.

„Acht bis zehn Euro Miete pro Quadratmeter sind in Bad Camberg bei Neubauten üblich. Das ist zu viel“, sagte Bauausschuss-Vorsitzender Michael Diehl (CDU). Es sei wichtig, etwas zu tun, aber nötig auf eine Durchmischung der Baugebiete zu achten, „damit man nicht einseitig etwas schafft, das in Zukunft zu Problemen führt.“ – „Wir sind kein Freund von sozialem Wohnungsbau“, ergänzte CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Abendroth. Schon im Bürgermeisterwahlkampf hatte er deutlich gemacht, dass die Christdemokraten keine Ghettobildung wollten. „Es macht Sinn, hier alle Positionen zu besprechen.“ Daher befürwortete die Stadtverordnetenversammlung einstimmig die Verweisung in den Fachausschuss, um das Thema vorzubereiten.

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