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LUCAS hilft, Leben zu retten: DRK hat ein neues Thoraxkompressionsgerät in Betrieb genommen

Die Notfallsanitäter des DRK-Kreisverbands Limburg haben Verstärkung erhalten. LUCAS-3, so heißt das neue Thoraxkompressionsgerät, das seit kurzem im Einsatz ist. Wir stellen das Gerät vor.
Notfallsanitäter Carsten Fruhner präsentiert die Arbeitsweise des Thorax-Kompressions-Systems LUCAS. Foto: Heike Lachnit Notfallsanitäter Carsten Fruhner präsentiert die Arbeitsweise des Thorax-Kompressions-Systems LUCAS.
Limburg. 

Der DRK-Kreisverband Limburg hat kürzlich ein neues Notarzt-Einsatzfahrzeug in Betrieb genommen. Das alte Fahrzeug hatte nach fünf Jahren 300 000 Kilometer auf dem Tacho und musste ersetzt werden. Die Ausstattung ist fast identisch. Neu mit dabei ist LUCAS-3, welcher die Einsatzkräfte bei Reanimationen unterstützt.

Was ist der LUCAS-3? Wenn das Herz plötzlich aufhört zu schlagen, sind effektive und kontinuierliche Thoraxkompressionen (Herzdruckmassagen) erforderlich, um den Blutkreislauf solange aufrechtzuerhalten, bis die Herzfunktion des Patienten wiederhergestellt ist. LUCAS-3 ist ein benutzerfreundliches, mechanisches, tragbares Thoraxkompressionsgerät. Es unterstützt dabei, effektive und kontinuierliche Thoraxkompressionen bei Patienten mit Herzstillstand aufrechtzuerhalten.

Wie funktioniert der LUCAS-3? LUCAS-3 besteht aus einer Rückenplatte, die unter den Patienten geschoben wird und einer Art Zange, die über dem Patienten platziert wird und fest mit der Rückenplatte verbunden ist. In der Mitte befindet sich ein Faltbalg, der die Pumpbewegung durchführt sowie einen daran befestigten Saugnapf, der auf den Brustkorb platziert wird und sich festsaugt.

Nach den derzeit geltenden Reanimationsempfehlungen wird der Thorax fünf Zentimeter eingedrückt und dies 100 Mal in der Minute. Das Gerät kann auch so eingestellt werden, dass es 30 Mal pumpt und der Sanitäter dann die Werte des Patienten prüfen oder den Patienten beatmen kann.

Durch den Aufbau des Gerätes kann ein Notfallsanitäter die Thoraxkompression ohne Unterbrechung durchführen, während sein Kollege das Gerät an den Patienten anlegt.

Wie lange kann das Gerät arbeiten? Das LUCAS-3-Gerät besitzt zwei Akkus, welche jeweils 45 Minuten arbeiten. Es kann ebenfalls an 220 Volt angeschlossen werden. Die Akkus können einfach und schnell ausgetauscht werden.

In welchen Situationen kommt der LUCAS-3 zum Einsatz? Der LUCAS-3 kommt zum Einsatz, sobald eine Person transportiert werden muss. Im Falle eines Transportes, zum Beispiel durch ein Treppenhaus oder später auch im Rettungswagen, war bisher eine durchgehend konstante Reanimation nicht möglich, da der Notfallsanitäter nicht gleichbleibend am Patient arbeiten konnte. Im Rettungswagen bestand zudem Gefahr für die reanimierende Einsatzkraft, falls abrupt gebremst werden muss. Mit dem Thoraxkompressionssystem ist eine gleichbleibende Reanimation auch während des Transports gewährleistet. Und zugleich ist er ein Unfallschutz für die Mitarbeiter während der Fahrt. Durch Schlaufen um den Nacken und für die Hände kann der LUCAS-3 am Patienten fixiert werden, so dass er auch während des Transports arbeiten kann.

15 000 Euro Kosten

Kann ein Notfallsanitäter absehen, dass eine Reanimation länger als 20 Minuten andauert, kann er den LUCAS-3 ebenfalls einsetzen, um selbst andere Handlungen am Patienten durchführen zu können.

Kann jeder mit dem LUCAS-3 reanimiert werden? Jeder, der in dieses Gerät hineinpasst, kann auch dadurch reanimiert werden. Auch Kinder und Jugendliche, bei denen der Saugnapf bis auf den Brustkorb reicht, können damit gerettet werden.

Handelt es sich hierbei um völlig neue Systeme? Es ist neu, dass dieses Gerät in der Präklinik genutzt wird. Auf den Intensivstationen gehört es schon länger mit zur Ausstattung.

Was kostet der LUCAS-3? Dieses System kostet in der Anschaffung 15 000 Euro. Die Stiftung St. Vincenz-Hospital hat dieses Gerät angeschafft und es an den DRK Kreisverband Limburg übergeben. Sie sammelt weiter Geld, um auch die Notarzt-Einsatzwagen in Weilburg und Bad Camberg mit einem solchen Gerät ausstatten zu können.

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