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Auch Flüchtlinge sollen profitieren: DGB: Mindestlohn hilft der Region

Nach einem Jahr Mindestlohn kann im Rhein-Lahn-Kreis der Mindestlohn als Erfolg bezeichnet werden. Meint der Deutsche Gewerkschaftsbund. Der hat die Zahen für 2015 nun vorgestellt.
8,50 Euro - der Mindestlohn hat laut Experten vieler Befürchtungen zum Trotz nicht dem deutschen Arbeitsmarkt geschadet. Foto: Arno Burgi/Symbolbild/Archiv 8,50 Euro - der Mindestlohn hat laut Experten vieler Befürchtungen zum Trotz nicht dem deutschen Arbeitsmarkt geschadet. Foto: Arno Burgi/Symbolbild/Archiv
Rhein-Lahn/Westerwald. 

„Der Mindestlohn wirkt“, sagt Sebastian Hebeisen, Geschäftsführer der DGB-Region Koblenz, zum ersten Geburtstag der flächendeckenden gesetzlichen Lohnuntergrenze. „Nach einem Jahr Mindestlohn können wir das Fazit ziehen: Er hat vielen Beschäftigten die Sicherheit eines sozialversicherten Arbeitsplatzes und mehr Geld in der Lohntüte beschert“, so Hebeisen. „Alle, die durch die Einführung des Mindestlohnes den Verlust von Arbeitsplätzen, einen Anstieg von Unternehmenspleiten und höhere Preise für die Verbraucher befürchtet haben, müssen eingestehen, dass keine der Befürchtungen Realität geworden ist. Es ist das Gegenteil festzustellen: Die Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmer gewinnen, und auch den Unternehmen geht es gut.“

Nach Wirtschaftszweigen betrachtet, ist das Plus der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Rheinland-Pfalz im Bereich der wirtschaftlichen Dienstleistungen mit 6,9 Prozent besonders stark ausgefallen. Über alle Branchen hinweg sind insgesamt 24 800 neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse entstanden. Davon sind knapp 6900 Stellen in der DGB-Region Koblenz zu verzeichnen. Das ist ein Plus von knapp zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig ist die Zahl der Minijobs um 1,5 Prozent zurückgegangen, 1548 Minijobs sind weggefallen.

Im Rhein-Lahn-Kreis beträgt der Zuwachs an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 1,1 Prozent (336 Stellen), im Westerwaldkreis gar 2,6 Prozent oder 1650 Stellen. Dagegen sank die Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr im Rhein-Lahn-Kreis um ein Prozent (78 Stellen) und im Westerwaldkreis um 1,9 Prozent (319 Stellen).

Eine DGB-Analyse der Datenlage beim Statistischen Bundesamt vergleicht das zweite Quartal 2015 mit dem Vorjahreszeitraum. Hier zeigt sich, dass es in Rheinland-Pfalz bei den Löhnen der Ungelernten einen Sprung um 4,8 Prozent nach oben gab (Frauen: 5,1 Prozent). Bundesweit kam es in diesem Zeitraum zu einem Anstieg der Löhne der Ungelernten in Vollzeit- und Teilzeitstellen um 3,3 Prozent. In dieser Zahl sind Minijobs nicht enthalten.

Die Zahlen des DGB zeigen auch, wie Hebeisen herausstellt, dass es auch den Unternehmen im ersten Jahr des Mindestlohnes gut geht: Wer im Vorfeld gewarnt hatte, dass durch den Mindestlohn viele Unternehmen in die Pleite rutschen, kann durch eine weitere Zahl beruhigt werden. Von Januar bis August 2015 sind bundesweit rund 3,7 Prozent weniger Unternehmensinsolvenzen zu verzeichnen als im Vorjahreszeitraum. Seit der Jahrtausendwende ist das der niedrigste Stand von Unternehmensinsolvenzen.

„Es ist ein großes Anliegen, dass der Mindestlohn überall umgesetzt wird“, betont der Gewerkschafter Hebeisen. „Das gilt besonders jetzt, wo Flüchtlinge auf den Arbeitsmarkt kommen. Sie kennen sich mit den hiesigen Gesetzen noch nicht aus und brauchen Schutz vor Ausbeutung und unfairer Bezahlung.“

(nnp)
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