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Tipps vom Profi: Das sollten Herrchen und Frauchen in tierischen Notfällen tun

Von Die richtige und schnelle Versorgung im Notfall kann auch Vierbeinern das Leben retten. Damit Hundehalter wissen, was zu tun ist, wenn ihr Liebling sich verletzt oder etwa einen Herzinfarkt erleidet, haben die Limburger Hundetrainerin Britta Nagler-Grün und Tierärztin Nannette Welk aus Elz einen Erste-Hilfe-Kurs für Herrchen und Frauchen angeboten.
Tierärztin Nannette Welk zeigte an ihrem Hund „Energy“ auch, wie die Mund-zu-Schnauze-Beatmung funktioniert. Tierärztin Nannette Welk zeigte an ihrem Hund „Energy“ auch, wie die Mund-zu-Schnauze-Beatmung funktioniert.
Staffel. 

Wie beatmet man seinen vierbeinigen Freund mit nasser Nase? Wie führt man eine Herzdruckmassage durch, wenn der Brustkorb dicht mit Fell bewachsen ist? Was ist mit der klaffenden Wunde am Krallen besetzten Fußballen? Und welche Reaktion ist richtig, wenn das geworfene Bällchen plötzlich im Hunderachen steckt? Tierärztin Nannette Welk, die auf Einladung von Britta Nagler-Grün von der Hundeschule Limburg ins Bürgerhaus Staffel gekommen war, weiß, was in tierischen Notfällen zu tun ist. Ihr Wissen gab sie an interessierte Herrchen und Frauchen weiter.

Nur die Ruhe

Tierhalter sollen sich gewappnet fühlen und auch im Notfall möglichst ruhig und bedacht reagieren können, erklärt Veranstalterin Britta Nagler-Grün, warum sie einen solchen Kurs anbietet. Denn Hunde spüren, wenn der ihnen vertraute Mensch in Panik gerät, und werden dann oftmals selbst panisch. „Souveränität ist alles“, bestätigte auch Tierärztin Welk. Mehr als 15 Hundehalter mit fast ebenso vielen Hunden waren gekommen. Während die menschlichen Kursteilnehmer aufmerksam lauschten, was die Tierärztin erklärte und gemeinsam mit ihrem Hund „Energy“ demonstrierte, verschliefen die großen und kleinen Vierbeiner die Ausführungen.

„Energy“ mimte beim Erste-Hilfe-Kurs für sein Frauchen geduldig den Verletzten. Bild-Zoom
„Energy“ mimte beim Erste-Hilfe-Kurs für sein Frauchen geduldig den Verletzten.

Erst später beim praktischen Teil waren auch die Tiere gefragt, als es etwa darum ging, wie man einem Hund den Puls fühlt. Teilnehmerin Chrissy, die mit Labrador-Mix „Abbey“ gekommen war, will sich im Notfall sicherer fühlen. Bisher sei sie aber glücklicherweise noch nicht in eine brenzlige Situation geraten. Anders sieht es bei Hundehalterin Julia Wichtrup aus. Ihre Bulldogge erlitt vor kurzem einen allergischen Schock und musste notfallmäßig vom Tierarzt behandelt werden. Um bei einem möglichen nächsten Mal gewappnet zu sein, besuchte sie diesen Kurs.

Eigene Sicherheit

Bei aller Tierliebe: „Die eigene Sicherheit geht zunächst vor“, mahnte Nannette Welk. Ein Tier mit starken Schmerzen könne heftig reagieren und auch für den Halter gefährlich werden. Selbst wenn es sonst der liebste Hund der Welt sei. Als Lösung präsentierte die Ärztin die Maulschlinge. Sie verhindere, dass das verängstigte Tier während der Erste-Hilfe-Maßnahme beißt. Als Allererstes sollte der Hund jedoch angeleint werden, riet Welk. „Denn ein panisches Tier neigt zum Weglaufen und kann damit sich und andere gefährden.“ Je nach Notfall gelte es dann zu prüfen ob Herzschlag und Atmung noch vorhanden seien, ob eine Mund-zu-Schnauze-Beatmung nötig sei oder andere Maßnahmen eingeleitet werden müssen.

Die Tierärztin zeigte auch, wie eine verletzte Pfote verbunden wird. Bild-Zoom
Die Tierärztin zeigte auch, wie eine verletzte Pfote verbunden wird.

Von allerlei Notfällen aus der Praxis wusste die Ärztin zu berichten: verschluckte Schaschlikspieße, ein vom Stöckchen verletzter Gaumen oder ein aus der Augenhöhle getretener Augapfel. Die 112 wählen und dann Hilfe bekommen funktioniert beim Tier jedoch nicht. Es gebe in der Region keinen Rettungswagen für Hunde. Daher müssen die Halter bis zum Eintreffen des Tierarztes selbst ran.

Dackel, Beagle, Schäferhund können ähnlich wie Menschen einen Herzinfarkt oder einen Hitzschlag erleiden, sich die Knochen brechen oder an einem Fremdkörper im Rachen zu ersticken drohen. Die Tierärztin wies auch auf oft unterschätze Gefahren hin wie Stromschläge durch elektrische Geräte, die für Hunde und in der Folge auch für den Halter sogar zur tödlichen Gefahr werden können.

Wundermittel Sauerkraut

Als Hausaufgaben gab die Tierärztin den Teilnehmern und ihren vierbeinigen Freunden auf: Das Anlegen der Maulschlinge und das Pulsmessen in Ruhe üben, damit es auch im Notfall klappt. Und: Eine Dose Sauerkraut kaufen. „Sauerkraut sollte jeder Tierhalter zu Hause haben“, sagte Welk. Es sollte gefüttert werden, wenn ein Hund einen scharfkantigen oder spitzen Gegenstand verschluckt hat. Das Kraut könne dafür sorgen, den Fremdkörper rasch nach draußen zu befördern – bevor er im Magen oder Darm Schaden anrichte. Daher sollten die Tiere in gesunden Momenten schon mal daran gewöhnt werden, Sauerkraut zu fressen.

Die Teilnehmer erhielten außer Tipps für Notfälle auch praktische Informationen für den Alltag mit Hund. Zum Beispiel, wo das Tier bei einer Autofahrt am besten aufgehoben ist oder wie man dem besten Freund bei Hitze Erleichterung verschafft.

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