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Da geht das Herz auf

Das Ensemble „Amaryllis“.	Foto: Müller Das Ensemble „Amaryllis“. Foto: Müller
Diez. 

„Zeitlos verspielt“ heißt die neue CD des „Ensemble Amaryllis“, und genau so war auch das Konzert in der Kirche St. Peter in Diez. Es ist schon Tradition, dass „Amaryllis“ zum Jahresbeginn ein Konzert in der kleinen, schön gelegenen evangelischen Kirche hoch über Diez gibt. Die Musiker selbst bezeichnen die Stimmung dieser Zeit als eine Mischung aus wehmütigen Weihnachtsgefühlen und dem Wunsch nach Frische und etwas Neuem. Neu im Ensemble und eine sehr gelungene Ergänzung ist der Percussionist Assen Haydutov, der im Verlauf des Konzertes unter anderem Barockmusik mit einer mit einem Besen gestrichenen Djembé garniert, was man so noch nicht gehört haben dürfte. Auf ihrer neuen CD erzählen die sechs Musiker Geschichten aus über 400 Jahren. Als erstes erklingt das von der Popgruppe „Coldplay“ bekannte „Viva la vida“ in einer sehr ruhigen, entspannten Version.

Solistisch beginnt Sopranistin Dorothee Laux, Nadja Jamiro (Mezzosopran) steuert die zweite Stimme bei und mit Ulrike Jordan, die eigentlich Oboe und Akkordeon spielt, wird es dann sogar dreistimmig. Am Ende sind wunderbare Obertöne zu hören. Bei „Schneeflöckchen, weiß Röckchen“ lauschen besonders die Kinder in der ersten Reihe sehr aufmerksam, wie sich die beiden Sängerinnen mit der Melodie abwechseln. „River“ von „Joni Mitchell“ beginnt ebenfalls mit dem Muster erst eine Stimme, dann eine zweite folgend, ergänzt von akustischer Gitarre (Martin Reuß) und einem sanft gespielten E-Bass (Joey Becker) sowie die bereits erwähnte Trommel Djembé, mal mit der Hand, mal mit dem Besen gestrichen. Den jazzigen Wurzeln des Songs wird Bassist Becker mit tollen Improvisationen gerecht. Ganz anders klingt „Until“. Durch den Klang des Akkordeons fühlt man sich auf den Pariser „Montmartre“ versetzt. Beim langsamen Walzer „Du liegst mir im Herzen“ kommt dann auch eine Querflöte zum Einsatz. Mit sehr schönem Klang spielt Ulrike Jordan beim beschwingten „Laudamus te“ von „Antonio Vivaldi“ Oboe. Ebenfalls aus der Feder von „Vivaldi“ stammt „Piango, gemo“, bei dem der Percussionist auch die aus Algerien stammende Keramik-Trommel „Udu“ spielt, die ähnlich einer indischen „Tabla“ klingt.

Es folgen Stücke von Claudio Monteverdi, „Aria“ von Johann Sebastian Bach als gefühlvolles Duett für Gitarre und Bass, ein Schlaflied sowie das lautmalerische „Boum“, bei dem Dorothee Laux Geräusche vom Herzen, einer Uhr und einer Ziege imitiert.

Amüsante Texte

Zur Auflockerung zwischen den Musikstücken tragen die drei Frauen des Ensembles auch Texte von Eckhart von Hirschhausen, Christina Reflet und sogar ein Zitat aus dem Knigge, was Musiker für Menschen sind, vor. Bei „Gabriellas Song“ aus dem schwedischen Film „Wie im Himmel“ schließlich geht den Zuhörern beim Duett der beiden Sopranistinnen das Herz auf und sorgt für Gänsehaut. „Ich will fühlen, dass ich mein Leben gelebt habe“, so eine Textzeile aus diesem Song. Bei „Tomorrow Shall Be My Dancing Day“ möchte man gar nicht bis morgen warten und das Stück „El Haderech“ versetzt einen musikalisch in einen orientalischen Markt. Die Akteure bedanken sich bei ihren Zuhörern, besonders den Kindern, „die so gut durchgehalten haben“, und mit tosendem Applaus fordert das Publikum eine Zugabe. Mit einer irischen Weise, bei der auch eine Blockflöte erklingt, verabschieden sich schließlich sechs vielseitige, sympathische Musiker.

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