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Aktion im Staffeler Flüchtlingscamp: Chaos bei Spendenübergabe

Statt leuchtender Kinderaugen gab es viele Tränen und ein Handgemenge. Mit ihrer Spielzeugspende wollte die „Union Europäisch-Türkischer Demokraten“ (UETD) Limburg den Flüchtlingskindern in der Erstaufnahmeeinrichtung in Staffel eine Freude machen. Dass diese Aktion in einem solchen Chaos endete, damit habe sie nicht gerechnet, sagte Türkan Canli, Pressesprecherin der UETD Limburg.
Ein ziemliches Gedränge gab es gestern Mittag im Staffeler Flüchtlingslager, als Mitglieder der „Union Europäisch-Türkischer Demokraten“ Spielsachen und Süßigkeiten an die Flüchtlingskinder verteilten. Foto: Heike Lachnit Ein ziemliches Gedränge gab es gestern Mittag im Staffeler Flüchtlingslager, als Mitglieder der „Union Europäisch-Türkischer Demokraten“ Spielsachen und Süßigkeiten an die Flüchtlingskinder verteilten.
Limburg. 

Die Frauen der UETD besuchten die „Oase“, die Anlaufstelle der Stadt vor der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Staffel, am gestrigen Mittwoch bereits zum zweiten Mal. Am 8. März, dem Weltfrauentag, übergaben sie den Frauen im Flüchtlingslager eine Rose. Am Mittwochmittag hatten sie Spielzeug und Süßigkeiten für die Kinder mitgebracht. Doch die Spendenübergabe verlief alles andere als reibungslos und endete im Chaos.

Verschiedene Spielzeuge

In der Mitte der „Oase“ befindet sich eine Absperrung, um das Zelt in zwei Bereiche zu unterteilen. Im hinteren Teil versammelten die türkischen Frauen – entgegen der Bitte der ehrenamtlichen Helfer – die Kinder, um ihre Mitbringsel an sie zu verteilen. Sie hatten Bälle, Spiele, Bobbycars und Kuscheltiere mit dabei. Die rund 100 Kinder waren kaum zu bändigen, keines gab sich nur mit einem Spielzeug zufrieden oder wollte ein anderes, und auch die Eltern versuchten, so vieler Spielsachen wie möglich habhaft zu werden.

Von hinten drängelten die Kinder, die auch noch etwas bekommen wollten, vorne kamen die Kinder nicht weg, da dort die Absperrung im Zelt war und alles mit den Spielsachen vollstand. Somit war es recht schnell sehr eng, es ging nicht vor und nicht zurück, kleine Kinder gingen bei den größeren unter und viele Kinder weinten. Nur mit lauten Stimmen und viel Schieberei lief die Übergabe ab.

Die ehrenamtlichen Helfer, die mehrmals die Woche in der „Oase“ verbringen, zeigten sich dann auch sehr aufgebracht darüber, wie das Ganze abgelaufen ist. „Wir haben täglich mit den Menschen zu tun, und es war von Anfang an klar, dass dies nur Chaos gibt“, äußerte sich ein Helfer, der namentlich nicht genannt werden möchte. Er bat die Frauen der UETD am Ende, wenn sie nochmal eine solche Aktion durchführen möchten, sollten sie bitte nur einheitlich kleine Süßigkeiten mitbringen, damit jedes Kind das Gleiche bekommt. lh

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