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Verkauf ist vom Tisch: Das Hundsänger Rathaus wird saniert

Das Hundsänger Rathaus wird nicht verkauft. So hat es der Ortsgemeinderat beschlossen. Ein Verkauf des ortsbildprägenden Gebäudes war in Erwägung gezogen worden, weil ein erhöhter Investitionsbedarf ansteht und die Finanzlage der Gemeinde diese Investitionen nur schwer zulässt. Mit neun zu fünf Stimmen votierte der Rat nun für eine Sanierung des Gebäudes und damit gegen einen Verkauf.
Das Rathaus bleibt in Gemeindehand. Die anstehende Sanierung soll nun zügig vorangetrieben werden. Das Rathaus bleibt in Gemeindehand. Die anstehende Sanierung soll nun zügig vorangetrieben werden.
Hundsangen. 

Im Hundsänger Rathaus waren neben den Dienstzimmern des Bürgermeisters zwei Wohnungen, im ersten Obergeschoss und im Dachgeschoss, vermietet. Im Erdgeschoss befand sich zusätzlich eine Fahrschule. Nachdem eine Mieterin verstorben und der Mieter der Dachgeschosswohnung verzogen war, wurden die leerstehenden Wohnungen nicht weiter vermietet. Auch die Fahrschule kündigte ihren Pachtvertrag, sodass das Rathaus seit 2013 bis auf die Diensträume des Bürgermeisters weitestgehend leersteht.

„Viel zu lange gewartet“

In den vergangen Jahren stand die Zukunft des Rathauses mehrfach auf der Tagesordnung des Ortsgemeinderats. Wegen der anfänglich ermittelten hohen Kosten konnten sich viele Ratsmitglieder nicht für eine Sanierung entschließen. Ein Verkauf des Gebäudes war für sie nach einer Kosten-Nutzenanalyse die bessere Option. Bestandteil des Vertrags wäre gewesen, das Äußere des Gebäudes nicht zu verändern und die Diensträume für den Bürgermeister weiterhin auf mindestens zehn Jahre anzumieten.

Ortsbürgermeister Alois Fein legte nun ein neues Angebot vor, das eine Sanierung des Rathauses mit Kosten in Höhe von 42 500 Euro vorsieht. Vor diesem Hintergrund konnte sich der Rat dazu mehrheitlich entschließen, von einem Verkauf abzusehen und eine Sanierung des Gebäudes anzustreben.

In Zukunft sollen die beiden Wohnungen wieder vermietet werden. Die Räume der ehemaligen Fahrschule sollen zum Dienstzimmer des Bürgermeisters ausgebaut werden. Das jetzige Büro soll einem Archiv weichen. Das Ganze soll jetzt zeitnah erfolgen, da das Gebäude nun schon viel zu lange leersteht und dadurch Mieteinnahmen verloren gingen. So gab Ratsmitglied Christian Malm auch selbstkritisch zu: „Wir haben schon viel zu lange gewartet, hätten wir die Maßnahme gleich gemacht, hätten wir schon viel Geld verdienen können.“ Allein der Leerstand der Wohnung im ersten Obergeschoss (seit 2008) hat zu verpassten Mieteinnahmen von rund 33 000 Euro geführt. Einnahmen, die die nötigen Investitionen fast schon amortisiert hätten.

Neue Stelle wird besetzt

Das Hundsänger Rathaus wurde Mitte der 1920er-Jahre gebaut. Es wurde aus hellen Tuffsteinen gemauert, eine Bauform die sonst für den Ort sehr untypisch war. Der repräsentative Bau ist ortsbildprägend und beherbergte bis zur Gebietsreform 1972 die Verwaltung der Gemeinde mit Bürgermeister, Gemeindekasse und Standesamt. Außerdem befand sich im ersten Stock die Dienstwohnung des Ortspolizisten. Die Dachgeschosswohnung diente schon immer einer privaten Vermietung.

Seit dem Jahr 2013 steht das Gebäude nun leer. Für eine weitere Verwendung gab es die unterschiedlichsten Vorschläge: Von einer Weitervermietung in bisheriger Form bis zur Nutzung der Räumlichkeiten als Versammlungsraum, Jugendraum oder gar als Gaststätte gingen die Gedankenspiele. Darunter war auch die Option, das Rathaus zu verkaufen.

Neben der Entscheidung über das Rathaus stand im Ortsgemeinderat auch eine wichtige Personalentscheidung an. Einer der beiden Bauhofmitarbeiter wird im Mai 2017 in den Ruhestand treten. Auch hier stand die Frage an, ob die Stelle wieder neu besetzt werden soll. Wegen der hohen Personalkosten gab es Überlegungen, die Stelle einzusparen. Das wäre jedoch nur möglich gewesen, wenn man den Arbeitsaufwand reduziert hätte, etwa durch das Weglassen freiwilliger Leistungen. Außerdem hätte man einen oder mehrere 450-Euro-Jobber einstellen müssen ,um den dann noch verbliebenen Arbeitsaufwand zu bewältigen. Hubert Eidt hatte zuvor das Arbeitsaufkommen der beiden Gemeindearbeiter akribisch ermittelt. Dabei lobte er die hohe Arbeitsbereitschaft der Bauhofmitarbeiter Reinhard Endres und Georg Höhn, die oft auch neben ihrer eigentlichen Arbeitszeit für die Gemeinde tätig seien. Bei der Vorstellung der Fakten gab es für die Ratsmitglieder keine Zweifel, dass es nur mit zwei Mitarbeitern wie bisher weitergehen soll. So fasste der Rat auch den einstimmigen Beschluss, die Stelle auszuschreiben und neu zu besetzten. de

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